5.3 Prognosebericht
Konjunkturerwartungen
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat in seinem Weltwirtschaftsausblick vom 19. Januar 2026 seine Prognosen für die Entwicklung der globalen Volkswirtschaften in den Jahren 2026 und 2027 aktualisiert.
Mit Blick auf die Weltwirtschaft insgesamt fällt die IWF-Prognose besser aus als zuvor. Global geht der Fonds im Jahr 2026 von einem Wirtschaftswachstum um erneut 3,3 % aus, das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als in seiner Herbstprognose. Für 2027 werden 3,2 % Wachstum erwartet.
Die Prognosen beruhen allerdings auf den Ende Dezember 2025 geltenden Maßnahmen und unterstellen, dass diese dauerhaft gelten. So können etwa unvorhersehbare Entwicklungen wie beispielsweise die (inzwischen wieder zurückgenommene) Zolldrohung von US-Präsident Donald Trump, vom 1. Februar 2026 an 8 europäische Länder mit zusätzlichen Zöllen von zusätzlich 10 % zu belegen, in solchen Prognosen natürlich nicht abgebildet werden. Gleiches gilt für den Krieg im Iran (seit Ende Februar 2026) mit seinen direkten Auswirkungen auf den gesamten Nahen Osten und den indirekten globalen makroökonomischen Auswirkungen, die in den Prognosen nicht abgebildet sind.
In den nordamerikanischen Zielländern von United Internet erwartet der IWF in 2026 für die USA ein Wachstum um 2,4 % (2025: 2,1 %), für Kanada um 1,6 % (2025: 1,6 %) und für Mexiko um 1,5 % (2025: 0,6 %).
Bei den wichtigsten Zielländern von United Internet in Europa sieht der IWF 2026 Polen mit 3,5 % (2025: 3,3 %) und Spanien mit 2,3 % (2025: 2,9 %) vorne. Danach sollen Großbritannien mit 1,3 % (2025: 1,4 %), Deutschland mit 1,1 % (2025: 0,2 %), Frankreich mit 1,0 % (2025: 0,8 %) und Italien mit 0,7 % (2025: 0,5 %) folgen.
Markt-Prognose: Entwicklung wesentlicher Bruttoinlandsprodukte aus Sicht von United Internet
Welt
3,2 %
3,3 %
USA
2,0 %
2,4 %
2,1 %
Kanada
1,9 %
1,6 %
Mexiko
1,5 %
0,6 %
Frankreich
1,2 %
1,0 %
0,8 %
Spanien
2,3 %
2,9 %
Italien
0,7 %
0,5 %
Polen
2,7 %
3,5 %
Großbritannien
1,3 %
1,4 %
Deutschland
1,1 %
0,2 %
2027e
2026e
2025
Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook (Update), Januar 2026
Mit dem erwarteten Wachstum für 2026 liegt der IWF leicht oberhalb der Prognose der Bundesregierung, die am 28. Januar 2026 im Rahmen des vom Bundeskabinett beschlossenen Jahreswirtschaftsberichts in Deutschland von einem Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts von 1,0 % in 2026 und 1,3 % in 2027 ausgeht. Im Herbst hatte die Regierung noch mit einem Plus des Bruttoinlandsproduktes 2026 von 1,3 % gerechnet.
Laut Bundesregierung ist das erwartete Wachstum allerdings größtenteils schuldenfinanziert und bleibt ohne konsequente Reformen der Standortbedingungen ein Strohfeuer. Entscheidend dafür sind Strukturreformen, die Investitionen erleichtern, Produktivität stärken und das Wachstum dauerhaft erhöhen.
Ein Teil der Wachstumsschwäche kommt von außen, aber die Antwort liegt auch im Inland: Entscheidend laut Bundesregierung ist es, dass schneller und entschlossener an der Verbesserung der Standortbedingungen gearbeitet wird. Die bisher erfolgten erste Schritte in diese Richtung reichen nicht aus. Nur mit höherem, selbsttragendem Wachstum können laut Bundesregierung die Folgen geopolitischen Umwälzungen und der tiefgreifende Strukturwandel bewältigt, die Tragfähigkeit der Staatsfinanzen und der Sozialsysteme gesichert und damit auch der soziale Frieden erhalten werden.
