4.2 Umweltinformationen

Ein wichtiger Hebel für den Klimaschutz ist die Reduktion der eigenen CO 2 -Emissionen. Dafür wurde konzernweit eine Klimastrategie mit ambitionierten Klimazielen entwickelt, orientiert am 1,5°-Pfad des Pariser Klimaabkommens. Im Zuge dessen legt United Internet einen großen Fokus auf das Energiemanagement der eigenen Rechenzentren, der Bürogebäude sowie des Glasfasernetzes, u. a. durch den Einsatz von Strom aus erneuerbaren Quellen sowie durch die Implementierung ISO-zertifizierter Energie- und Umweltmanagementsysteme. Effizienzsteigerungen sowie die Reduktion der Treibhausgasemissionen werden somit aktiv angegangen. Weitere Informationen finden sich im Kapitel „Klimawandel“.

United Internet prüft schrittweise, inwieweit wirtschaftliche Tätigkeiten den Umweltzielen der EU-Taxonomie zugeordnet werden können. Der aktuelle Stand der Taxonomiefähigkeit ist im Kapitel „EU-Taxonomie“ dargestellt.

Darüber hinaus ist es United Internet ein Anliegen, schonend mit Ressourcen umzugehen. Bereits heute wird Elektroschrott durch Konzepte der Kreislaufwirtschaft, wie der Wiederaufbereitung und dem fachgerechten Recycling gebrauchter IT-Hardware, vermieden – sowohl im eigenen Betrieb als auch bei Kundinnen und Kunden. Ein Schwerpunkt im Geschäftsjahr 2025 lag auf der erstmaligen standardisierten und konzernweiten Konsolidierung von Daten zu Ressourcenzuflüssen und Abfällen. Diese bildet die Grundlage, auf welcher United Internet bestehende Ansätze zur effizienten Ressourcennutzung und Abfallminimierung künftig systematisch weiterentwickeln wird. Details hierzu finden sich im Kapitel „Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft“.

EU-Taxonomie

Die EU-Taxonomie (Verordnung (EU) 2020/852) ist ein einheitliches und verbindliches Klassifizierungssystem für ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten. Unternehmen sind verpflichtet, über die Ergebnisse dieser Klassifikation jährlich zu berichten. Damit sollen sie einen Überblick bieten, welche ihrer Tätigkeiten und Investitionen ökologisch nachhaltig sind. In Artikel 9 der EU-Taxonomie-Verordnung werden sechs Umweltziele genannt. Seit dem Geschäftsjahr 2023 liegen erstmals konkrete Vorgaben ( technische Bewertungskriterien ) zur ökologischen Nachhaltigkeit für alle sechs Umweltziele vor (Delegierte Verordnung (DelVO) (EU) 2021/2139 und DelVO (EU) 2023/2486). Für das Geschäftsjahr 2025 werden gem äß Artikel 4 der DelVO (EU) 2026/73 (Omnibus Delegated Act) weiterhin die Berichterstattungsregeln der DelVO (EU) 2021/2178, (EU) 2021/2139 und (EU) 2023/2486 in der bis zum 31. Dezember 2025 geltenden Fassung (ohne die im Januar 2026 durch den Omnibus Delegated Act eingeführten Erleichterungen) angewandt. Analog zum Vorgeschäftsjahr wurden bei United Internet für die folgenden Umweltziele sowohl die Taxonomiefähigkeit als auch die Taxonomiekonformität ermittelt:

  • „Klimaschutz“ (Climate Change Mitigation, CCM)
  • „Anpassung an den Klimawandel“ (Climate Change Adaptation, CCA)
  • „Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft“ (Circular Economy, CE)

Für folgende drei Umweltziele wurde für das Geschäftsjahr 2025 nur die Taxonomiefähigkeit ermittelt. Die Konformitätsprüfung entfällt gemäß den Anforderungen der EU-Taxonomie, da keine taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten vorliegen:

  • „Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen“
  • „Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung“
  • „Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme“

Taxonomiefähige Wirtschaftstätigkeiten

United Internet hat eine Überprüfung und Neubewertung der taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten für das Geschäftsjahr 2025 vorgenommen. Folgende umsatzgenerierende Wirtschaftstätigkeiten aus Anhang 1 der DelVO 2021/2139 (Umweltziel „Klimaschutz“) sowie aus Anhang 2 der DelVO 2023/2486 (Umweltziel „Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft“) wurden als taxonomiefähig identifiziert:

Im Kontext des ersten Umweltziels („Klimaschutz“) können insbesondere die Geschäftsaktivitäten der Tätigkeit 8.1 „Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten“ zugeordnet werden. Im Segment Business Applications“ bietet United Internet Anwendungen für Geschäftskunden an, u. a. Domains, Homepages, Webhosting, Server, Cloud Solutions und Cloud-Infrastruktur, E-Shops, Groupwork Shops, Groupwork und Online Storage (Cloud-Speicher). Dieses Segment weist daher mit seinem internationalen Leistungsangebot den Großteil der taxonomiefähigen Tätigkeiten des United Internet Konzerns auf. Im Segment „Consumer Applications“ werden Anwendungen für Privatanwenderinnen und Privatanwender zusammengefasst, wie etwa Online Storage oder Personal Information Management. Auch in diesem Segment wurden Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Tätigkeit 8.1 identifiziert. In geringfügigem Ausmaß beinhalten die Segmente „Consumer Access“ und „Business Access“ durch das Anbieten von Online Storage oder von Cloud-Telefonie auch taxonomiefähige Wirtschaftstätigkeiten, die der Tätigkeit 8.1 zuzuordnen sind.

United Internet hat für das Geschäftsjahr 2025 analog zum Vorjahr jene Tätigkeiten, bei denen Hosting und die Speicherung von Daten im Vordergrund stehen (wie bspw. bei Online Storage), als taxonomiefähige Tätigkeiten identifiziert. Dabei wurde nicht zwischen Hosting- bzw. Datenspeicheraktivitäten unterschieden, die über eigene und fremde Rechenzentren erfolgen . Andere Tätigkeiten, die lediglich die Übertragung von Daten (am Rande) involvieren, werden nicht unter der Tätigkeit 8.1 berücksichtigt.

Hinsichtlich der Umweltziele drei bis sechs lassen sich umsatzgenerierende Wirtschaftstätigkeiten von United Internet derzeit nur dem Umweltziel „Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft“ zuordnen. Unter der Tätigkeit 5.4 „Verkauf von Gebrauchtwaren“ werden im Segment „Consumer Access“ Smartphones aus Rücksendungen wiederaufbereitet („refurbished“) und erneut an Kundinnen und Kunden als wiederaufbereitete Gebrauchtware verkauft.

Die Kerngeschäftstätigkeiten anderer Teilbereiche des United Internet Konzerns werden durch die EU-Taxonomie nach aktuellem Verständnis nicht erfasst. Daher wurden wie bereits in den ersten beiden Jahren der Berichterstattung Wirtschaftstätigkeiten im Zusammenhang mit dem Ausbau und der Nutzung von Telekommunikationsnetzwerken als nicht taxonomiefähig eingestuft. Darunter fällt der Netzausbau für das öffentliche Glasfaser- und Mobilfunknetz sowie jegliche Geschäftsaktivitäten und Investitionen, die mit dem Ausbau der Netzinfrastruktur, einschließlich der Technikstandorte, in Zusammenhang stehen.

Darüber hinaus wurden wesentliche Querschnitts- bzw. Infrastrukturtätigkeiten im Zusammenhang mit Investitions- und Betriebsausgaben bei United Internet identifiziert :

  • CCM 6.5 „Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen“, d. h. Ausgaben im Zusammenhang mit dem Fuhrpark
  • CCM 7.3 „Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten“, d. h. Ausgaben für energieeffiziente Anlagen und Geräte im Geschäftsbetrieb
  • CCM 7.7 „Erwerb von und Eigentum an Gebäuden“, insbesondere durch IFRS 16 „Leasingverhältnisse“ bzw. Nutzungsrechte an Vermögenswerten
  • CE 1.2 „Herstellung von Elektro- und Elektronikgeräten“, nach Klarstellung der EU-Kommission umfasst dies die internen IT-Geräte zum Geschäftsbetrieb
  • Die Tätigkeiten CCM 6.5, CCM 7.3 und CCM 7.7 werden ausschließlich dem Umweltziel „Klimaschutz“ zugeordnet, da derzeit keine Anpassungspläne mit spezifischen Maßnahmen für die jeweiligen Tätigkeiten vorliegen. Demnach werden gemäß der Bekanntmachung der Kommission (C/2023/305 (FAQ)) weder Investitions- noch Betriebsausgaben dem Umweltziel „Anpassung an den Klimawandel“ zugeordnet. Da es sich auch um keine ermöglichenden Tätigkeiten handelt, die im Sinne dieses Umweltziels einer anderen Tätigkeit Anpassungslösungen bietet, um einen wesentlichen Beitrag leisten zu können, werden keine Umsätze dem Umweltziel zugeordnet. Eine Doppelzählung ist damit ausgeschlossen.

Taxonomiekonforme Wirtschaftstätigkeiten

United Internet hat die taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten unter dem Umweltziel „Klimaschutz“ und „Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft“ anhand der relevanten technischen Bewertungskriterien im Austausch mit den jeweiligen Fachbereichen auf Taxonomiekonformität überprüft.

Bei der Analyse der Wirtschaftstätigkeiten unter dem Umweltziel „Klimaschutz“ und „Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft“ wurden folgende Ergebnisse erzielt.

Tätigkeit 8.1 „Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten

United Internet betreibt für die eigenen Rechenzentren ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach ISO 50001. Mit den vorhandenen Maßnahmen sind die technischen Bewertungskriterien der EU-Taxonomie jedoch nicht ausreichend erfüllt, da u. a. eine Verifizierung der Kriterien des EU-Verhaltenskodex für die Energieeffizienz von Rechenzentren durch eine unabhängige Stelle nicht durchgeführt wurde. Zudem liegt keine Bestätigung zur Erfüllung der technischen Bewertungskriterien der EU-Taxonomie von den Betreibern der fremden Rechenzentren vor. United Internet weist daher für das Geschäftsjahr 2025 keine Taxonomiekonformität unter Tätigkeit 8.1 aus.

Tätigkeit 5.4 „Verkauf von Gebrauchtwaren“

United Internet vertreibt wiederaufbereitete Smartphones an Kundinnen und Kunden als Gebrauchtwaren. Trotz umfassender Maßnahmen im Bereich Recyclingmaterial sind die technischen Bewertungskriterien nicht erfüllt, da die gesetzlichen Anforderungen der EU-Taxonomie an einen Abfallbewirtschaftungsplan nicht abgedeckt sind. United Internet weist aufgrund dessen für das Geschäftsjahr 2025 keine Taxonomiekonformität für die Tätigkeit 5.4 aus.

Anmerkungen zu Querschnitts- bzw. Infrastrukturtätigkeiten

Es handelt sich bei den Investitions- bzw. Betriebsausgaben in Verbindung mit Querschnitts- bzw. Infrastrukturtätigkeiten zum einen um den Erwerb von Produktion aus taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten sowie zum anderen um einzelne Maßnahmen, durch die die Zieltätigkeiten kohlenstoffarm ausgeführt werden oder der Ausstoß von Treibhausgasen gesenkt wird. Diese Investitions- und Betriebsausgaben sind damit auf das Umweltziel „Klimaschutz“ begrenzt („Kategorie (c)“).

Zur Erfüllung der Taxonomiekonformität beim Erwerb von Produktion aus taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten ist eine Nachweiserbringung der Partnerunternehmen erforderlich. Für die Investitions- und Betriebsausgaben in Zusammenhang mit den Wirtschaftstätigkeiten CCM 6.5, CCM 7.3, CCM 7.7 und CE 1.2 wurden diese Nachweise von den Partnerunternehmen angefragt. Nach aktuellem Stand liegen keine hinreichenden Nachweise zur Erfüllung der geforderten Kriterien vor. Die entsprechenden Ausgaben werden somit für das Geschäftsjahr 2025 als nicht taxonomiekonform ausgewiesen.

Hinweise zu den Kennzahlen

Gemäß der Bekanntmachung der Kommission (C/2023/305 (FAQ)) hat United Internet bei Tätigkeiten, die für die Geschäftstätigkeit nicht wesentlich sind, aufgrund fehlender Daten und Nachweise über die Einhaltung der technischen Bewertungskriterien auf eine Konformitätsprüfung verzichtet.

Erläuterungen zu den Kennzahlen

Die gemäß den Vorgaben der EU-Taxonomie-Verordnung berichteten Kennzahlen Umsatz, CapEx (Capital Expenditures = Investitionsausgaben) und OpEx (Operational Expenditures = Betriebsausgaben) basieren auf den Zahlen des Konzernabschlusses der United Internet AG. Dieser wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den nach § 315e Absatz 1 HGB ergänzend zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt.

Die ermittelten, mit einer taxonomiefähigen Aktivität verbundenen Umsätze, CapEx und OpEx sowie die herangezogenen Gesamtbeträge wurden mit der entsprechenden Grundgesamtheit auf Konzernebene abgestimmt. Dadurch konnten Doppelzählungen kontrolliert und ausgeschlossen werden.

Umsatz

Die Umsatzerlöse umfassen laut dem Delegierten Rechtsakt zu den Berichtspflichten die nach IAS 1.82 (a) berichteten Erträge. Die für den United Internet Konzern angegebene Umsatzkennzahl stellt das Verhältnis der Umsatzerlöse aus taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten zu den Gesamtumsatzerlösen dar. Die Gesamtumsatzerlöse können der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzernabschlusses der United Internet AG unter „Erläuterung zur Gewinn- und Verlustrechnung – 5. Umsatzerlöse / Segmentberichterstattung“ entnommen werden. Der Nenner der Umsatzkennzahl basiert auf dem konsolidierten Nettoumsatz.

Der Zähler der Umsatzkennzahl ist der Teil des Nettoumsatzes mit Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind. Die Produkte in Verbindung mit Rechenzentren sowie der Verkauf von wiederaufbereiteten Geräten sind derzeit die einzigen umsatzgenerierenden Aktivitäten von United Internet, die taxonomiefähig sind. In den betroffenen Segmenten wurden jene Produkt- und Tarifumsätze, die in Verbindung mit der Tätigkeit 8.1 „Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten“ oder mit der Tätigkeit 5.4 „Verkauf von Gebrauchtwaren“ stehen, entsprechend zugeordnet. Für das Geschäftsjahr 2025 beträgt der Anteil der taxonomiefähigen Umsätze am Gesamtumsatz 24,0 %. Es können keine taxonomiekonformen Umsatzerlöse ausgewiesen werden.

CapEx

Die Basis der CapEx-Kennzahl sind die Zugänge an Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten im betrachteten Geschäftsjahr vor Abschreibungen und etwaigen Neubewertungen für das betreffende Geschäftsjahr sowie ohne Änderungen des beizulegenden Zeitwerts (insbesondere unter Anwendung von IAS 16 und 38 sowie IFRS 16 „Leasingverhältnisse“ mit Nutzungsrechten an Leasinggegenständen). Die für die EU-Taxonomie herangezogenen Gesamtinvestitionsausgaben werden im Konzernabschluss unter „Erläuterung zur Gewinn- und Verlustrechnung – 5. Umsatzerlöse / Segmentberichterstattung“ in der Tabellenzeile „Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (ohne Firmenwerte)“ in der letzten Spalte „United Internet Gruppe“ ausgewiesen. Diese Investitionsausgaben stellen den Nenner der CapEx-Kennzahl dar.

Der Zähler der CapEx-Kennzahl entspricht den Anteilen des Nenners, die

  • sich auf Vermögenswerte oder Prozesse beziehen, die mit taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind („Kategorie (a)“), oder
  • sich auf den Erwerb von Produktion aus taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten und einzelne Maßnahmen beziehen, durch die die Zieltätigkeiten kohlenstoffarm ausgeführt werden oder der Ausstoß von Treibhausgasen gesenkt wird („Kategorie (c)“).

Anhand der Anlagenklassen konnten die Investitionen den entsprechenden Taxonomie-Tätigkeiten zugeordnet werden. Bei der Anlagenklasse „Leasing IFRS 16“ wurde zudem zwischen Gebäuden und Rechenzentren unterschieden. Investitionsausgaben dieser Anlagenklassen wurden grundsätzlich der Wirtschaftstätigkeit 7.7 „Erwerb von und Eigentum an Gebäuden“ zugeordnet. Wenn diese Investitionsausgaben im Zusammenhang mit Rechenzentren stehen, erfolgte eine Zuordnung zu der Wirtschaftstätigkeit 8.1 „Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten“. Für das Geschäftsjahr 2025 beträgt der Anteil der taxonomiefähigen Investitionen 24,0 %. Es können keine taxonomiekonformen Investitionen ausgewiesen werden.

OpEx

Die Basis der OpEx-Kennzahl stellen die direkten, nicht aktivierten Kosten für Forschung und Entwicklung (F&E), Gebäudesanierungsmaßnahmen, kurzfristige Leasingverhältnisse (Short Term Leasing), Wartung und Instandhaltung von Sachanlagen durch das Unternehmen oder durch Dritte dar, die notwendig sind, um die fortlaufende Funktionsfähigkeit dieser Anlagen zu gewährleisten. Schulungskosten sind gemäß der DelVO 2021/2178 im Zähler zu berücksichtigen. Daher sind diese Kostenstellen ebenfalls im Nenner zu inkludieren.

Bei United Internet gibt die OpEx-Kennzahl den Anteil der Betriebsausgaben im Sinne der EU-Taxonomie an, der

  • mit einer taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeit verbunden ist („Kategorie (a)“) oder
  • sich auf den Erwerb von Produktion und einzelne Maßnahmen bezieht, durch die die Zieltätigkeit kohlenstoffarm ausgeführt oder der Ausstoß von Treibhausgasen gesenkt wird, sowie auf einzelne Gebäudesanierungsmaßnahmen („Kategorie (c)“).

Zur Bestimmung des taxonomiefähigen Anteils von United Internet wurden die entsprechenden Kostenstellen für Gebäudesanierungsmaßnahmen und kurzfristiges Leasing sowie Wartungs- und Instandhaltungsaufwendungen analysiert. Für das Geschäftsjahr 2025 beträgt der Anteil der taxonomiefähigen Betriebsausgaben 21, 2 % . Es können keine taxonomiekonformen Betriebsausgaben ausgewiesen werden.

Kennzahlen gemäß EU-Taxonomie

Der Vorstand der IONOS Group SE hat im September 2025 entschieden, die Sedo GmbH nebst Tochterunternehmen („Sedo“) und somit das Geschäftsfeld „AdTech“ zum Verkauf zu stellen. Im Rahmen der EU-Taxonomie-Berichterstattung sind gemäß den FAQ (Bekanntmachung der Kommission C/2023/305), die am 20. Oktober 2023 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht wurden, die Umsatzerlöse der Sedo GmbH nicht in den Umsatzkennzahlen für 2025 auszuweisen. Die Betriebsausgaben der Sedo GmbH sind in der OpEx-Kennzahl für 2025 vollständig enthalten. Der OpEx-Nenner der EU-Taxonomie basiert auf einer eigenständigen Definition gemäß DelVO 2021/2178 und ist nicht unmittelbar aus der IFRS-Gewinn- und Verlustrechnung abgeleitet. Die Investitionsausgaben der Sedo GmbH sind für den Zeitraum vom 1. Januar 2025 bis zum 30. September 2025 in den CapEx-Kennzahlen berücksichtigt.

in Mio.

in %

in Mio.

in %

in Mio.

in %

Gesamt

6.119,9

100,0

1.119,0

100,0

112,7

100,0

davon nicht taxonomiefähig

4.648,8

76,0

850,2

76,0

88,8

78,8

davon taxonomiefähig

1.471,1

24,0

268,8

24,0

23,9

21,2

CE (1)

1.2 Herstellung von Elektro- und Elektronikgeräten

0,0

0,0

160,2

14,3

1,7

1,5

CE

5.4 Verkauf von Gebrauchtwaren

24,9

0,4

0,0

0,0

0,1

0,1

CCM (2)

6.5 Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen

0,0

0,0

5,4

0,5

1,3

1,2

CCM

7.3 Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten

0,0

0,0

0,0

0,0

0,7

0,6

CCM

7.7 Erwerb von und Eigentum an Gebäuden

0,0

0,0

32,5

2,9

0,0

0,0

CCM

8.1 Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten

1.446,2

23,6

70,7

6,3

20,0

17,8

davon taxonomiekonform

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

Umsatz

Investitionsausgaben

Betriebsausgaben

(1) CE = Circular Economy

(2) CCM = Climate Change Mitigation

Die Kennzahlen gemäß EU-Taxonomie sind im Anhang abgebildet. United Internet ist von keiner Wirtschaftstätigkeit in Zusammenhang mit der Energieerzeugung aus fossilem Gas oder Kernenergie betroffen. Daher wird auf den Ausweis der Meldebögen zwei bis fünf nach dieser Verordnung verzichtet.

Klimawandel

Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen

United Internet hat ihm Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse eine wesentliche Auswirkung für den Klimawandel identifiziert:

Energiebedarf und Treibhausgasemissionen durch das Geschäftsmodell von United Internet

Tatsächliche und potenzielle negative Auswirkung auf die Umwelt

Die Bereitstellung der Internet- und Telekommunikationsdienstleistungen verbraucht Energie und verursacht Treibhausgasemissionen, die den Klimawandel negativ beeinflussen. In der vorgelagerten Lieferkette betrifft dies insbesondere den Ausbau der eigenen Rechenzentren und Netzinfrastruktur sowie eingekaufte Güter und Dienstleistungen einschließlich der damit verbundenen Transportemissionen. Im eigenen Betrieb entstehen Emissionen sowohl durch den Energieverbrauch der unternehmenseigenen Rechenzentren und Mobilfunknetze als auch durch die Bürogebäude und die Mobilität der Mitarbeitenden (Pendelfahrten, Dienstreisen), auch können durch Leckagen Kältemittel in Rechenzentren oder Büros austreten. Der Energiebedarf steigt insgesamt, da die Datenlast und der Bedarf an Telekommunikationsdienstleistungen weiter zunehmen. Nachgelagert entstehen Emissionen durch Endgeräte, mit denen Nutzende auf die Services von United Internet zugreifen.

Vorgelagert,

im eigenen Betrieb, nachgelagert

IRO-Kategorie

Beschreibung des wesentlichen IRO

Wertschöpfungskette

Der Energiebedarf und die Treibhausgasemissionen, die durch das Geschäftsmodell von United Internet entstehen, haben Auswirkungen auf die Strategie. Aus diesem Grund integriert United Internet Klimaschutz in die Geschäftsprozesse, als ein wichtiges Element in der operativen Steuerung. Ein Hauptfokus liegt dabei auf energieeffizientem Handeln. Bereits heute nutzt United Internet erneuerbare Energien in Rechenzentren und Büros, steigert die Effizienz der Rechenzentren durch Virtualisierung und treibt den Ausbau des 5G-Netzes mit Blick auf weitere Effizienzsteigerungen voran. Auswirkungen von Treibhausgasemissionen sowie Energiebedarf werden ebenfalls bei Geschäftsbeziehungen von United Internet relevant und mitbedacht. Momentan sind keine finanziellen Auswirkungen durch die über die Doppelte Wesentlichkeitsanalyse identifizierten Auswirkungen gegeben. Alle weiteren Angaben zur Beschreibung der wesentlichen IROs werden im Kapitel „Allgemeine Angaben“ berichtet.

Ermittlung und Bewertung der wesentlichen klimabezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen

Die klimabezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen wurden im regulären Prozess der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse identifiziert (siehe Kapitel „Allgemeine Angaben Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen“). Zur Sammlung und Bewertung der klimabezogenen IROs wurden interne Expertinnen und Experten, vor allem die Nachhaltigkeitsmanagerinnen und Nachhaltigkeitsmanager der Segmente, sowie relevante Fachabteilungen (wie z. B. Technical Operations) konsultiert.

Im Geschäftsjahr 2024 hat United Internet eine szenariobasierte Klimarisikoanalyse sowohl für physische Risiken als auch Übergangsrisiken innerhalb des eigenen Betriebs und entlang der Wertschöpfungskette durchgeführt. Diese dient als Basis für die Aktualisierung der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse im Geschäftsjahr 2025.

Szenarioanalyse für physische Risiken durch Klimaveränderungen

Im Rahmen der Analyse physischer Risiken wurden insgesamt 27 relevante Standorte identifiziert und hinsichtlich ihrer Gefährdungsexposition untersucht. Hierzu gehören zwölf Bürostandorte, an denen insgesamt 70 % der Mitarbeitenden tätig sind. Der Fokus bei den Technikstandorten lag auf den vier Hauptrechenzentren, die zwar durch ein Redundanzkonzept abgesichert sind, bei gleichzeitigem Ausfall jedoch einen kritischen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit haben könnten. Zudem wurden die durch United Internet betriebenen Rechenzentren, ein Standort für Forschung und Entwicklung und zwei Logistikstandorte einbezogen. Aus der Analyse ausgeschlossen wurden Standorte mit einer geringen Anzahl an Mitarbeitenden sowie Standorte, für die eine ausreichende Absicherung besteht – z. B. ein Redundanzkonzept bei kleinen Rechenzentren oder die Absicherung durch National Roaming für Antennenstandorte. Die nachgelagerte Wertschöpfungskette wurde ebenfalls nicht analysiert, da z. B. die Nutzung digitaler Dienste nicht standortspezifisch ist.

Die Bewertung erfolgte mithilfe der „Location Risk Intelligence Platform“ der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft (Munich Re). Dabei wurden Daten des „Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC) verwendet. Das IPCC ist ein internationales Gremium der Vereinten Nationen, das wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel bewertet. Für die Standorte wurden zur Ermittlung der potenziellen Klimagefahren jeweils verschiedene Zukunftsszenarien für den fortschreitenden Klimawandel angewandt. Der Fokus der Analyse lag für United Internet auf dem sogenannten „SSP5- /RCP8.5-Szenario“. Dieses Zukunftsszenario, das auch Hochkohlenstoffpfad genannt wird, geht von einem globalen Temperaturanstieg von 4,4 °C bis zum Jahr 2100 aus. Das Szenario prognostiziert hohe globale Emissionen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten und ermöglicht so eine detaillierte Bewertung und einen Stresstest für physische Klimarisiken. Die 28 von der EU-Taxonomie und der CSRD definierten klimabezogenen Gefahren wurden anhand spezifischer Indikatoren für jeden Standort projiziert und auf einer Skala von eins (sehr niedrig) bis fünf (sehr hoch) normalisiert. Für diese Analyse hat sich das Unternehmen auf drei zentrale Zeiträume konzentriert: die Gegenwart, die mittelfristige Zukunft (2030) und die langfristige Zukunft (2050).

Um die Netto-Klimarisiken aus den Klimagefahren abzuleiten, wurde definiert, dass bei einer hohen (4) oder sehr hohen (5) Gefährdungsexposition eine Gefahr besteht, unabhängig vom prognostizierten Eintrittszeitraum. Für jeden Standort wurde je Gefahr bewertet, ob prinzipiell eine Exposition besteht – also ob die Unternehmensressourcen des Standorts einer Gefahr ausgesetzt sein könnten – und wie sensitiv die Unternehmensressourcen gegenüber der jeweiligen Gefahr sind. Dabei wurden folgende Brutto-Gefahren für Büro- und Technikstandorte in Deutschland identifiziert:

¾ Kältefrost

¾ Temperaturveränderungen

¾ Bodensenkungen

¾ Wasserknappheit

¾ Bodenerosion

¾ Dürre

¾ Flut

Für Standorte im Ausland wurden zu den bereits genannten Gefahren noch weitere Bruttorisiken identifiziert:

¾ Hitzewellen

¾ Hitzestress

¾ Starkniederschläge

¾ Salzwasserintrusion

¾ Tornados

Diese Gefahren wurden folgend genauer untersucht. Im Falle bereits genügender, bestehender Anpassungsmöglichkeiten und Vorkehrungsmaßnahmen erfolgte keine weitere Bewertung der Klimagefahr, da kein Netto-Klimarisiko identifiziert wurde.

United Internet hat bereits umfassende Vorkehrungsmaßnahmen getroffen. So ermöglicht die Nutzung der internen Cover-Day-Regelung die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs bei klimabedingten Beeinträchtigungen wie Frost, Bodensenkungen oder Wasserknappheit. Die Cover-Day-Regelung ermöglicht Mitarbeitenden, bis zu zwei Tage pro Woche mobil zu arbeiten. Dadurch kann der Geschäftsbetrieb auch außerhalb des Bürostandorts aufrechterhalten werden. Da sämtliche Bürostandorte angemietet sind, obliegen sowohl die bauliche Instandhaltung als auch finanzielle Risiken aufgrund von klimabedingten Gebäudeschäden in erster Linie den jeweiligen Vermietungsgesellschaften. Die Standorte sind mit Heiz- und Klimatisierungssystemen ausgestattet, wodurch potenzielle Auswirkungen von Hitzeereignissen und Temperaturveränderungen auf die Mitarbeitenden wirksam begrenzt werden.

Auch Auslandsstandorte greifen auf solche Maßnahmen zurück. Der Standort Lenexa wurde bspw. besonders flach, massiv und inkl. eines Schutzbereichs errichtet, um so die Auswirkungen extremer Wetterereignisse wie Tornados zu minimieren.

Aufgrund der umfassenden Vorkehrungsmaßnahmen wurden für United Internet im Rahmen der Klimarisikoanalyse keine Netto-Klimarisiken identifiziert.

Szenarioanalyse für transitorische Risiken durch Maßnahmen zum Klimaschutz

Im Hinblick auf die Übergangsrisiken und -chancen wurde eine Analyse basierend auf einem Szenario durchgeführt, das eine erfolgreiche Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 °C annimmt. Dieses Szenario berücksichtigt Faktoren wie regulatorische Entwicklungen, wirtschaftliche Trends, technologische Fortschritte sowie ein verändertes Verbraucherverhalten. Es ist als Stresstest für transitorische Risiken geeignet. Wo verfügbar und erforderlich, wurden Daten aus 1,5°-bzw. Netto-Null-Szenarien von Quellen wie der International Energy Agency (IEA) und dem „Network for Greening the Financial System“ (NGFS) verwendet. Zur Identifikation von Übergangsrisiken und -chancen wurde eine umfassende Liste erstellt, die auf Industriestandards, Best Practices und Recherche basiert und an das spezifische Geschäftsmodell von United Internet angepasst wurde. Die Risiken wurden in vier Hauptkategorien unterteilt: Politik & Recht, Technologie, Markt und Reputation.

Nach der Identifikation der Risiken und Chancen wurden die Exposition und die Sensitivität des Unternehmens gegenüber diesen Bruttorisiken und -chancen durch Corporate Sustainability und die Nachhaltigkeitsmanagerinnen und Nachhaltigkeitsmanager der Segmente bewertet. Dabei wurde die Exposition der Risiken auf einer fünfstufigen Skala (von „keine Exposition“ bis „sehr hohe Exposition“) eingestuft. Das Ausmaß der Exposition wurde danach bewertet, wie sehr United Internet von dem Risiko oder der Chance betroffen ist – gemessen an der Wertschöpfung des gesamten Unternehmens. Dies wurde z. B. danach beurteilt, wie viele Segmente des Unternehmens dem Risiko ausgesetzt sind. Neben der Exposition wurde auch die Sensitivität gegenüber dem Risiko oder der Chance bewertet. Hierbei wurde beurteilt, wie stark die potenziellen Auswirkungen beim Eintritt des Risikos bzw. der Chance auf das Unternehmen wären. Wenn möglich, wurden hierfür bereits Prognosen für die finanziellen Auswirkungen (gemessen am EBIT) herangezogen, um eine fundiertere Schätzung der Sensitivität angeben zu können. Die Bewertung der Übergangsrisiken und -chancen erfolgte in der zeitlichen Perspektive im Einklang mit der Wesentlichkeitsbewertung: weniger als zwei Jahre (kurzfristig), zwei bis fünf Jahre (mittelfristig) und mehr als fünf Jahre (langfristig).