Laut Jahresprojektion soll die binnenwirtschaftliche Dynamik angesichts steigender Konsumausgaben und Investitionen zunehmen. Die Bunderegierung erwartet, dass anhaltende Reallohnzuwächse und staatliche Entlastungsmaßnahmen die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte erhöhen. Hinzukommen soll eine allmähliche Verbesserung der Arbeitsmarktperspektiven im Jahresverlauf, die das Konsumklima zusätzlich stärken soll. Auch die Investitionen dürften nach mehreren Jahren des Rückgangs im Jahresverlauf 2026 wieder Tritt fassen. Öffentliche, aber auch private Ausrüstungs- und Bauinvestitionen sollen durch umfangreiche staatliche Programme sowie durch verbesserte steuerliche Rahmenbedingungen stimuliert werden.
Der Außenhandel bleibt laut Bunderegierung hingegen weiterhin ein struktureller Schwachpunkt. Die globalen Rahmenbedingungen sind weiterhin von geopolitischen Spannungen, gestiegenem Protektionismus und einer schwächeren internationalen Nachfrage geprägt. Insbesondere die anhaltende, latente Drohung höherer US-Zölle sowie der zunehmende Wettbewerbsdruck aus China belasten die Exportperspektiven. Trotz einer robusten Nachfrage aus dem EU-Binnenmarkt rechnet die Bundesregierung auch 2026 mit einem negativen Wachstumsbeitrag des Außenhandels.
Weltweit sollen die Umsätze mit IT und Telekommunikation 2026 der Prognose zufolge um 6,4 % auf 5,7 Bio. € zulegen. Das stärkste Wachstum verzeichnen die USA mit einem Plus von 9,2 %, gefolgt von China (5,5 %), der EU ohne Deutschland (5,1 %), Indien (4,9 %) und dem Vereinigten Königreich (4,7 %). Deutschland liegt mit einem Wachstum von 4,4 % zwei Punkte unter dem globalen Durchschnitt, während Japan mit 1,1 % abgeschlagen ist.
Insgesamt entfallen 41 % der weltweiten Ausgaben für ITK auf die USA, die ihre dominante Stellung damit auch gegenüber China weiter ausbauen können. Mit deutlichem Abstand folgen China (11 %) und Japan (4,4 %). Deutschland erreicht einen Weltmarktanteil von 3,9 %, das Vereinigte Königreich kommt auf 3,8 %, Indien auf 2,4 %. Auf die EU ohne Deutschland entfallen 11 % des globalen ITK-Markts.
In Deutschland soll die digitale Wirtschaft trotz der Herausforderungen durch die schwierigen konjunkturellen Bedingungen weiter auf Wachstumskurs bleiben. So erwartet der Digitalverband Bitkom im deutschen Markt für IT und Telekommunikation (ITK) für 2026 ein Umsatzplus von 4,4 % (Vorjahr: +3,9 %) auf 245,1 Mrd. €.
Die Informationstechnik ist weiterhin der wichtigste Wachstumstreiber. Dieser Markt soll nach aktueller Bitkom-Prognose in 2026 um 5,8 % (Vorjahr: 5,3 %) auf 170,0 Mrd. € zulegen.
Vor allem das darin enthaltene Geschäft mit Software soll mit einem Plus von 10,2 % auf 58,3 Mrd. € nochmals stark zulegen. Ein wesentlicher Teil entfällt dabei auf Software für den Betrieb öffentlicher Clouds. Allein mit dieser Cloud-Software werden 2026 voraussichtlich 38,3 Mrd. € umgesetzt – ein Plus von 16,4 % im Vergleich zum Vorjahr. Künstliche Intelligenz gewinnt ebenfalls weiter an Dynamik, wenngleich der KI-Markt bislang ein deutlich kleineres Volumen hat. So sollen die Umsätze mit KI-Plattformen 2026 nach Bitkom-Berechnungen um 61 % auf 4,1 Mrd. € steigen, nachdem sie 2025 bereits um 62 % zulegen konnten.
Auch IT-Dienstleistungen sollen um 3,5 % auf 54,3 Mrd. € wachsen. Davon machen cloudbasierte Services mit 35,7 Mrd. € inzwischen rund zwei Drittel dieser Umsätze aus.