Wenn die Beurteilungen bei den Faktoren Exposition oder Sensitivität einen Schwellenwert überschritten, wurde das Risiko bzw. die Chance als wesentliches Bruttorisiko bzw. wesentliche Bruttochance eingestuft. Die Ergebnisse fließen künftig in die strategische Planung des Unternehmens ein, um robuste Maßnahmen zur Risikominimierung und Nutzung von Chancen durch den Klimawandel zu entwickeln.

Im Rahmen der Finanzberichterstattung von United Internet wurden bisher standortbezogene, kritische klimabezogene Annahmen behandelt, zu denen Naturkatastrophen und physische Klimarisiken zählen. Diese sind in Teilen mit denen der physischen Klimarisikoanalyse kompatibel. Die Klimarisikoanalyse trifft im Rahmen des SSP5- / RCP8.5-Szenarios zwar extremere Annahmen, weicht in den Ergebnissen jedoch nur marginal ab. Transitorische Risiken, die sich aufgrund von Maßnahmen zum Klimaschutz in einem 1,5°-Szenario ergeben, werden nur in der Klimarisikoanalyse der Nachhaltigkeitserklärung betrachtet, nicht aber in der Finanzberichterstattung.

Resilienzanalyse

Für die Resilienzanalyse hat United Internet wesentliche Bruttorisiken, die sich aus der Klimarisikoanalyse ergeben haben, betrachtet. Diese Risiken schließen alle wesentlichen Teile der vorgelagerten, eigenen und nachgelagerten Wertschöpfungskette mit ein. Die physische Klimarisikoanalyse der standortbezogenen Klimarisiken hat ergeben, dass die wesentlichen Standorte von United Internet aktuell keinen Netto-Klimarisiken ausgesetzt sind. Durch die Analyse der Übergangsrisiken infolge von Maßnahmen zum Klimaschutz basierend auf dem 1,5°-Szenario wurden drei wesentliche transitorische Risiken festgestellt.

Als wesentliche transitorische Risiken wurden

¾ steigende Beschaffungskosten, u. a. für Hardware, infolge steigender Rohstoffpreise aufgrund von Nachhaltigkeitsregulatorik und Emissionskosten,

¾ Kundenverluste durch unzureichende Nachhaltigkeitsinitiativen, durch die Nichterreichung von Klimazielen, durch umweltfreundlichere alternative Anbieter und durch Greenwashing-Vorwürfe aufgrund intransparenter Berichterstattung sowie

¾ Einschränkungen in der Lieferkette infolge von Nachhaltigkeitsregulatorik

identifiziert. Diese Risiken wurden in die Doppelte Wesentlichkeitsanalyse übergeleitet.

Klimastrategie und Transitionsplan für den Klimaschutz

Der Klimatransitionsplan fasst bestehende sowie geplante Aktivitäten zusammen, definiert Reduktionsziele und bildet damit einen strategischen Rahmen für die Reduktion von Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen).

Im Geschäftsjahr 2025 hat sich United Internet intensiv mit der Entwicklung des Klimatransitionsplans befasst. In diesem Zuge wurde erfolgreich eine konzernweite Klimastrategie für die betriebsbedingten Emissionen, also Scope 1 und 2, erarbeitet. Mit dieser Strategie leistet United Internet einen Beitrag zum Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft sowie zur Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 °C. Vor diesem Hintergrund hat sich United Internet im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen sowie den Vorgaben der Verordnung (EU) 2021/1119 zur Erreichung der Netto-Null-Emissionen bis 2045 verpflichtet. Um die Erreichung der Netto-Null-Emissionen bis 2045 für Scope 1 und 2 sicherzustellen, wurden ebenfalls Zwischenziele zur Reduktion der Treibhausgasemissionen im Geschäftsbetrieb definiert. Details dazu finden sich im Kapitel „Ziele“. Der Zielpfad ist zudem mit dem deutschen nationalen Reduktionsziel harmonisiert, welches ebenfalls Netto-Null-Emissionen bis 2045 vorsieht.

Zur Erreichung der Klimaziele setzt United Internet auf den Einsatz erneuerbarer Energien, die Verwendung von emissionsärmeren alternativen Energieträgern sowie die Steigerung der Energieeffizienz im eigenen Geschäftsbetrieb. Diese Maßnahmen werden im Kapitel „Maßnahmen“ beschrieben.

Die „Locked-in Emissions“, also künftige Emissionen, die durch bereits bestehende oder geplante Anlagen und Infrastrukturen unvermeidlich sind, wurden für die wesentlichen Vermögenswerte von United Internet bislang nicht bestimmt. Gründe dafür sind die hohe Komplexität der Datenerhebung sowie fehlende geeignete Berechnungsmethoden. Ab dem Geschäftsjahr 2026 wird mit dem Schließen dieser Datenlücke begonnen, um den Stakeholderinnen und Stakeholdern künftig ein ganzheitliches Bild der eingeschlossenen Emissionen zu vermitteln sowie den Einfluss der Emissionen auf die Emissionsreduktionsziele abzuschätzen.

Für die Erreichung der gesetzten Klimaziele werden bis 2045 Investitionen in Höhe eines mittleren einstelligen Millionenbetrags erwartet. Im Geschäftsjahr 2025 fielen keine signifikanten CapEx-Beträge an, die im Zusammenhang mit Investitionen in Wirtschaftstätigkeiten in den Bereichen Kohle, Öl und Gas standen. Die Kosten für Dekarbonisierungsmaßnahmen, insbesondere für Maßnahmen mit einem Umsetzungshorizont in der ferneren Zukunft, wurden bislang nur grob abgeschätzt und werden im Zeitverlauf weiter präzisiert. Wie im Lagebericht beschrieben, bestehen derzeit keine Liquiditätsengpässe.

Die Integration von Nachhaltigkeit und Klimaschutz in die Geschäftsprozesse von United Internet ist, wie in Kapitel „Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen“ beschrieben, ein wichtiges Element der operativen Steuerung des Unternehmens. Diese Ausrichtung bietet die Grundlage für die zukünftige Ausgestaltung einer nachhaltigen und CO 2 -armen Geschäftstätigkeit.

Die oberste operative Verantwortlichkeit für alle Strategien und Maßnahmen zum Klimaschutz trägt der United Internet Finanzvorstand. Die Klimastrategie wurde durch den Vorstand und Aufsichtsrat offiziell verabschiedet. Weitere Informationen dazu finden sich im Kapitel „Allgemeine Angaben – Anforderungen an die Zusammensetzung des Gesamtgremiums“.

Im Geschäftsjahr 2025 wurde die Grundlage für den Klimatransitionsplan gelegt. In den kommenden Geschäftsjahren liegt der Fokus auf der Umsetzung der definierten Maßnahmen sowie auf der systematischen Erfassung und Nachverfolgung der Fortschritte. Die Aktualisierung und Quantifizierung erfolgt dabei jährlich.

Da die Emissionen entlang der Wertschöpfungskette einen wesentlichen Anteil an den Gesamtemissionen ausmachen, erarbeitet United Internet ebenfalls eine konzernweite Klimastrategie für Scope 3, einschließlich Klimazielen und Dekarbonisierungsmaßnahmen. Die Segmente weisen bereits unterschiedliche Reifegrade ihrer Scope-3-Klimastrategie auf, die im nächsten Geschäftsjahr gebündelt und konsolidiert werden. Auf dieser Basis ist vorgesehen, den übergeordneten Klimatransitionsplan im Geschäftsjahr 2026 zu finalisieren und zu veröffentlichen.

Richtlinien

Reiserichtlinie

IRO - Bezug: Energiebedarf und Treibhausgasemissionen durch das Geschäftsmodell von United Internet

Inlandsflugverbot für Reisen in Deutschland

Konzernweit für alle Mitarbeitenden

Vorstand Shared Services / HR / Commercial and ICS Services

Dienst wagenrichtlinie

IRO - Bezug: Energiebedarf und Treibhausgasemissionen durch das Geschäftsmodell von United Internet

Elektrifizierung des Fuhrparks

Für deutsche Gesellschaften, alle Mitarbeitenden mit Dienstwagen-Zugang.

Commercial Services

Anlage zur Einkauf-Richtlinie für die 1&1 Mobilfunk GmbH
IRO-Bezug: Energiebedarf und Treibhausgasemissionen durch das Geschäftsmodell von United Internet

Ressourcenschonung und Energieeffizienz bei der Beschaffung

Diese Anlage ergänzt die bestehende Einkauf-Richtlinie von United Internet und findet ausschließlich Anwendung für die 1&1 Mobilfunk GmbH.

Einkaufsorganisation

ISO 50001

Integrierte Managementsystemrichtlinie für das Segment „Business Applications“

IRO-Bezug: Energiebedarf und Treibhausgasemissionen durch das Geschäftsmodell von United Internet

Energiemanagement: kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz des Betriebs der Rechenzentren

Umweltmanagement: negative Umweltauswirkungen durch den Betrieb dauerhaft minimieren bzw. vermeiden

Entwicklung und Betrieb von Rechenzentren für Internet-Produkte und -Dienstleistungen innerhalb des Segments „Business Applications“

TechOps DC

ISO 14001

ISO 50001

Ziel der Richtlinie

Geltungsbereich

Verantwortlicher Fachbereich

Nationale und internationale Standards und Gesetzgebung

Reiserichtlinie

Im Geschäftsjahr 2025 hat United Internet eine konzernweite Anpassung der Reiserichtlinie beschlossen. Die Richtlinie umfasst ein generelles Verbot von Inlandsflügen innerhalb Deutschlands und ist über das Buchungssystem SAP Concur umgesetzt. In der Software sind Inlandsflüge nicht buchbar, Ausnahmen können nur gebucht werden, wenn eine Begründung für eine Ausnahmeregelung besteht. In diesem Fall ist die Prüfung durch den Fachbereich „Fleet & Travel“ sowie die Freigabe durch die Vorgesetzte bzw. den Vorgesetzten und den Fachbereichsvorstand erforderlich. Mit der überarbeiteten Richtlinie sollen Treibhausgasemissionen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette reduziert werden. Die Richtlinie leistet damit einen direkten Beitrag zum Klimaschutz.

Dienstwagenrichtlinie

Auf Grundlage der Dienstwagenrichtlinie wird die Fahrzeugflotte bis 2030 schrittweise elektrifiziert. Die Umsetzung wird über den internen Dienstwagen-Konfigurator gesteuert und überwacht. Seit 2025 können ausschließlich Elektrodienstwagen bestellt werden, Ausnahmen müssen explizit begründet und genehmigt werden. Die Förderung der Elektromobilität trägt direkt zum Klimaschutz bei. Die Scope-1-Emissionen werden durch die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte reduziert, während der Stromverbrauch und damit die Scope-2-Emissionen ansteigen. Aufgrund der höheren Effizienz von Elektrofahrzeugen werden jedoch insgesamt Emissionen eingespart. Langfristig soll die Richtlinie zusätzlich zur Emissionsreduktion in Scope 2 beitragen, da United Internet eine umfassende Nutzung erneuerbarer Energien anstrebt. Die Richtlinie gilt für alle Mitarbeitenden mit Dienstwagenzugang. Für ausländische Gesellschaften findet die Richtlinie keine Anwendung. Um eine reibungslose Umstellung von Verbrennerfahrzeugen auf Elektroautos zu unterstützen, werden Zuschüsse für die Installation einer Ladeinfrastruktur im Eigenheim bereitgestellt.

Anlage zur Einkauf-Richtlinie für die 1&1 Mobilfunk GmbH

Die 1&1 Mobilfunk GmbH des Segments „Consumer Access“ bildet gemeinsam mit ihrer Tochtergesellschaft alle Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Bau und Betrieb des eigenen 1&1 Mobilfunknetzes ab. Die 1&1 Mobilfunk GmbH betreibt ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001:2018. Die Richtlinie „Anlage zur Einkauf-Richtlinie für die 1&1 Mobilfunk GmbH“ ergänzt die bestehende Einkauf-Richtlinie von United Internet und findet ausschließlich für die 1&1 Mobilfunk GmbH Anwendung. Die Anlage verfolgt das Ziel, die Beschaffung von Waren und Dienstleistungen über den Zentraleinkauf von United Internet als aktiven Hebel zur Erreichung der unternehmensweiten Nachhaltigkeits- und Energieziele zu nutzen. Durch die systematische Berücksichtigung von Energieeffizienzkriterien in allen Phasen des Beschaffungsprozesses sollen künftig Ressourcen geschont und der Energieverbrauch gesenkt, transparente und nachvollziehbare Entscheidungen im Einkauf ermöglicht sowie in Lieferantenbeziehungen die Energieeffizienz verstärkt berücksichtigt werden. Die Einhaltung der ergänzenden Beschaffungsrichtlinie wird durch ihre verbindliche Integration in die Beschaffungsprozesse sichergestellt werden. Relevante energiebezogene Kriterien werden bei geeigneten Beschaffungsentscheidungen berücksichtigt werden. Die Umsetzung sowie die Dokumentation der Anwendung der Richtlinie werden durch das interne Energiemanagement begleitet.

Integrierte Managementsystemrichtlinie für das Segment „Business Applications“

Das Segment „Business Applications“ betreibt ein Energie- und Umweltmanagementsystem nach ISO 50001 und ISO 14001 für die eigenen Rechenzentren, deren Grundsätze in einer integrierten Managementsystemrichtlinie festgelegt sind.

Das übergreifende Ziel der Richtlinie im Bereich des Energiemanagements ist eine kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz von Rechenzentren. Dafür werden auch Unterziele festgelegt, wie z. B. die Minimierung des wichtigen Kennwerts „Power Usage Effectiveness“ (PUE), der die Energieeffizienz anhand des Verhältnisses zwischen dem Gesamtenergieverbrauch und dem Energieverbrauch ausschließlich für die IT-Technik aufzeigt.

Ziel der Richtlinie im Bereich des Umweltmanagements ist es, negative Auswirkungen durch den Betrieb dauerhaft zu minimieren bzw. zu vermeiden. Dazu zählen bspw. die Treibhausgasemissionen, deren Minimierung anhand des Kennwerts „Carbon Usage Effectiveness“ (CUE) gemessen wird.

Durch das Energiemanagementsystem und das Umweltmanagementsystem werden jährlich Managementberichte erstellt, mit denen überwacht wird, inwieweit die Systeme die festgelegten Ziele erfüllt haben. Die Richtlinie fördert somit die Senkung der betriebseigenen Energieverbräuche und Treibhausgasemissionen, was sich positiv auf den Klimaschutz auswirkt.

Maßnahmen

Maßnahmen zur Auswirkung „Energiebedarf und Treibhausgasemissionen durch das Geschäftsmodell von United Internet“

Im Zusammenhang mit der Klimastrategie wurden verschiedene Dekarbonisierungsmaßnahmen identifiziert. Diese können nach den folgenden Dekarbonisierungshebeln unterteilt werden:

  • Nutzung erneuerbarer Energien
  • Energieeffizienz
  • Energieträgerwechsel
  • Die genannten Hebel zielen darauf ab, die Scope-1- und Scope-2-Emissionen zu verringern. Bei der Maßnahmenentwicklung wurde ein expliziter Bezug zu den wesentlichen Auswirkungen der Geschäftstätigkeiten von United Internet hergestellt, die im Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse identifiziert wurden. Die Einbindung der Unternehmensführung erfolgt einheitlich und ist im Kapitel „Allgemeine Angaben Due Diligence bei United Internet“ dokumentiert. Die CO 2 -Einsparpotenziale der Maßnahmen, die Ziele sowie die Bilanzierung werden in Tonnen CO 2 -Äquivalenten (t CO 2 e) ausgedrückt.

Reduktion von CO 2 -Emissionen durch Elektrifizierung der Fahrzeugflotte

Die Emissionen der Fahrzeugflotte stellen einen wesentlichen Anteil der Scope-1-Emissionen dar. Durch die Dienstwagenrichtlinie wird die Fahrzeugflotte bis 2030 schrittweise elektrifiziert. Zusätzlich stellt United Internet eine flächendeckende Ladeinfrastruktur an den Standorten bereit.

Das freigegebene CapEx-Budget beläuft sich hierbei auf 1,2 Mio €. Im Geschäftsjahr 2025 wurden dafür die ersten Investitionen in Höhe von 250.000 € durchgeführt. Es wird erwartet, dass diese Maßnahme mittelfristig zu einer Verringerung der THG-Emissionen in Höhe von ca. 3.000 t CO 2 e führt.

Reduktion von CO 2 -Emissionen durch Nutzung erneuerbarer Energien

United Internet setzt seit 2018 an fast allen deutschen Standorten auf Strom aus erneuerbaren Energien, um die Scope-2-Emissionen zu reduzieren. Bis Ende 2024 wurden hierfür Grünstromzertifikate von verschiedenen Anbietern genutzt. Ab 2025 wurde die Strombelieferung konzernweit weitestgehend gebündelt. Ein Großteil der Grünstromzertifikate erfolgt aus erneuerbaren Quellen auf Basis von Wasserkraft. Zur Setzung eines langfristigen Signals wurden die Lieferverträge für mindestens drei Jahre abgeschlossen, in einzelnen Segmenten auch mit unbegrenzter Laufzeit.

Zur weiteren Reduktion der Scope-2-Emissionen werden die verbleibenden Graustrombezüge für Auslandsstandorte, Co-Locations der Rechenzentren sowie die Fahrzeugflotte schrittweise auf Strom aus erneuerbaren Energien umgestellt. In diesem Zusammenhang werden Emissionsminderungen von rund 1.200 t CO 2 e erwartet. Die Umstellung soll bis 2030 abgeschlossen sein und ist ausschließlich mit laufenden Betriebskosten verbunden, erhebliche Investitionsausgaben fallen nicht an.

Um die Qualität des Gesamtstrombezugs weiter zu optimieren, setzt United Internet auf Strom aus eigener, regenerativer Erzeugung. Bis 2025 wurden im Segment „Business Applications“ für drei Rechenzentren Photovoltaikanlagen installiert. Zusätzlich wurde im Geschäftsjahr 2025 im Rahmen eines Pilotprojekts eine Photovoltaikanlage am Standort Montabaur installiert, welche ab 2026 in die Stromerzeugung eingebunden wird.

Reduktion von CO 2 -Emissionen durch Wechsel auf emissionsfreundlichere Kraftstoffe für Notstromgeneratoren für Rechenzentren und Technikstandorte

Für den Betrieb von Rechenzentren und Technikstandorten sind Notstromaggregate erforderlich, um im Falle eines Stromausfalls ein stabiles Netz und eine stabile Server-Verbindung sicherzustellen. Diese Aggregate werden derzeit mit fossilen Energieträgern betrieben. Die Umstellung auf Biokraftstoffe stellt einen wesentlichen Dekarbonisierungshebel für die Segmente „Business Applications“ und „Consumer Access“ und damit für United Internet insgesamt dar. Bis 2030 ist eine schrittweise Umstellung von Diesel oder Heizöl auf Biodiesel oder Hydrotreated Vegetable Oil (HVO) vorgesehen. Durch diese Maßnahme können die Scope-1-Emissionen um rund 800 t CO 2 e weiter reduziert werden.

Die Umsetzung der Maßnahme im Segment „Business Applications“ begann bereits im Geschäftsjahr 2024 mit der Umstellung eines Rechenzentrums. Im Geschäftsjahr 2025 konnten dabei erhebliche Fortschritte erzielt werden, sodass sechs der neun eigenen Rechenzentren auf den Einsatz von Biokraftstoffen umgestellt wurden. Der Wechsel von fossilen Energieträgern auf Biokraftstoffe erfolgt durch eine schrittweise Nachbefüllung der Tanks, sodass keine technischen Umbauten erforderlich sind. Infolgedessen fallen weder CapEx-Kosten noch erhebliche zusätzliche OpEx-Kosten an.

Reduktion von CO 2 -Emissionen durch die marktbedingte Emissionsentwicklung von Fernwärme

United Internet nutzt an rund einem Drittel der Standorte Fernwärme zur Wärmeversorgung. Vor diesem Hintergrund ist die zukünftige Entwicklung der mit Fernwärme verbundenen Emissionen für das Unternehmen von Relevanz. Da sich Deutschland das Ziel gesetzt hat, bis 2045 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, treiben viele Fernwärmeversorger bereits die Reduktion ihrer Emissionen sowie die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien für die Fernwärmezufuhr voran. Durch den direkten Austausch mit den jeweiligen Versorgern konnte für die Bürogebäude von United Internet eine Emissionsreduktion des Fernwärmeverbrauchs bis 2045 abgeschätzt werden. Demnach können die Scope-2-Emissionen im Zeitraum von 2023 bis 2045 um rund 1.450 t CO 2 e reduziert werden. Da diese Entwicklung überwiegend marktgetrieben ist, fallen weder zusätzliche Investitionsausgaben noch erhöhte Betriebskosten an. Da der erneuerbare Anteil der Fernwärme voraussichtlich bis 2045 auf 100 % steigen wird, wird diese Maßnahme dem Dekarbonisierungshebel „Nutzung erneuerbarer Energien“ zugeordnet.

Reduktion von CO 2 -Emissionen durch die Verbesserung von Kältemittel-Leckagen

Ein weiterer Ansatz von United Internet ist die systematische Reduktion von Kältemittel-Leckagen. Zur Identifikation dieser Leckagen wurde für die deutschen Bürostandorte ein externes Dienstleistungsunternehmen damit beauftragt, die Datenqualität der erfassten Leckagen deutlich zu verbessern. Für Technikstandorte und Rechenzentren sind zudem Umweltmanagementsysteme installiert, die der Überwachung und Reduktion von Kältemittel-Leckagen dienen. So können Emissionen in Scope 1 reduziert werden. Das erwartete Einsparpotenzial liegt bei rund 640 t CO 2 e, wobei es sich aufgrund der derzeit begrenzten Datenbasis um eine grobe Abschätzung handelt. Für diese Maßnahme fallen weder erhebliche Investitionsausgaben noch zusätzliche Betriebskosten an.

Ausblick: weitere angedachte Dekarbonisierungshebel

Um die Treibhausgasemissionen bis 2045 möglichst umfassend zu reduzieren, sind weitere Maßnahmen geplant, die sich derzeit noch in einer frühen Planungsphase befinden. United Internet plant u. a. den Einsatz von Wärmepumpen als Ersatz für die bisherige Wärmezufuhr durch Erdgas. Diese Maßnahme erfordert bauliche Anpassungen und muss für jeden Bürostandort individuell bewertet werden, um verlässliche Abschätzungen zu den erforderlichen Investitionskosten sowie Reduktionspotenzialen zu ermöglichen. Eine weitere geplante Maßnahme, die bauliche Eingriffe erfordert, ist der Austausch bestehender Kühlsysteme durch emissionsfreundlichere Varianten. Dadurch können an den Standorten Kältemittel mit deutlich geringerem Emissionsfaktor eingesetzt werden. Auch diese Maßnahme wird standortspezifisch bewertet, um belastbare Aussagen zu Kosten und Emissionseinsparpotenzialen treffen zu können.

Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz

Neben der Nutzung erneuerbarer Energien ist die Steigerung der Energieeffizienz ein zentraler Hebel zur Förderung der Dekarbonisierung des eigenen Geschäftsbetriebs. Energie- und Umweltmanagementsysteme dienen dabei als Instrumente, um die Energieeffizienz systematisch zu erhöhen.

United Internet hat für energieintensive Unternehmensbereiche Managementsysteme nach den ISO-Normen 50001 und 14001 implementiert, mit besonderem Fokus auf eigenen Rechenzentren. Die Anwendung dieser Systeme wird über die Richtlinie zum integrierten Managementsystem gesteuert (siehe Kapitel „Richtlinie“). Durch den Einsatz der Managementsysteme lassen sich belastbare Aussagen zur Entwicklung der Energieeffizienz ableiten, bspw. anhand der zentralen PUE-Kennzahl. Auf Grundlage dieser Kennzahl können gezielt Maßnahmen abgeleitet und priorisiert werden. Durch die implementierten Systeme sind Emissionseinsparungen im eigenen Betrieb sowie in der vorgelagerten Wertschöpfungskette zu erwarten. Exakte Potenziale können jedoch erst in den kommenden Geschäftsjahren genauer quantifiziert werden.

Ein weiterer Hebel zur Steigerung der Energieeffizienz liegt in der Optimierung der genutzten IT-Infrastruktur. Hierzu wird durch effiziente Server die Anzahl trotz wachsender Datenmengen reduziert und Umzüge in energieeffizientere Rechenzentren werden gefördert.

Nachhaltigkeitsweiterbildung mit Klimaschwerpunkt für Mitarbeitende

United Internet hat im Geschäftsjahr 2025 eine verpflichtende Nachhaltigkeitsweiterbildung mit Klimaschwerpunkt entwickelt. Das Segment „Business Applications“ verfolgt eine eigene Lernstrategie und ist daher nicht Teil dieser Maßnahme. Die Inhalte wurden in enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Segmenten sowie einem externen Anbieter konzipiert. Ziel der Schulung ist es, alle Mitarbeitenden über den Klimawandel und dessen Folgen zu informieren, das Verständnis für die strategische Ausrichtung von United Internet im Bereich Nachhaltigkeit zu stärken und aufzuzeigen, wie jede Person aktiv zum Klimaschutz beitragen kann. Im Geschäftsjahr 2025 wurden die Inhalte vollständig erarbeitet und im Rahmen eines Testpiloten erfolgreich umgesetzt. Im Geschäftsjahr 2026 soll die Nachhaltigkeitsweiterbildung für alle Beteiligten verpflichtend bereitgestellt werden. Es wird erwartet, dass die Schulung zu einem bewussteren ökologischen Verhalten beiträgt und daraus mögliche positive Auswirkungen auf die Emissionsreduktion entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie im eigenen Betrieb entstehen.

Ziele

Ziele zur Auswirkung „Energiebedarf und Treibhausgasemissionen durch das Geschäftsmodell von United Internet“

Die Reduktion von Treibhausgasemissionen steht im Mittelpunkt der Klimastrategie von United Internet. Mit der Festlegung wissenschaftlich fundierter Ziele verfolgt United Internet das übergeordnete Ziel, einen Beitrag zu einer CO 2 -ärmeren Wirtschaft zu leisten. Die Klimaziele spiegeln dabei die strategische Ausrichtung des Unternehmens wider.

Reduzierung der Scope-1- und Scope-2-Emissionen

United Internet hat im Rahmen der Klimastrategie Klimaziele für die Emissionen des eigenen Geschäftsbetriebs (Scope 1 und 2) auf Basis aktueller wissenschaftlicher und regulatorischer Rahmenbedingungen festgelegt. Die Ziele stehen im Einklang mit dem 1,5°-Ziel des Pariser Klimaabkommens sowie den Empfehlungen des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) und orientieren sich an der Methodik der Science Based Targets initiative (SBTi). Damit erfüllen sie auch die Anforderungen des Europäischen Klimagesetzes (Verordnung (EU) 2021/1119) sowie der deutschen Klimaziele.

Es liegt kein sektorspezifischer Emissionspfad vor. Die Methodik der SBTi basiert auf Klimaszenarien des Integrated Assessment Modeling Consortium (IAMC) und der Internationalen Energieagentur (IEA). Das IAMC bündelt über 400 begutachtete Emissionspfade, die im „Special Report on Global Warming of 1.5°C“ des IPCC bewertet wurden. Die IEA ergänzt diese um detaillierte sektorale Szenarien. Die SBTi leitet daraus unter Berücksichtigung von Plausibilität, Konsistenz und Verantwortung konkrete Emissionsbudgets und Emissionspfade ab. Zukünftige Entwicklungen, wie Veränderungen im Absatzvolumen, Kundenpräferenzen, regulatorische Faktoren, neue Technologien und deren CO 2 -Auswirkungen sowie Energiepreisentwicklungen, wurden bei der Zielsetzung berücksichtigt. Auch die konzernspezifische Wachstumsrate wurde in die Klimastrategie einbezogen, um die zukünftigen Geschäftsaktivitäten und Absatzmärkte realistisch abzubilden.

Die Reduktionsziele umfassen alle relevanten Emissionskategorien von Scope 1 und 2 und berücksichtigen für die Emissionsberechnung die folgenden Treibhausgase: Kohlendioxid (CO 2 ), Methan (CH 4 ), Distickstoffoxid (N 2 O), Hydrofluorkohlenwasserstoffe (HFCs), Perfluorkohlenwasserstoffe (PFCs), Schwefelhexafluorid (SF 6 ) sowie Stickstofftrifluorid (NF 3 ). Im Basisjahr 2023 beliefen sich die konzernweiten Emissionen auf insgesamt 9.347 t CO 2 e, davon 6.241 t CO 2 e in Scope 1 und 3.106 t CO 2 e in Scope 2. Diese Emissionen sollen langfristig bis Ende 2045 um 90 % gegenüber dem Basisjahr reduziert werden, was einer absoluten Reduktion von 8.412 t CO 2 e entspricht. Auf Grundlage der derzeit geplanten Maßnahmen ergibt sich daraus eine Reduktion von rund 5.449 t CO 2 e in Scope 1 sowie rund 2.963 t CO 2 e in Scope 2. Der Fortschritt der Zielerreichung wird jährlich über die Berechnung des unternehmensweiten CO 2 -Fußabdrucks geprüft. Als Zwischenziel ist eine Emissionsminderung von 55 % bzw. 5.141 t CO 2 e der Scope-1- und Scope-2-Emissionen bis Ende 2030 vorgesehen. Für die Zielsetzung wurden die Tool-Lösungen der Science Based Targets initiative verwendet, um die Konformität mit dem 1,5°-Ziel sicherzustellen und einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die Klimaziele wurden bereits vom Vorstand und Aufsichtsrat offiziell verabschiedet.

Für die Scope-2-Zielsetzung wurde die marktbasierte Methode angewandt. Die Ziele gelten für alle Standorte, die gemäß den definierten Systemgrenzen unter die operative Kontrolle von United Internet fallen. Die meisten Standorte befinden sich in Deutschland, mit wenigen Ausnahmen bspw. in den USA oder auf den Philippinen.

Die Treibhausgasbilanz wurde zwischen 2023 und dem Geschäftsjahr 2025 nur geringfügig angepasst. Somit kann das Basisjahr als repräsentativ angesehen und als Grundlage für die Klimastrategie genutzt werden. Die Ziele stehen im Einklang mit der Abgrenzung des Treibhausgasinventars.

Die Erreichung der Klimaziele wird durch die beschriebenen Richtlinien sichergestellt. Diese gewährleisten eine konsistente Umsetzung der Maßnahmen, die im Kapitel „Maßnahmen“ beschrieben sind.

Die Nachverfolgung der Wirksamkeit von Strategien und Maßnahmen erfolgt durch ein kontinuierliches Tracking der Emissionen. Der CO 2 -Fußabdruck von United Internet wird jährlich aktualisiert und mit der Klimastrategie abgeglichen, sodass die Wirksamkeit der Maßnahmen über die Zeit überprüft werden kann.