Last but not least soll auch der Markt für IT-Hardware 2026 insgesamt zulegen. Bitkom rechnet mit einem Umsatzwachstum von 3,9 % auf 57,4 Mrd. €, getragen vor allem durch Investitionen in digitale Infrastrukturen. Wichtigster Wachstumstreiber bleibt Infrastructure-as-a-Service (SaaS) – also gemietete Server-, Netzwerk- und Speicherkapazitäten. Dieser Bereich soll 2026 um 21,0 % zulegen und damit erneut deutlich stärker wachsen als andere Segmente. Zuwächse verzeichnen zudem Workstations (5,1 %), Mobile PCs (4,5 %) sowie Server (4,3 %). Leicht rückläufig bleiben dagegen weiterhin Consumer Electronics (-3,2 %) sowie Tablets (-3,5 %).
Die aus Sicht des Geschäftsmodells von United Internet wichtigsten ITK-Märkte sind insbesondere der deutsche Telekommunikationsmarkt im überwiegend abonnementfinanzierten Geschäftsbereich „Access“ sowie der weltweite Webhosting- und Cloud-Markt und der deutsche Online-Werbemarkt im abonnement- und werbefinanzierten Geschäftsbereich „Applications“.
Für den deutschen Telekommunikationsmarkt erwartet der Branchenverband Bitkom, dass der Markt in 2026 insgesamt um 1,2 % (Vorjahr: 1,2 %) auf 75,1 Mrd. € zulegen kann. Den größten Anteil daran haben weiterhin die Telekommunikationsdienste, deren Umsätze um 1,3 % (Vorjahr: 1,4 %) auf 54,1 Mrd. € steigen. Das Geschäft mit Endgeräten geht dagegen nochmals leicht um -1,2 % (Vorjahr: -2,6 %) auf 12,5 Mrd. € zurück, da Smartphones zunehmend länger genutzt werden. Deutlich dynamischer entwickeln sich auch weiterhin die Investitionen in die Telekommunikations-Infrastruktur, die um 4,6 % (Vorjahr: 6,6 %) auf 8,5 Mrd. € zulegen sollen.
Markt-Prognose: Telekommunikationsmarkt in Deutschland
Telekommunikations-Umsätze
75,1
74,2
+ 1,2 %
in Mrd. €
Veränderung
Quelle: Bitkom, Januar 2026
Die weltweiten Umsätze mit Webhosting Services sollen laut des Marktreports „Web Hosting Services Market Size, Share & Industry Analysis“ von Fortune Business Insights – nach einem Plus von 18,1 % in 2025 – im Geschäftsjahr 2026 um 19,7 % auf rund 178,8 Mrd. USD zulegen. Geographisch dominiert weiterhin Nordamerika mit einem Anteil von 41 % den globalen Markt, gefolgt von Europa. Der am schnellsten wachsende Markt ist hingegen die Region Asia / Pacific.
Mit Blick auf einzelne Länder erwartet Fortune Business Insights in 2026 einen Umsatz von 64,9 Mrd. USD in den USA, 16,4 Mrd. USD in China, 11,9 Mrd. USD in Deutschland, 11,5 Mrd. USD in Japan, 10,8 Mrd. USD in Großbritannien und 5,1 Mrd. USD in Indien.
Markt-Prognose: Webhosting Services weltweit
Umsatz Webhosting Services weltweit
178,76
149,30
+ 19,7 %
in Mrd. USD
Quelle: Fortune Business Insights; Web Hosting Services Market Size, Share & Industry Analysis, Update Dezember 2025
Der Markt für Cloud Services hat sich auch in 2026 dynamisch weiterentwickelt. Precedence Research erwartet laut des Marktreports „Cloud Computing Market Size“ erneut ein weltweites Wachstum für Cloud Services um 21,2 % auf dann rund 1.106,3 Mrd. USD.
Markt-Prognose: Cloud Services weltweit
Umsatz Cloud Services weltweit
1.106,28
912,77
+ 21,2 %
Quelle: Precedence Research; Cloud Computing Market Size, Share, and Growth Forecast, Update Oktober 2025
Nach einem Anstieg des Online-Werbemarktes um 10,6 % in 2025 rechnet PricewaterhouseCoopers auch für 2026 mit weiterem Wachstum und erwartet für den Gesamtmarkt (Mobile-Werbung & Desktop-Werbung) ein Plus von 8,9 % auf rund 23,4 Mrd. €.