Ausblick: Reduzierung der Scope-3-Emissionen

Für die Reduzierung der Scope-3-Emissionen weisen die Segmente unterschiedliche Reifegrade auf. So haben die Segmente „Consumer Access“ und „Business Applications“ bereits eigene Scope-3-Klimastrategien erarbeitet, die in den segmentspezifischen Nachhaltigkeitserklärungen eingesehen werden können. Eine konzernweite Scope-3-Strategie liegt hingegen noch nicht vor. Trotzdem existieren bereits erste Richtlinien und Maßnahmen, die auf die Dekarbonisierung der Wertschöpfungskette abzielen (siehe Kapitel „Richtlinien“ und „Maßnahmen“). Weitere Maßnahmen werden im Rahmen der konzernweiten Strategie entwickelt und quantifiziert. Die finalen konzernweiten Klimaziele sowie die zugehörigen Dekarbonisierungsmaßnahmen für die Scope-3-Emissionen sollen im Geschäftsjahr 2026 finalisiert werden.

Kennzahlen

Kennzahlen zur Auswirkung „Energiebedarf und Treibhausgasemissionen durch das Geschäftsmodell von United Internet“

Energieverbrauch und Energiemix

Der angegebene Energieverbrauch fasst sämtliche in den Geschäftsaktivitäten von United Internet eingesetzten Energiemengen zusammen.

Der Gesamtverbrauch fossiler Energie umfasst den Kraftstoffverbrauch der Notstromaggregate an Technikstandorten und Rechenzentren sowie der firmeneigenen Fahrzeugflotte. Darüber hinaus umfasst er den Einsatz von Erdgas und Heizöl zur Wärmeversorgung. Der Verbrauch erneuerbarer Energien setzt sich aus eingekauftem Strom aus erneuerbaren Quellen, selbst erzeugtem Strom aus Photovoltaik-Anlagen sowie dem an Technikstandorten und Rechenzentren genutzten Biodiesel und HVO zusammen.

Die nachfolgende Tabelle fasst den Energieverbrauch nach Energiequellen für den Konzern zusammen. Der Energieverbrauch wurde ursprünglich in Kilowattstunden (kWh) und Litern (l) gemessen und zur Konsolidierung in Megawattstunden (MWh) umgerechnet.

Gesamtverbrauch fossiler Energie (MWh)

44.561

42.935

Anteil fossiler Quellen am Gesamtenergieverbrauch (in %)

15

14

Gesamtverbrauch aus nuklearen Quellen (MWh)

409

1.541

Anteil des Verbrauchs aus nuklearen Quellen am Gesamtenergieverbrauch (in %)

0

0

Brennstoffverbrauch für erneuerbare Quellen, einschließlich Biomasse (auch Industrie- und Siedlungsabfälle biologischen Ursprungs, Biogas, Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen, usw. (MWh)

380

33

Verbrauch aus erworbener oder erhaltener Elektrizität, Wärme, Dampf und Kühlung und aus erneuerbaren Quellen (MWh)

250.719

263.529

Verbrauch selbst erzeugter erneuerbarer Energie, bei der es sich nicht um Brennstoffe handelt (MWh)

2.821

2.116

Gesamtverbrauch erneuerbarer Energie (MWh)

253.920

265.678

Anteil erneuerbarer Quellen am Gesamtenergieverbrauch (in %)

85

86

Gesamtenergieverbrauch (MWh)

298.890

310.153

Energieverbrauch und Energiemix

2025

2024

Beim Strom- und Wärmeverbrauch der Bürostandorte von United Internet wurde auf die von den Strom- und Gaslieferanten zur Verfügung gestellten Primärdaten sowie die durch Vermieterinnen und Vermieter zur Verfügung gestellten Verbrauchsdaten zurückgegriffen. Sofern keine aktuellen Verbrauchsdaten für Büro-, Technikstandorten oder Rechenzentren vorlagen, wurden Nachweise aus den Geschäftsjahren 2024 oder 2023 herangezogen. Dies betrifft vor allem die Daten zu den Wärmeverbräuchen, jedoch auch einzelne Standorte hinsichtlich der Stromverbräuche. Bei Standorten, an denen keine zuverlässigen Verbrauchsdaten zur Verfügung standen, wurde mittels der nachgewiesenen Daten ein für United Internet spezifischer Verbrauchsfaktor berechnet. Auf Basis dieses Werts sowie der Mietfläche und der Anzahl an Mitarbeitenden am jeweiligen Standort wurde ein Verbrauchswert geschätzt. Hierbei wurde, sofern möglich, zwischen reinen Bürostandorten und Standorten mit Logistik- oder Technikflächen unterschieden.

Für die Konsolidierung des Energieverbrauchs reiner Technikstandorte wurde sowohl auf die durch Geschäftspartner und Strom- und Diesellieferanten zur Verfügung gestellten Primärdaten als auch auf Daten aus eigenen Energiemanagement- und Trackingsystemen zurückgegriffen. Diese wurden durch kosten- und energiebasierte Schätzungen ergänzt, um einen vollständigen Energieverbrauch zu berechnen.

Da United Internet zum Zeitpunkt der Erstellung der Erklärung nicht für alle Büro- bzw. Technikstandorte und nicht für die gesamte Fahrzeugflotte detaillierte Informationen der Stromlieferanten zur Zusammensetzung der Energie vorlagen, wurden konventionelle Energiequellen angenommen. Der Verbrauch wurde anhand von Daten der IEA sowie der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e. V. nach Kernenergie und fossilen Quellen aufgeschlüsselt. Die bezogene Fernwärme wird bilanziell als fossile Energiequelle gewertet.

Die Verbrauchsdaten der konzerneigenen Fahrzeugflotte basieren auf der Anzahl der durch den Leasing-Vertragspartner ermittelten Tankvorgänge. Dabei wurde ein Maximalwert von 100 kWh pro Ladevorgang für ein durchschnittliches E-Fahrzeug angenommen.

In den Rechenzentren in Niederlauterbach, Lenexa und Worcester werden bereits Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung eingesetzt. Des Weiteren wurde im Geschäftsjahr 2025 am Standort Montabaur eine Photovoltaik-Anlage zur Stromerzeugung installiert, welche ab 2026 dann zur Stromerzeugung genutzt wird. Kennzahlen zur Quantifizierung der erzeugten Energie fließen in die diesjährige Erhebung des CO 2 -Fußabdrucks von United Internet mit ein.

THG-Bruttoemissionen der Kategorien Scope 1, 2 und 3 sowie THG-Gesamtemissionen

Um einen Überblick über die von United Internet verursachten Emissionen zu erhalten, wird seit dem Geschäftsjahr 2023 ein konzernweiter CO 2 e-Fußabdruck nach dem Greenhouse Gas Protocol (GHG-Protocol) erstellt. Auf Ebene der Segmente war dies teilweise schon seit dem Geschäftsjahr 2022 der Fall.

United Internet nutzt gemäß dem GHG-Protocol den operativen Kontrollansatz. Dadurch werden alle Standorte und Gesellschaften, über welche operative Kontrolle besteht, konsolidiert in der Treibhausgasbilanz berücksichtigt. Minderheitsbeteiligungen an Gesellschaften ohne operative Kontrolle werden anteilig in Scope-Kategorie 3.15 berücksichtigt, was bei dem Segment „Business Applications“ und bei Corporate relevant ist.

Zur Identifikation der wesentlichen relevanten und nicht relevanten Scope-3-Kategorien hat jedes Segment von United Internet eine Scope-3-Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Die Analyse orientiert sich an den Vorgaben des GHG-Protocols. Jede Scope-3-Kategorie wurde gemäß der voraussichtlichen Emissionshöhe und Beeinflussbarkeit eingeschätzt und in eines von drei Clustern eingeordnet.

  • Im ersten Cluster befinden sich wesentliche Scope-3-Kategorien, bei denen angenommen wird, dass es sich um Emissions-Hotspots handelt. Diese Kategorien wurden detailliert berechnet.
  • Im zweiten Cluster befinden sich relevante Scope-3-Kategorien, die jedoch keine Emissions-Hotspots darstellen. Für relevante Kategorien wurden Emissionen mit geeigneten Methoden und / oder Schätzungen berechnet.
  • Im dritten Cluster sind nicht relevante Scope-3-Kategorien zusammengefasst, hier finden keine Aktivitäten statt, sodass sie weder berechnet noch geschätzt wurden.

Die Berichtsgrenzen für die Schätzung der Scope-3-Emissionen bei United Internet umfassen die in der folgenden Tabelle dargestellten Scope-3-Emissionskategorien. Hierbei werden segmentübergreifend und segmentspezifisch erhobene Kategorien unterschieden.

Segmentübergreifende Scope-3-Kategorien (wesentlich oder relevant)

Scope 3.1 Eingekaufte Güter und Dienstleistungen

Scope 3.2 Kapitalgüter

Scope 3.3 Brennstoff- und energiebezogene Emissionen

Scope 3.4 Transport und Verteilung (vorgelagert)

Scope 3.5 Abfall

Scope 3.6 Geschäftsreisen

Scope 3.7 Pendeln der Mitarbeitenden

Segmentspezifische Scope-3-Kategorien (wesentlich oder relevant)

Segment „Consumer Access“: Scope 3.11 Nutzung der verkauften Produkte, Scope 3.12 Umgang mit verkauften Produkten am Lebenszyklusende

Segment „Business Access“ : Scope 3.8 Angemietete oder geleaste Sachanlagen, Scope 3.11 Nutzung der verkauften Produkte, Scope 3.12 Umgang mit verkauften Produkten am Lebenszyklusende

Segment „Business Applications“ : Scope 3.8 Angemietete oder geleaste Sachanlagen, Scope 3.15 Investitionen

Segment „Consumer Applications“ : Scope 3.3 Brennstoff- und energiebezogene Emissionen (Energiehandel mit Erdgas), Scope 3.11 Nutzung der verkauften Produkte

Corporate : Scope 3.10 Verarbeitung der verkauften Produkte, Scope 3.11 Nutzung der verkauften Produkte, Scope 3.12 Umgang mit verkauften Produkten am Lebenszyklusende, Scope 3.15 Investitionen

Scope-3-Treibhausgas-Emissionskategorien

Die konzernweite Treibhausgasbilanz ergibt sich aus der Summe der segmentspezifischen Treibhausgasbilanzen. Dabei werden konzerninterne Leistungen herausgerechnet, um Doppelzählungen zu vermeiden. Bspw. nehmen einige Segmente Rechenzentrumsleistungen (Scope 3.1) von unternehmensinternen Anbietern (Scope 1 und 2) in Anspruch.

Aufgrund nicht vorhandener Aktivitäten wurden die folgenden Scope-3-Kategorien als nicht relevant eingeordnet und aus der Bilanzierung ausgeschlossen:

3.9 Transport und Verteilung (nachgelagert). Es existieren keine Logistikprozesse, die von Kundinnen und Kunden bezahlt werden.

3.13 Vermietete oder verleaste Sachanlagen. Es sind keine vermieteten Sachanlagen vorhanden.

3.14 Franchises. Es existieren keine Franchises.

Ausgeschlossene Scope-3-Emissionen

Das Segment „Consumer Applications“ hat im Geschäftsjahr 2025 den Geschäftsbereich Energiehandel und -vertrieb mit wirtschaftlichem Übergang zum 1. August veräußert. Infolgedessen verringern sich die im aktuellen CO 2 -Fußabdruck von United Internet ausgewiesenen Treibhausgasemissionen in den Kategorien 3.3 und 3.11. Da der Einfluss des Energiehandels auf den konzernweiten CO 2 -Fußabdruck deutlich unter 5 % liegt, ist keine Neuberechnung des Basisjahres vorgesehen.

United Internet hat analog zum Vorjahr die Treibhausgasemissionen gemäß dem GHG-Protocol, einschließlich de r „Corporate Accounting and Reporting Standards“ und der technischen Anleitung zur Berechnung von Scope-3-Emissionen, bilanziert. Zusätzlich wurde die sektorspezifische Guidance der „Groupe Spéciale Mobile Association“ (GSMA) für Telekommunikationsbetreiber berücksichtigt.

Bei der Berechnung der Emissionen wendet United Internet die beschriebenen, anerkannten Methoden und Standards an, um eine präzise und nachvollziehbare Berichterstattung zu gewährleisten.

Um eine möglichst hohe Datenqualität bei der Berechnung der Treibhausgasemissionen sicherzustellen, wurden, sofern verfügbar, lieferantenspezifische Primärdaten in CO 2 e herangezogen. Diese lieferantenspezifischen Primärdaten wurden teilweise von den Lieferanten eigenständig auditiert (z. B. Logistikemissionen von DHL).

Sofern keine lieferantenspezifischen Primärdaten vorlagen, wurden die Emissionen über Mengen oder Gewichte mit Emissionsfaktoren aus Sekundärquellen berechnet. Für den Fall, dass Mengen oder Gewichte nicht verfügbar waren, hat United Internet die Emissionen über Finanzdaten bzw. Ausgaben mit ausgabenbasierten Emissionsfaktoren berechnet. Falls keine detaillierten Auswertungen über die Aktivitätsdaten verfügbar waren, wurden die Emissionen mittels Studien hochgerechnet. Um bestehende Datenlücken zu schließen, wurden für einzelne Emissionsquellen Hochrechnungen auf Basis von begründeten Annahmen vorgenommen, bspw. bei der Schätzung relevanter, jedoch nicht wesentlicher Scope-3-Kategorien, wie dem Abfallaufkommen internationaler Standorte.

Grundsätzlich ergibt sich dadurch eine hybride Berechnungsmethode. Die Berechnungen erfolgten ausgabenbasiert, mengenbasiert, distanzbasiert oder lieferantenspezifisch.

In Scope 1 und 2 betreffen die wichtigsten Annahmen den Energieverbrauch und Kältemittelverbrauch der Bürostandorte. Da nicht für alle Energieträger sämtlicher Bürostandorte Messwerte vorlagen, wurden diese Datenlücken unter der Annahme geschlossen, dass alle Standorte von United Internet vergleichbare Energieintensitäten aufweisen. In diesen Fällen wurden die Datenlücken über die Anzahl der Quadratmeter oder Mitarbeitenden pro Segment geschätzt.

In Scope 3 betreffen wesentliche Annahmen die Hochrechnung von Emissionen aus dem Einkauf, für die keine passenden Emissionsfaktoren vorhanden waren. Emissionen aus eingekauften Vorleistungen wurden bspw. mittels Studien zu Emissionsintensitäten im Netzausbau hochgerechnet. Weiterhin wurden konzernweit für die Berechnung der Emissionen aus dem Einkauf und den Kapitalgütern OpEx- bzw. CapEx-Listen verwendet . Dabei wurden Ausgaben auf Kontenebene in „relevant“ und „nicht relevant“ eingeteilt. Die Einteilung wurde teilweise auf Basis von Annahmen getroffen, stets in enger Abstimmung mit den jeweiligen Fachbereichen. Im Zweifelsfall wurde der konservativeren Annahme gefolgt, wonach ein Konto als „relevant“ eingestuft wurde. Zudem liegen United Internet aktuell nur unzureichende Informationen über die vorgelagerte Logistik vor. Deshalb nimmt United Internet an, dass Warenlieferanten im Verkaufspreis einen prozentualen Anteil für Logistikkosten einkalkulieren. Dieser Anteil wurde genutzt, um die Emissionen aus der vorgelagerten Logistik (Scope 3.4) zu berechnen.

Für Scope 3.7 (Pendeln der Mitarbeitenden) wurden Befragungen der Mitarbeitenden für einen Teil der Belegschaft von United Internet durchgeführt. Die Ergebnisse bildeten die Grundlage für die Hochrechnung der restlichen Emissionsdaten dieser Kategorie. Im Vergleich zu 2024 konnten hier 2025 höhere Umfrageteilnahmen erzielt werden, wodurch die Datenqualität nachgebessert wurde.

In den nachgelagerten Scope-3-Kategorien wurden Annahmen zur Nutzungsdauer von Geräten in Abstimmung mit den Fachbereichen getroffen. Falls keine produktbezogenen CO₂-Fußabdrücke (Product Carbon Footprints, PCFs) verfügbar waren, wurden zusätzlich Annahmen zum Stromverbrauch der Geräte zur Berechnung herangezogen.

Die Berechnung der Emissionen von Scope 3.15 (Investitionen) für Corporate wurde analog zu den Vorjahren ermittelt. Sofern verfügbar, basiert die Berechnung auf den CO 2 -Fußabdrücken der Beteiligungsgesellschaften, andernfalls auf den Umsatzzahlen. Für die diesjährige Berechnung konnte die Datenqualität durch die Verwendung der CO 2 -Fußabdrücke bei zwei Beteiligungsgesellschaften verbessert werden. Aufgrund fehlender aktueller Berichte für das Geschäftsjahr 2025 wurden Vorjahresdaten verwendet und unter Berücksichtigung der Umsatzentwicklung von den Geschäftsjahren 2023 auf 2024 hochgerechnet. Die gleiche Methodik wird für das Segment „Business Applications“ angewandt.

Für die Berechnung des CO 2 -Fußabdrucks wurden branchenübliche, inflationsbereinigte Emissionsfaktoren verwendet, z. B. von ecoinvent, der Datenbank für Lebenszyklusanalysen, der Association of Issuing Bodies (AIB; Organisation, die das europäische System für Herkunftsnachweise von Strom verwaltet), Ember und dem Department for Business, Energy & Industrial Strategy (DBEIS). Diese sind Sekundärquellen und bilden CO 2 e-Intensitäten verschiedener Sektoren ab. Sie unterliegen damit statistischen Unsicherheiten. Durchschnittswerte von Emissionsfaktoren wurden gebildet, wenn Datenlücken vorhanden waren. Diese Herangehensweise wurde bspw. bei der Abschätzung der Scope-3.4-Emissionen (vorgelagerter Transport) verwendet, für die keine Angaben zu den Transportmitteln vorhanden waren . Auch bei de r Berechnung von Emissionen in Scope 3.1, 3.2, 3.11 und 3.12 wurden Durchschnittswerte über die Emissionsfaktoren verschiedener Produktgruppen gebildet, um Datenlücken in den Aktivitätsdaten oder Emissionsfaktoren zu schließen.

Eine Übersicht aller verwendeten Emissionsfaktorquellen zeigt die nachfolgende Tabelle.

Scope 1

Energieträger (z. B. Erdgas, Diesel)

DEFRA/DESNZ (2025)

Flüchtige Gase

Ecoinvent 3.12/DESNZ (2025)

Scope 2

Strom Residualmix

AIB (2024)

Strom location-based

Ember (2024)

Vorkette konventioneller Strom

AIB (2024)/Ember (2025)

Vorkette Grünstrom

Ember (2025)

Fernwärme

DEFRA/DESNZ (2025)

Scope 3

Lieferantenspezifische Daten (z. B. Auswertungen von DHL) oder produktbezogene CO 2 -Fußabdrücke (z. B. Router von CISCO)

Mengen- und gewichtsbasierte Berechnungen

ecoinvent 3.12

Ausgabenbasierte Berechnungen

DBEIS (2021

inflationsbereinigt auf 2025)

Übersicht aller verwendeten Emissionsfaktorquellen

Quelle

Zusammenfassend ergeben sich für das Geschäftsjahr 2025 folgende konzernweite Treibhausgasemissionen:

Scope-1-Treibhausgasemissionen

Scope-1- THG-Bruttoemissionen

4.199

6.498

6.241

Scope-2-Treibhausgasemissionen

Standortbezogene Scope-2- THG-Bruttoemissionen

65.515

75.798

64.750

Marktbezogene Scope-2-THG-Bruttoemissionen

2.764

2.620

3.106

Signifikante Scope-3-Treibhausgasemissionen

Gesamte indirekte (Scope-3-)THG-Bruttoemissionen

985.505

1.127.124

1.116.033

(1) Gekaufte Waren und Dienstleistungen

702.141

723.944 (1)

683.033

(2) Investitionsgüter

120.015

120.668

169.918

(3) Brennstoff- und energiebezogene Aktivitäten (nicht in Scope 1 und 2 enthalten)

3.112

11.368

13.136

(4) Vorgelagerter Transport und Vertrieb

48.752

51.792 (2)

38.340

(5) Im Betrieb anfallende Abfälle

151

402

525

(6) Geschäftsreisen

1.985

2.060

1.793

(7) Pendeln der Mitarbeitenden

13.922

14.235

14.905

(8) Vorgelagerte geleaste Vermögenswerte

6.882

10.794

9.062

(9) Nachgelagerter Transport

n. r.

n. r.

n. r.

(10) Verarbeitung der verkauften Produkte

11

0

20

(11) Verwendung der verkauften Produkte

79.156

179.774

175.425

(12) End-of-Life-Behandlung von verkauften Produkten

2.563

3.577

3.630

(13) Nachgelagerte geleaste Vermögenswerte

n. r.

n. r.

n. r.

(14) Franchises

n. r.

n. r.

n. r.

(15) Investitionen

6.815

8.511 (3)

6.246

THG-Emissionen insgesamt

THG-Emissionen insgesamt (standortbezogen)

1.055.218

1.209.420

1.187.024

THG-Emissionen insgesamt (marktbezogen)

992.467

1.136.242

1.125.380

THG-Emissionen in tCO 2 e

2025

2024

2023

(1) Gekaufte Waren und Dienstleistungen (Kategorie 1): Wertänderung im Geschäftsjahr 2024 von 996.805 t CO 2 e auf 723.943 t CO 2 e.

(2) Vorgelagerter Transport und Vertrieb (Kategorie 4): Wertänderung im Geschäftsjahr 2024 von 31.550 t CO 2 e auf 51.792 t CO 2 e.

(3) Investitionen (Kategorie 15): Wertänderung im Geschäftsjahr 2024 von 15.001 t CO 2 e auf 8.511 t CO 2 e.

Die biogenen Emissionen von United Internet betragen 97 t CO 2 e und sind im Vergleich zu den Gesamtemissionen gering.

Zur Gewährleistung der Vergleichbarkeit der Ergebnisse über die drei Geschäftsjahre wurde, sofern möglich, in allen Kategorien eine einheitliche Methodik angewandt. Vor diesem Hintergrund wurden für den CO 2 -Fußabdruck 2024 entsprechende Anpassungen vorgenommen. Änderungen im Vergleich zur vorherigen Nachhaltigkeitserklärung sind entsprechend gekennzeichnet. Im Segment „Consumer Access“ wurde der CO 2 -Fußabdruck rückwirkend gemäß den Anforderungen des GHG Protocol angepasst, nachdem Methodikfehler identifiziert und die Emissionen in den Scope-3-Kategorien 3.1 und 3.4 entsprechend korrigiert wurden. Darüber hinaus wurden Anpassungen in Scope 3.15 für Coporate und das Segment „Business Applications“ vorgenommen, da Corporate die Methodik zur Berechnung des Basisjahres angepasst hat.

Vertragliche Instrumente in der Bilanzierung der THG-Emissionen

Vertragliche Instrumente bezeichnen Zertifikate, die es Unternehmen ermöglichen, transparent die Herkunft und Umweltauswirkungen ihrer Energiequellen bei der Berechnung der Treibhausgasbilanz nachzuvollziehen.

Für die Qualitätssicherung der Scope-2-Bilanzierung wurden Grünstromverträge der Vertragspartner und Anbieter berücksichtigt. An Standorten oder bei Anbietern, die keine entsprechenden Nachweise vorlegen konnten, wurde konventionelle Energie angenommen.

Anteil ge-/verkaufter Energie mit vertraglichen Instrumenten (in %)

95,3

95,4

Anteil ungebündelter vertraglicher Instrumente (in %)

0,0

0,0

Anteil gebündelter vertraglicher Instrumente am Gesamtstromverbrauch (in %)

99,0

99,0

Vertragliche Instrumente für Scope-2-THG-Emissionen

2025

2024

Die Unterscheidung von gebündelten bzw. ungebündelten vertraglichen Instrumenten bezieht sich auf die Art der Beschaffung. Bei gebündelten vertraglichen Instrumenten wird Strom zusammen mit Herkunftsnachweisen bzw. Energy Attribute Certificates (EACs) eingekauft. Bei ungebündelten vertraglichen Instrumenten werden Herkunftsnachweise bzw. EACs unabhängig vom eingekauften Strom erworben.

Abbau von Treibhausgasen und Projekte zur Verringerung von Treibhausgasen, finanziert über CO 2 -Gutschriften

Auch beim Betrieb des Glasfasernetzes sollen der Stromverbrauch und die damit verbundenen Umweltauswirkungen reduziert werden. Wichtigste Maßnahme in diesem Zusammenhang ist die Nutzung von Ökostrom an den eigenen Technikstandorten. Soweit das Segment „Business Access“ Glasfasernetze von Dritten (City Carrier, Deutsche Telekom etc.) nutzt, steuert es den Stromeinkauf dort nicht selbst. Der Stromverbrauch ist in diesen Fällen über entsprechende Nutzungsentgelte abgegolten. An Technikstandorten, an denen das Segment keinen Einfluss auf den bezogenen Strom hat, beabsichtigt es, für das jeweilige Geschäftsjahr nach Eingang und Kontrolle der aktuellen Verbrauchsabrechnungen im Laufe des jeweiligen Folge-Geschäftsjahres einen Ausgleich der Emissionen über geprüfte Zertifikate durchzuführen.

Im Geschäftsjahr 2025 hat das Segment „Business Access“ eine Zertifikatsmenge in Höhe von 4.713 t CO 2 e stillgelegt. Die Menge basiert auf dem CO 2 -Fußabdruck 2023. Bei den Zertifikaten handelt es sich um „Verified Emission Reductions“ (VERs). Das Stilllegen von VERs bedeutet, dass diese CO -Zertifikate dauerhaft aus dem Handel genommen werden. Für die Kompensation wurden zu 100 % Zertifikate aus Projekten aus dem renommierten Gold Standard genutzt. Projekte können nach dem Gold Standard nur zertifiziert werden, wenn sie über den sogenannten „Marktplatz“ registriert sind. Darüber hinaus muss jedes Gold-Standard-Projekt einen messbaren Beitrag zu mindestens drei der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen leisten. Der Gold Standard wird von einem breiten Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen unterstützt und ist der einzige klimabezogene Standard, der den Kodex der „International Social and Environmental Accreditation and Labelling Alliance“ (ISEAL) für gute Unternehmensführung bei der Festlegung, Sicherung und Überwachung von Standards erfüllt. Das Segment „Business Access“ plant die Kompensation der durch den Energieverbrauch im Betrieb des Glasfasernetzes entstehenden Restemissionen über geprüfte Zertifikate bis auf Weiteres fortzuführen. Die Menge der in Zukunft stillzulegenden Carbon Credits außerhalb der Wertschöpfungskette des Unternehmens beruhen nicht auf bestehenden vertraglichen Vereinbarungen.

Interne CO 2 -Bepreisung

United Internet wendet kein internes CO 2 -Bepreisungssystem an, daher werden keine weiteren Angaben hierzu veröffentlicht.

Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft

Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen

Im Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse wurden die folgenden Auswirkungen und Risiken für United Internet als wesentlich im Themenfeld Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft identifiziert.

Ressourcenzuflüsse für die Informations- und Telekommunikationstechnik

Tatsächliche negative Auswirkung auf die Umwelt

Aufgrund des Ausbaus von Mobilfunknetz und Rechenzentren steigt der Bedarf an endlichen Rohstoffen für Informations- und Telekommunikationstechnik und es findet ein erhöhter Rohstoffabbau statt. Der Abbau dieser Rohstoffe geht einher mit der Zerstörung und Verschmutzung der Umwelt.

Im eigenen Betrieb

Ressourcenzuflüsse für verkaufte Produkte

Tatsächliche negative Auswirkung auf die Umwelt

Der Bedarf an Rohstoffen und Ressourcen für die durch United Internet verkauften Produkte, hauptsächlich Smartphones und andere IT-Endgeräte, führt zum Abbau von Rohstoffen, was mit Umweltzerstörung und -verschmutzung einhergehen kann. Hierzu gehört auch der Abbau kritischer Rohstoffe wie seltener Erden.

Vorgelagert

Elektroschrott im Unternehmen

Tatsächliche negative Auswirkung auf die Umwelt

Bedingt durch das Geschäftsmodell von United Internet erfolgt regelmäßig die Beschaffung größerer Mengen an Hardware, darunter Server sowie von Mitarbeitenden genutzte IT-Endgeräte. Am Ende ihres Lebenszyklus fallen diese Geräte als Elektroschrott an. Insbesondere bei nicht fachgerechter Aufbereitung führt dies zu einer Belastung von Umwelt und Ressourcen.

Im eigenen Betrieb

Elektroschrott auf Kundenseite

Tatsächliche negative Auswirkung auf die Umwelt

Bedingt durch das Geschäftsmodell von United Internet entsteht Elektroschrott auf Seiten der Kundinnen und Kunden durch ausgegebene IT-Hardware wie Smartphones, Router und Zugangstechnologie. Elektroschrott ist ein Müllsegment, das weltweit stark zunimmt und die Umwelt belastet.

Nachgelagert

Zunehmende Ressourcen- und Materialknappheit im Sektor Informations- und Telekommunikationsinfrastruktur

Risiko

Geopolitische Konflikte, Naturkatastrophen und die zunehmende Verknappung von Rohstoffen können zu Verzögerungen oder Ausfällen in Lieferketten führen und die Kosten erhöhen, da die Konkurrenz um Rohstoffe und strategische Metalle steigt, bspw. für den materialintensiven Ausbau des Glasfasernetzes. Der Zeitverzug kann zu verzögertem Wachstum von Neukundinnen und Neukunden sowie Finanzierungsrisiken führen. Wird Hardware in Rechenzentren durch Störungen in der Lieferkette nicht ersetzt, kann es zu Umsatzausfällen durch Betriebsunterbrechungen kommen.

Vorgelagert

IRO-Kategorie

Beschreibung der wesentlichen IROs

Wertschöpfungskette

Ressourcenzuflüsse

Die nachfolgenden Ausführungen stellen die wesentlichen Ressourcenzuflüsse entlang der Wertschöpfungskette dar, wie sie im Kapitel „ Allgemeine Angaben Wertschöpfungskette und Geschäftsmodell “ beschrieben sind. Dort werden auch die wesentlichen, enthaltenen kritischen Rohstoffe beschrieben.

  • Im Hardware-Einkauf und -Handel stellen Handelswaren den wesentlichen Ressourcenzufluss dar, insbesondere Smartphones, Router, Laptops und weitere IT-Endgeräte. Ergänzend werden Verbrauchsmaterialien bezogen, die für die Vermarktung und den Versand dieser Produkte eingesetzt werden.
  • Für den Betrieb und die Instandhaltung von Rechenzentren ist die Ausstattung der Rechenzentren ein wesentlicher Zufluss. Dies beinhaltet u. a. Server und Server Racks. Hinzu kommen Batteriespeicher sowie Diesel und Biokraftstoffe für den Betrieb der Netzersatzanlagen. Kältemittel sind von der Menge her zwar nicht wesentlich, allerdings für den Betrieb der Rechenzentren unverzichtbar. Es ist davon auszugehen, dass die wesentlichen Ressourcenzuflüsse auch denen der Co-Location-Rechenzentren in der vorgelagerten Wertschöpfungskette entsprechen, ggf. kommen zusätzlich Baumaterialien für den Umbau sowie den Neubau von Rechenzentren hinzu.
  • Für den Ausbau des Glasfasernetzes sind Bau- und Infrastrukturelemente wie Beton und Asphalt, elektronische Komponenten wie Glasfasermodule und Transceiver, aber auch Netzwerktechnik sowie Glasfaserkabel und Rohrleitungen wesentlich. Für die Errichtung sogenannter Technikstandorte, die als Knotenpunkte des Glasfasernetzes dienen, werden Compact-Point-of-Presence (PoP-Gebäude) erworben. Dabei handelt es sich um Container i. d. R. aus einem Stahlgerippe mit Beplankung, in denen die erforderliche technische Infrastruktur untergebracht wird. Ebenso werden Teilnehmer-Endgeräte (Customer Premises Equipment, CPE) bzw. Router, die zur Nutzung der Glasfaserleitung benötigt werden, zur Weitergabe an die Kundinnen und Kunden erworben.
  • Für den Ausbau des Mobilfunknetzes werden Antennensysteme, Transportequipment sowie eine umfangreiche Server Infrastruktur in zentralen- und Edge Rechenzentren benötigt. Werden Vorleister in Anspruch genommen, ist davon auszugehen, dass diese vergleichbare wesentliche Ressourcenzuflüsse aufweisen.
  • Als wesentlicher Zufluss wird zudem die Arbeitsplatzausstattung für die Mitarbeitenden an Bürostandorten angesehen, zu der u. a. Laptops und Tische zählen.