Markt-Prognose: Gesamtmarkt Online-Werbung in Deutschland (Mobile-Werbung & Desktop-Werbung) – nach PwC
Online-Werbeumsätze
23,36
21,45
+ 8,9 %
Quelle: PricewaterhouseCoopers, German Entertainment and Media Outlook 2025 – 2029, Juni 2025
Auch 2026 wird die Gesellschaft weiter stark investieren, vor allem in den Ausbau ihres Glasfasernetzes und ihres Mobilfunknetzes. Der Cash-Capex soll bei 600 – 650 Mio. € liegen (2025: 730,8 Mio. €).
Nach dem konzerninternen Verkauf der 1&1 Versatel GmbH an die 1&1 AG Ende 2025 wird die United Internet AG im Geschäftsjahr 2026 ihre Segmentberichterstattung an die veränderte interne Unternehmenssteuerung und an die neue Segmentierung von 1&1 anpassen. Das Segment „Consumer Access“ wird zukünftig in „Consumer & Small Business“ umbenannt und das bisher darin enthaltene 1&1 Segment „1&1 Mobilfunknetz“ bildet ab 2026 zusammen mit dem Business Access Geschäft von 1&1 Versatel das neue Segment „Enterprises & Networks“. Die Segmente „Consumer Applications“ und „Business Applications“ bleiben unverändert.
Das Ergebnis der United Internet AG auf Ebene des Einzelabschlusses ist aufgrund ihrer Rolle als Holding-Gesellschaft im Wesentlichen durch das Beteiligungsergebnis (Ergebnisabführungen und Ausschüttungen) und das Zinsergebnis beeinflusst. Für das Geschäftsjahr 2026 geht der Vorstand aus heutiger Sicht (vorbehaltlich eventueller Sondereffekte) von einem leicht positiven Jahresergebnis aus (2025: -260,8 Mio. € inkl. außerplanmäßige Sondereffekte).
Die auf Kontinuität ausgerichtete aktionärsfreundliche Dividendenpolitik der United Internet AG soll sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Die Gesellschaft beabsichtigt auch zukünftig ca. 20 – 40 % des bereinigten Konzernergebnisses aus fortgeführten Geschäftsbereichen nach Minderheitenanteilen (das auf die „Anteilseigner der United Internet AG“ entfallende bereinigte Konzernergebnis – gemäß Konzern-Gesamtergebnisrechnung) an ihre Aktionäre auszuschütten. Voraussetzung ist, dass die Mittel nicht für die weitere Unternehmensentwicklung benötigt werden.
Der Vorstand der United Internet AG blickt optimistisch in die Zukunft. Dank des überwiegend auf elektronischen Abonnements beruhenden Geschäftsmodells sieht sich United Internet weitgehend stabil gegen konjunkturelle Einflüsse aufgestellt. Und mit den in den vergangenen Jahren getätigten Investitionen in Kundenbeziehungen, neue Geschäftsfelder, Netzinfrastrukturen (insbesondere ins Glasfasernetz von 1&1 Versatel und das Mobilfunknetz von 1&1) und die weitere Internationalisierung sowie durch Übernahmen und Beteiligungen wurde das Fundament für weiteres Wachstum verbreitert.
Diese nachhaltige Geschäftspolitik wird United Internet auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Dabei stehen in den Segmenten im Geschäftsjahr 2026 folgende Themen im Vordergrund.
Zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Lageberichts sieht der Vorstand die Gesellschaft auf gutem Wege, die im voranstehenden Abschnitt „Prognose für das Geschäftsjahr 2026“ näher erläuterte Prognose zu erreichen.
Der vorliegende Lagebericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Erwartungen, Annahmen und Prognosen des Vorstands der United Internet AG sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen basieren. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind verschiedenen Risiken und Unwägbarkeiten unterworfen und beruhen auf Erwartungen, Annahmen und Prognosen, die sich künftig möglicherweise als nichtzutreffend erweisen könnten. United Internet garantiert nicht, dass sich die zukunftsgerichteten Aussagen als richtig erweisen, übernimmt keine Verpflichtung und hat auch nicht die Absicht, die in diesem Bericht gemachten zukunftsgerichteten Aussagen anzupassen bzw. zu aktualisieren.
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