Abfälle

Bei United Internet fallen prinzipiell Abfälle in Rechenzentren, an Glasfaserbaustellen, im Logistikzentrum und an den Bürostandorten an. Die für United Internet relevanten Abfallströme setzen sich wie folgt zusammen:

  • In Rechenzentren fallen hauptsächlich Metallschrott und Elektro- und Elektronik-Altgeräte an; darüber hinaus entstehen Kabelabfälle, Papierabfälle sowie Restabfälle.
  • Im Rahmen der Glasfaser-Bautätigkeiten fällt Abfall an, der aufgrund vertraglicher Verpflichtungen im Verantwortungsbereich der beauftragten Baudienstleistungsunternehmen liegt und damit der vorgelagerten Wertschöpfungskette zuzuordnen ist. Die Entsorgung erfolgt durch die jeweiligen Dienstleistungsunternehmen gemäß den geltenden gesetzlichen Vorgaben.
  • Ein wesentlicher Anteil des Abfallaufkommens entfällt auf Siedlungsabfälle und Altpapier. Diese entstehen sowohl an den Bürostandorten als auch im Logistikzentrum.
  • Abfälle aus dem Rückbau bzw. Umbau von Technikstandorten oder Rechenzentren sind im Geschäftsjahr 2025 nur in geringen Mengen angefallen.
  • Ein erheblicher Anteil der IT-Geräte wird der IT-Wiederaufbereitung zugeführt, um eine Zweitnutzung zu ermöglichen. Per Definition handelt es sich dabei nicht um Abfall von United Internet, da die Geräte ausschließlich zur Wiederverwendung weitergegeben werden.

Richtlinien

Konzernrichtlinie zum Umgang mit Endgeräten

IRO-Bezug: Elektroschrott im Unternehmen

Ermöglichen einer langfristigen Nutzung, einer Wiederaufbereitung und des Recyclings

unternehmensinterner Hardware

Konzernweit im eigenen Betrieb an allen Standorten von United Internet, mit Ausnahme des Segments „Business Access“

Corporate IT

Geschäftspartnerkodex

IRO-Bezug: Ressourcenzuflüsse für die Informations- und Telekommunikationstechnik, Ressourcenzuflüsse für verkaufte Produkte

Forderung eines effektiven Umweltmanagementsystems für Geschäftspartner mit „signifikanten Auswirkungen auf die Umwelt“

Konzernweit im eigenen Betrieb und für alle Geschäftspartner (vorgelagerte Wertschöpfungskette) ohne geografische Einschränkung

Corporate Compliance und Zentraleinkauf

Refurbishment-Prozess P3-AP2.4.3.3

IRO - Bezug: Elektroschrott auf Kundenseite

Regelung des weiteren Vorgehens nach der Nutzungsphase von CPE

Kundinnen und Kunden des Segments „Business Access“ (nachgelagerte Wertschöpfungskette) ohne geografische Einschränkung

Business Access Logistic Solutions

RL 1151 Verschrottungsrichtlinie

IRO-Bezug: Elektroschrott auf Kundenseite, Elektroschrott im Unternehmen

Regelung des internen Prozesses bei Rückbau, Verkauf bzw. Verschrottung von Vermögensgegenständen

An sämtlichen Standorten des Segments „Business Access“ im eigenen Betrieb

Accounting CFO

RL 7111 Lieferantenmanagement

IRO-Bezug: Zunehmende Ressourcen- und Materialknappheit im Sektor Informations- und Telekommunikationsinfrastruktur

Schmälerung des Ausfallrisikos der Lieferketten

Im Einkauf des Segments „Business Access“ ohne geografische Einschränkung

CFO-Bereich

Ziel der Richtlinie

Geltungsbereich

Verantwortlicher Fachbereich

Nationale und internationale Standards und Gesetzgebung

Aufgrund der heterogenen Geschäftsmodelle der Segmente und der daraus resultierenden unterschiedlichen Ressourcenströme erfolgt das Ressourcenmanagement bei United Internet derzeit überwiegend segmentbezogen.

Im Geschäftsjahr 2025 erfolgte erstmals eine konzernweite Datenerhebung zum Gewicht der wesentlichen Ressourcenzuflüsse sowie zum Gesamtgewicht der anfallenden Abfälle. Diese Datenerhebung dient als Grundlage, um Transparenz über die konzernweiten Ressourcenströme zu schaffen. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse sollen im folgenden Geschäftsjahr mögliche konzernweite Ziele evaluiert und erste übergreifende Richtlinien und Steuerungsansätze im Bereich Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft entwickelt werden.

United Internet strebt durch eine möglichst effiziente Nutzung einen schonenden Umgang mit Ressourcen, die Minimierung von Abfällen sowie einen hohen Grad an Wiederverwendung und Recycling an. Die Umsetzung dieser Zielsetzung erfolgt derzeit überwiegend über segmentspezifische Richtlinien und Maßnahmen, die den jeweiligen Geschäftsmodellen und Ressourcenströmen Rechnung tragen.

Konzernrichtlinie zum Umgang mit Endgeräten

In dieser Richtlinie werden Vorgaben zum Umgang mit dienstlichen und privaten Endgeräten beschrieben. Ziel ist es, einen verantwortungsvollen und werterhaltenden Umgang mit den überlassenen Endgeräten sicherzustellen. Die Vorgaben unterstützen insbesondere die Wiederverwendbarkeit der Geräte und sind eine wesentliche Voraussetzung für einen erfolgreichen Wiederaufbereitungsprozess.

Geschäftspartnerkodex

United Internet verpflichtet seine Geschäftspartner, Lieferanten und Dienstleister im Rahmen des Verhaltenskodex für Geschäftspartner – kurz: Geschäftspartnerkodex – alle jeweils geltenden Umweltgesetze einzuhalten sowie die international anerkannten Standards des betrieblichen Umweltschutzes bestimmungsgemäß umzusetzen. Dazu gehört die Einhaltung sozialer und ökologischer Sorgfaltspflichten. Geschäftspartner mit signifikanten Auswirkungen auf die Umwelt sollten über ein effektives Umweltmanagement verfügen. Hierdurch soll ein Beitrag zum Schutz der Umwelt geleistet werden und negative Auswirkungen auf die Umwelt sollen verringert werden. Weitere Informationen zum Geschäftspartnerkodex finden sich im Kapitel „Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“.

Wiederaufbereitungsprozess P3-AP2.4.3.3

Der Prozess P3 - AP2.4.3.3 des Segments „Business Access“ beschreibt das Vorgehen nach der Rückgabe von CPE durch die Kundinnen und Kunden nach der Nutzungsphase . CPE sind alle Geräte, die sich bei den Kundinnen und Kunden befinden und für die Anbindung an das Glasfasernetz genutzt werden , z. B. Router . Der Prozess legt den Pfad und die Kriterien fest, anhand derer CPE ggf. wiederaufbereitet bzw. erneut dem Lebenszyklus zugeführt wird, mit dem Ziel der Ressourcenschonung und der Reduktion von Abfall und des Bedarfs an Neugeräten.

RL 1151 Verschrottungsrichtlinie

Die Verschrottungsrichtlinie des Segments „Business Access“ regelt den internen Prozess für Rückbau, Verkauf bzw. Verschrottung von Vermögensgegenständen. Die Richtlinie eröffnet die Möglichkeit, Vermögensgegenstände (z. B. Elektronik), die technisch und qualitativ noch nutzbar sind, zur weiteren Nutzung rückzubauen oder sie an Dritte zur Weiternutzung zu verkaufen. Sämtliche Vermögensgegenstände (z. B. Hardware, Software, Mobiliar usw.) sind dem Entscheidungsprozess gemäß der Richtlinie zu unterziehen. Ausgenommen hiervon ist technisches Material, das auf der CPE-Negativliste aufgeführt ist. Der Rückbau sowie die Weiternutzung oder der Weiterverkauf verlängern den Lebenszyklus der Vermögensgegenstände und reduzieren sowohl den Bedarf an Neuproduktion als auch das Abfallaufkommen.

RL 7111 Lieferantenmanagement

Die Richtlinie 7111 zum Lieferantenmanagement des Segments „Business Access“ regelt den Lieferantenmanagementprozess, der der Auswahl von Lieferanten, der Erfüllung von Vertragsbedingungen, Zuständigkeiten, Vereinbarungen und Zielen der Verträge mit Dienstleistungsunternehmen und Lieferanten dient. Durch den risikobasierten Ansatz des Lieferantenmanagements werden entsprechende Maßnahmen definiert, die das Ausfallrisiko der Lieferketten durch bspw. geopolitische Konflikte, Naturkatastrophen und die zunehmende Verknappung von Rohstoffen schmälern sollen.

Maßnahmen

Im Folgenden werden die Maßnahmen in Bezug auf Ressourcen und Kreislaufwirtschaft von United Internet beschrieben. Wie auch bei den Richtlinien sind aufgrund der heterogenen Geschäftsmodelle der Segmente und der daraus resultierenden unterschiedlichen Ressourcenströme die Maßnahmen überwiegend segmentbezogen. So hat das Segment „Business Applications“ als erstes Segment ein nach ISO 14001 zertifiziertes Umweltmanagementsystem implementiert, welches ein zentrales Instrument zur systematischen Steuerung von Ressourceneffizienz ist. Das Segment „Business Access“ hat ebenfalls im Geschäftsjahr 2025 die Zertifizierung für das Umweltmanagement nach ISO 14001 erlangt.

Der Schwerpunkt der Maßnahmen im Kontext von Materialeffizienz und Kreislaufwirtschaft liegt sowohl auf dem Umgang mit den Endgeräten der Kundinnen und Kunden als auch auf der unternehmensinternen IT-Hardware. Sofern nicht anders angegeben, handelt es sich bei den beschriebenen Maßnahmen um fortlaufende Maßnahmen.

Maßnahmen zu den Auswirkungen „Ressourcenzuflüsse für verkaufte Produkte“ und „Elektroschrott auf Kundenseite“

Wiederverwendung der Hardware von Kundinnen und Kunden im Segment „Consumer Access“

Das Segment „Consumer Access“ setzt das Prinzip der Kreislaufwirtschaft sowohl in internen Unternehmensprozessen als auch entlang der gesamten Wertschöpfungskette um. Dabei setzt es insbesondere auf die Reparatur, die Wiederaufbereitung, die Wiederverwendung und das Recycling verkaufter Produkte.

Seit 2019 bietet das Segment generalüberholte Geräte an. Alle zurückgesendeten Geräte in den Produktgruppen Tablets, Mobilfunkgeräte und Laptops werden detailliert vom Team „Rückwärtslogistik & Refurbishment“ geprüft und auf Wiederverwertbarkeit getestet. Geräte, die nach Durchlaufen dieses Prozesses alle relevanten Qualitätskriterien erfüllen – insbesondere hinsichtlich Funktion und Datenschutz – werden mit Zubehör vervollständigt und können auf diese Weise dem Markt mit 24 Monaten Gewährleistung wieder zur Verfügung gestellt werden. Wiederverwertbare Geräte, die nicht durch „Consumer Access“ wiederaufbereitet werden können, werden an ein externes Dienstleistungsunternehmen zur Reparatur abgegeben. Geräte, bei denen eine Wiederaufbereitung nicht möglich oder nicht wirtschaftlich ist, werden an Drittverwerter weiterverkauft.

Zudem bietet das Segment Kundinnen und Kunden einen Prozess zur Rückgabe von gebrauchten Smartphones, Tablets und Notebooks an. Im Geschäftsjahr 2025 hat „Consumer Access“ über 35.000 Altgeräte entgegengenommen und einem Wiederaufbereitungsprozess zugeführt. Informationen über die Anzahl der zurückgegebenen Altgeräte erhält das Segment durch das externe Dienstleistungsunternehmen, welches die Geräte vereinnahmt und den Eingang systemisch erfasst.

Im Falle eines Hardware-Defekts haben die Kundinnen und Kunden die Möglichkeit, ihr Defektgerät reparieren zu lassen und für die Dauer der Reparatur ein Leihgerät zu nutzen. Alternativ können die Kundinnen und Kunden im Rahmen eines Austausch-Services direkt ein Neugerät bekommen. Das Defektgerät wird an das Unternehmen oder ein zertifiziertes Reparaturdienstleistungsunternehmen zurückgeführt. Dort werden die Gerätefunktionen überprüft, eventuell vorliegende Defekte, sofern möglich, repariert und das Gerät gegebenenfalls aufbereitet. Dadurch wird die Lebenszeit der Geräte verlängert und die Entsorgung möglichst weit hinausgezögert.

Im Geschäftsjahr 2025 konnten so insgesamt 28.654 Mobilfunkgeräte, Tablets und Laptops, sowie 115.762 DSL-Router an United Internet oder ein zertifiziertes Reparaturdienstleistungsunternehmen zurückgeführt werden. Informationen über die Menge der zurückgeführten Mobilfunkgeräte, Tablets und Laptops erhält das Segment „Consumer Access“ durch das externe Dienstleistungsunternehmen, welches die Geräte vereinnahmt und deren Eingang systemisch erfasst. Angaben zur Menge der zurückgeführten DSL-Router werden durch die eigene Logistik erfasst, in der die Geräteeingänge ebenfalls systemisch dokumentiert werden.

Umgang mit Teilnehmer-Endgeräten bei „Business Access“

Im Rahmen diverser Dienstleistungen des Segments „Business Access“ werden Teilnehmer-Endgeräte vor Ort installiert oder den Geschäftskunden zur Nutzung überlassen. Diese technischen Geräte und Einrichtungen verbleiben regelmäßig im Eigentum von United Internet. Sie werden nach dem Ende der Vertragslaufzeit entweder durch das Unternehmen deinstalliert oder durch die Geschäftskunden selbstständig abgegeben bzw. zurückgesendet. Hierzu bietet United Internet den Kundinnen und Kunden kostenfreie Rücksendungen an. Bei der Rücksendung des CPE greift der Wiederaufbereitungsprozess. Geräte, deren Einsatz mit Blick auf ihren Produktlebenszyklus weiterhin möglich ist, werden nach einer Prüfung wiederaufbereitet. Sind eine Wiederaufbereitung und ein weiterer Einsatz nicht mehr sinnvoll, werden die Komponenten einem fachgerechten Entsorgungsprozess zugeführt. Dies wirkt der Entstehung von Elektroschrott auf Kundenseite entgegen.

Maßnahmen zur Auswirkung „Ressourcenzuflüsse für die Informations- und Telekommunikationstechnik“

Ab dem Geschäftsjahr 2026 soll konzernweit im Rahmen der Auswahl neuer Lieferanten systematisch geprüft werden, ob deren Geschäftstätigkeiten mit signifikanten Umweltauswirkungen verbunden sind. Sofern dies der Fall ist, soll zusätzlich erhoben werden, ob ein wirksames Umweltmanagement besteht, etwa in Form eines Umweltmanagementsystems nach DIN ISO 14001 oder eines vergleichbaren Standards. Durch die Einführung dieser Kontrolle soll sichergestellt werden, dass Lieferanten ihre negativen Umweltauswirkungen, z. B. durch Ressourcennutzung, überwachen und minimieren. United Internet plant, die Überprüfung bei allen direkten Lieferanten mit einem jährlichen Einkaufsvolumen ab 1,5 Mio. € ohne geografische Einschränkungen durchzuführen.

Maßnahmen zur Auswirkung „Elektroschrott im Unternehmen“

Umgang mit der eigenen Hardware

Für alle Mitarbeitenden von United Internet, ausgenommen diejenigen des Segments „Business Access“, gilt die Richtlinie zum Umgang mit Endgeräten, die sich mit dem sorgsamen und verantwortungsbewussten Umgang der intern überlassenen Endgeräte befasst. Ziel der Richtlinie ist es, eine langfristige Nutzung, die Wiederaufbereitung und das Recycling unternehmensinterner Hardware zu ermöglichen. Für die verschiedenen Gerätegruppen sind standardmäßige Mindestnutzungsdauern festgelegt, von denen nur in Ausnahmefällen abgewichen wird. Bspw. liegt die Mindestnutzungsdauer eines Laptops bei 48 Monaten. Am Ende der Nutzungsdauer werden die Geräte an die Abteilung „Office IT“ zurückgegeben. Office IT sorgt für eine sichere und umweltfreundliche Wiederaufbereitung, sonstige Weiterverwertung oder Entsorgung.

Wiederaufbereitung und Recycling der eigenen Hardware

IT- und Mobilgeräte, wie Laptops, Smartphones und Server, werden bei United Internet möglichst lange im unternehmensinternen Kreislauf gehalten. Reparaturen werden nach Möglichkeit intern durchgeführt. Mobilfunkgeräte werden durch die firmeninterne Wiederaufbereitung erneut nutzbar gemacht, sodass Mitarbeitende bevorzugt gebrauchte Smartphones erhalten.

Nach Ende der jeweiligen Gerätenutzungsphase prüft Corporate IT, ob eine weitere interne Verwendung der Geräte möglich ist, bspw. durch Werkstudierende.

Um intern genutzte Geräte, die nicht weiterverwendet werden können, umweltgerecht zu verwerten, spendet und verkauft United Internet die ausgedienten IT-Altgeräte der deutschen Standorte an Wiederaufbereitungsspezialisten. Eines der Hauptpartnerunternehmen für d ie Wiederaufbereitung von Altgeräten ist die AfB gGmbH. Allein die AfB gGmbH hat im Geschäftsjahr 2025 195,5 Tonnen IT- und Mobilgeräte von United Internet erhalten, von denen 37 % wiederverwendet werden konnten. Falls eine Wiederverwendung nicht mehr möglich ist, werden die Geräte durch den Wiederaufbereitungsspezialisten dem fachgerechten Recycling zugeführt.

Die Server der Rechenzentren des Segments „Business Applications“ werden selbst zusammengebaut, was eine bessere Kontrolle über das Design und die Auswahl der Komponenten ermöglicht sowie die Wiederverwendung und den Austausch erleichtert. Durch regelmäßige Überwachung und Wartung werden Leistung und Energieeffizienz weiter optimiert und die Lebensdauer der Server verlängert.

Elektroschrott, der nicht an die Wiederaufbereitungsspezialisten übergeben wird, und sonstige Abfälle aus den Rechenzentren des Segments „Business Applications” werden im Rahmen des Umweltmanagementsystems in einem Abfallregister dokumentiert. Dadurch sind die Entsorgungsprozesse nachvollziehbar und können kontrolliert werden, was potenzielle Vorfälle mit gefährlichen Abfällen verhindert.

Rückbau und Weiternutzung von technischem Equipment im Segment „Business Access“

Im Rahmen der RL 1151 zur Verschrottung werden Vermögensgegenstände, z. B. Equipment der technischen Infrastruktur, zurückgebaut und Möglichkeiten des Weiterverkaufs oder der Weiternutzung eröffnet, wodurch die Ressourcen erneut in den Lebenszyklus gebracht werden und Abfall reduziert wird. Technisches Equipment, welches nicht weitergenutzt oder -verkauft werden kann, wird an einen zertifizierten Entsorgungsbetrieb übergeben, welcher die Möglichkeit des professionellen Recyclings bietet und die Ressourcen dem Wirtschaftskreislauf wieder zuführen und so der End-of-Life-Entsorgung der Ressourcen entgegenwirken kann. Ausnahmen für den Rückbau ergeben sich für technisches Material, das im Unternehmen nicht weiter eingesetzt werden kann und aufgrund von Alter und / oder technischer Beschaffenheit keinen Marktwert mehr erzielen kann. Etwaiges technisches Equipment wird von Technik und Logistik Solutions mittels Negativliste gelistet.

Maßnahmen zum Risiko „Zunehmende Ressourcen- und Materialknappheit im Sektor Informations- und Telekommunikationsinfrastruktur“

Ressourceneffiziente Netzinfrastruktur des Segments „Consumer Access“

Die vollständige Virtualisierung der Cloud-Architektur des 1&1 O-RANs ermöglicht den Einsatz von standardisierter Hardware (Commercial off-the-shelf - COTS) und beschleunigt Innovationszyklen durch effiziente, ressourcenschonende und kostengünstige Softwareupdates. Hierbei entfällt die Notwendigkeit einer aufwendigen Aktualisierung und Umrüstung der Basisstationen. Die standardisierte Hardware erleichtert die Rückführung in den Verwertungskreislauf nach Gebrauchsende. Im Aufbau des Mobilfunknetzes werden auch bereits bestehende Antennenstandorte genutzt. Dafür kooperiert das Segment „Consumer Access“ mit Funkturmunternehmen, die ihre Antennenstandorte langfristig für die Anbringung von Hochleistungsantennen zur Verfügung stellen. Damit werden wertvolle Ressourcen effizient geschont.

Maßnahmen des Segments „Business Access“

Um u. a. das Risiko innerhalb der Lieferkette, bspw. durch geopolitische Konflikte, Naturkatastrophen und die zunehmende Verknappung von Rohstoffen, zu schmälern, hat das Segment „Business Access“ verschiedene Maßnahmen etabliert, wie z. B. den Aufbau von Lagerhaltung und den Abschluss langfristiger Verträge. Hardware und Beistellmaterialien für den Glasfaserausbau sind lagerfähig und werden entsprechend langfristig im Voraus geplant und beschafft. Begünstigend ist, dass z. B. für Hardware im Rechenzentrum sowie Glasfaserkabel und Leerrohre keine Herstellerabhängigkeit besteht. Für diese Güter wird eine Mehrlieferanten-Strategie verfolgt, um die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu reduzieren.

Um die Lieferketten weiter zu diversifizieren und Risiken von Lieferausfällen oder längeren Lieferzeiten zu minimieren, wurden Lieferanten substituiert oder Vergabemengen auf mehrere Partner verteilt.

Das Segment „Business Access“ setzt verstärkt auf deutsche oder europäische Hersteller, wie bspw. beim Einkauf von Glasfaserkabeln und den zur Installation benötigten Leerrohren, die neben dem Einkauf bei mehreren deutschen und europäischen Herstellern fast ausnahmslos in Europa produziert werden.

Zur frühzeitigen Erkennung von Risiken im Lieferprozess überprüft und informiert das Lieferantenmanagement termingerecht über Änderungen und dokumentiert sowie pflegt Informationen über eingesetzte Lieferanten. Änderungen werden entsprechend an die jeweiligen Business Owner, welche die Leistung nutzen, kommuniziert.

Maßnahmen des Segments „Business Applications“

Das Segment „Business Applications“ nutzt einen Lieferanten Lebenszyklusprozess, um die Kritikalität der Lieferanten im Hinblick auf die Rechenzentren zu prüfen . In diesem Prozess wird zunächst die Relevanz der Verfügbarkeit der Leistungen der Lieferanten bewertet. Wird ein Lieferant als kritisch eingestuft, können die Ergebnisse des Bewertungsprozesses zu weiterführenden Analysen sowie Auditierungen bis hin zur Festlegung eines minimalen Reifegrades für den Lieferanten führen . Der Prozess überprüft und sichert damit die Leistungserbringung der Lieferanten basierend auf individuellen Bewertungen ab.

Zusätzlichen Schutz vor Lieferschwierigkeiten bietet die Nutzung flexibler Architektur und modularer Server-Designs der Rechenzentren des Segments „Business Applications“. Dadurch kann Hardware von unterschiedlichen Herstellern genutzt werden, was Abhängigkeiten verringert. In einzelnen Bereichen, in denen bestimmte Lieferanten äußerst dominant sind, werden alternative Lieferanten eruiert, um Abhängigkeiten auszuschließen bzw. so weit wie möglich zu minimieren. Durch die langfristige Planung von Hardware-Einkäufen und einen eigenen Logistikstandort mit Lagermöglichkeiten werden negative Auswirkungen von Störungen der Lieferkette weiter minimiert.

Ziele

Zum Berichtszeitpunkt hat United Internet keine konzernweiten Ziele im Bereich Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft festgelegt. Aufgrund der heterogenen Geschäftsmodelle der Segmente und der damit verbundenen unterschiedlichen Ressourcenzuflüsse und -abflüsse erfolgt das Ressourcenmanagement derzeit überwiegend segmentbezogen.

Im Geschäftsjahr 2025 wurde erstmals eine konzernweite, konsolidierte Datenerhebung zum Gewicht wesentlicher Ressourcenzuflüsse sowie zum Gesamtgewicht der Abfälle durchgeführt. Auf dieser Datengrundlage wird United Internet im folgenden Geschäftsjahr die Einführung geeigneter konzernweiter, messbarer Zielsetzungen prüfen.

Unabhängig von der fehlenden konzernweiten Zieldefinition verfolgt United Internet die Wirksamkeit bestehender Richtlinien und Maßnahmen zur Ressourcennutzung und Abfallvermeidung. Die Nachverfolgung erfolgt derzeit dezentral auf Segmentebene, insbesondere durch die Dokumentation von Wiederverwendungs-, Wiederaufbereitungs- und Recyclingprozessen.

Kennzahlen

Kennzahlen zu den Auswirkungen „Ressourcenzuflüsse für die Informations- und Telekommunikationstechnik “ und „Ressourcenzuflüsse für verkaufte Produkte“

Für die wesentlichen Ressourcenzuflüsse ergibt sich ein Gesamtgewicht der im Berichtszeitraum verwendeten Produkte sowie technischer und biologischer Materialien von 6.866 Tonnen. Das Gesamtgewicht umfasst alle wesentlichen Ressourcenzuflüsse, die für die Erbringung der Service-Leistungen von United Internet im Geschäftsjahr 2025 verwendet wurden. Handelswaren werden bei der Quantifizierung des Gesamtgewichts der Ressourcenzuflüsse nicht berücksichtigt.

Wenn möglich, wurden bei der Erfassung der Mengen der Ressourcenzuflüsse die bereits im Kapitel „Klimawandel – Kennzahlen“ verwendeten Datenquellen verwendet, insbesondere Einkaufsdaten. Den Einkaufsdaten wurden die Stückzahlen für erworbene IT-Hardware und Büromöbel entnommen. Das Gewicht ergab sich jeweils durch eine Multiplikation mit dem durchschnittlichen Gewicht je Warengruppe. Als Hauptquelle für die Ermittlung der Durchschnittsgewichte wurde ecoinvent genutzt, das auch als Quelle für Emissionsfaktoren dient. Auf Basis der Stückzahlen wurden die Warengewichte, die 80 % des Einkaufsvolumens ausmachen, berechnet. Die verbleibenden 20 % wurden hochgerechnet.

Für die Ermittlung der für den Bau von Glasfaserleitungen benötigten Ressourcen wurde die Gesamtlänge der verlegten Leitungen mit einem durchschnittlichen Gewicht je Längeneinheit multipliziert. Im Rahmen des Glasfaserausbaus werden zudem sogenannte Compact-PoP-Gebäude eingesetzt, die als dezentrale Netzknoten dienen. Die entsprechenden Ressourcenzuflüsse wurden auf Basis der Anzahl der aufgestellten Compact-PoP-Gebäude multipliziert mit dem jeweiligen Gewicht je Compact-PoP-Gebäude berechnet.

Für den Bau der neuen Antennenanlagen werden Stahl und Beton als zentrale Materialzuflüsse benötigt. Die dafür erforderlichen Mengen wurden von den jeweiligen Baupartnern bereitgestellt. Zur Ermittlung des Gesamtbedarfs an Ressourcen wurden die von den Baupartnern gemeldeten Einzelmengen anschließend konsolidiert und summiert.

Das Gewicht des wiederaufbereiteten (refurbishten) Anteils der Ressourcenzuflüsse wurde auf Geräteebene bewertet. Da United Internet nur Neuwaren einkauft und die Kreislaufwirtschaft primär durch die Wiederaufbereitung der Altgeräte fördert, wurde dieser Anteil mit 0 % angesetzt. Dementsprechend beträgt das Gesamtgewicht wiederverwendeter oder recycelter sekundärer Komponenten, Zwischenprodukte oder Materialien, die zur Herstellung der Produkte und Dienstleistungen eingesetzt werden, 0 Tonnen.

Kennzahlen zu den Auswirkungen „Elektroschrott im Unternehmen“ und „Elektroschrott auf Kundenseite“

In folgender Tabelle wird das Gesamtabfallaufkommen des eigenen Geschäftsbereichs der United Internet im Geschäftsjahr 2025 dargestellt:

Abfallmenge insgesamt

1.363,5

17,9

1.345,6

Vom Entsorgungsweg abgezweigter Abfall (Verwertung)

987,1

17,9

969,2

Vorbereitung zur Wiederverwendung

6,4

2,5

3,9

Recycling

953,2

15,4

937,8

Sonstige Verwertungsverfahren

27,5

0,0

27,5

Zur Entsorgung bestimmter Abfall

376,4

0,0

376,4

Verbrennung

370,7

0,0

370,7

Deponierung

5,7

0,0

5,7

Sonstige Entsorgungsverfahren

0,0

0,0

0,0

Nicht recycelter Abfall

410,3

2,5

407,8

Gesamtmenge in t

Davon gefährlicher Abfall in t

Davon nicht gefährlicher Abfall in t

Abfälle aus Rechenzentren, dem Logistikzentrum und Technikstandorten wurden überwiegend auf Basis der bestehenden Rahmenverträge mit Entsorgungsdienstleistungsunternehmen geschätzt. Teilweise stellten die Entsorgungsdienstleistungsunternehmen auch konkrete Gewichtsangaben zur Verfügung.

Das Segment „Business Access“ ermittelt die Abfallmengen u. a. für Batteriespeicher, Kabelreste, Racks und Gehäuse, Router, Server-Hardware und weiteres IT-Equipment auf Basis der Daten des ökologischen Fußabdrucks.

Die Abfallmengen an den Bürostandorten wurden auf Grundlage der vorliegenden Daten des Standorts Montabaur auf die übrigen Bürostandorte hochgerechnet, wobei die Anzahl an Mitarbeitenden als Extrapolationsbasis diente. Zu den Abfällen zählen Restabfälle, Kantinenabfälle und Altpapier.

Sofern zum Zeitpunkt der Berichterstattung keine Angaben der Entsorgungsdienstleistungsunternehmen zu Entsorgungsarten vorlagen, wurden diese auf Basis geeigneter öffentlicher Quellen, wie etwa der Webseite des Bundesumweltministeriums, geschätzt. Demnach wurde Restabfall der Müllverbrennung zugeordnet.

Radioaktiver Abfall ist im Geschäftsjahr 2025 nicht angefallen.