4.  Nichtfinanzielle Konzernerklärung

Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG sehen sich in der Verpflichtung, durch eine verantwortungsbewusste und langfristig ausgerichtete Unternehmensführung für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens und eine nachhaltige Wertschöpfung zu sorgen. Nach dem Selbstverständnis von United Internet geht unternehmerisches Handeln dabeiüber die Verfolgung wirtschaftlicher Ziele hinaus und beinhaltet auch eine Verpflichtung gegenüber Gesellschaft, Umwelt und Mitarbeitenden.

Nachhaltigkeit ist bereits in vielen Geschäftsprozessen integraler Bestandteil der unternehmerischen Steuerung. Entsprechend wird Nachhaltigkeit kontinuierlich konzernweit weiterentwickelt und organisatorisch verankert. Im Geschäftsjahr 2025 arbeiteten die Nachhaltigkeitsverantwortlichen aller Segmente in einem wöchentlich abgehaltenen Sustainability-Gremium eng und auf Augenhöhe zusammen. Zudem wurden die zuständigen Teams und Fachbereiche von United Internet weiter gestärkt und ein konzernübergreifendes Sustainability Board auf Vorstandsebene eingeführt. Dies ermöglicht die konzernweite Koordination von Nachhaltigkeitsinitiativen.

Vor dem Hintergrund eines weiterhin herausfordernden und sich dynamisch entwickelnden regulatorischen Umfelds richtet United Internet die Nachhaltigkeitsarbeit konsequent auf Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Ergebnisorientierung aus. Nachhaltigkeit wird dabei als Wert verstanden, an dem Fortschritt messbar gemacht wird. So wurde im Geschäftsjahr 2025 eine konzernweite Klimastrategie etabliert, die sich an der Methodik der Science Based Targets initiative (SBTi) orientiert. Auch im Bereich der sozialen Nachhaltigkeit sowie bei sensiblen Themen der digitalen Verantwortung, etwa der Bekämpfung von Fake News und dem verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI), wurden messbare Ziele und Maßnahmen definiert und aufgebaut bzw. befinden sich im Aufbau.

In der folgenden Erklärung legt das Kapitel „Allgemeine Angaben“ die grundlegenden Querschnittsanforderungen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung dar, einschließlich der Angabe von Unternehmensstrategie, Unternehmensführung, Wesentlichkeit und Einbezug von Stakeholderinnen und Stakeholdern. Das zweite Kapitel bildet die Umweltinformationen in Bezug auf den Klimawandel sowie Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft ab und wird ergänzt durch Angaben zur EU-Taxonomie. Innerhalb des Kapitels zu sozialer Nachhaltigkeit werden Informationen und Kennzahlen in Bezug auf die eigenen Arbeitskräfte, die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette sowie Verbraucherinnen und Verbraucher und Endnutzende dargelegt. Dabei werden auch Themen mit besonderer Relevanz für die Digitalwirtschaft, wie bspw. Informationssicherheit, beschrieben. Zuletzt folgt ein Kapitel mit Inhalten zur Unternehmensführung.

4.1  Allgemeine Angaben

Über diese Erklärung

Die nichtfinanzielle Konzernerklärung (Nachhaltigkeitserklärung) von United Internet wurde auf konsolidierter Basis erstellt. Sie reflektiert die Praktiken und Verpflichtungen des Konzerns ganzheitlich, einschließlich aller Segmente, Standorte sowie Konzern gesellschaften, an denen eine Mehrheitsbeteiligung besteht. Der Konsolidierungskreis entspricht dem des Konzernabschlusses.

United Internet hat wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte sowohl in der vor- als auch in der nachgelagerten Wertschöpfungskette bei der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse und Datenerhebung berücksichtigt, die sich über den Einkauf und Handel mit Hardware, die Bereitstellung von IT-Infrastruktur sowie digitale Dienstleistungen erstrecken. Für die nachgelagerte Wertschöpfung untersucht United Internet die Nachhaltigkeitsdimensionen im Zusammenhang mit dem Transport, der Nutzung und der Entsorgung der Produkte und Dienstleistungen. Das Geschäftsmodell des Unternehmens zeichnet sich durch langfristige Bindungen zu den Kundinnen und Kunden aus, getrieben durch Abonnementmodelle und Free Accounts. Die Basis dafür ist ein starker Fokus auf Datenschutz und Informationssicherheit während der Nutzungsphase. In der nachgelagerten Wertschöpfungskette sind der Umgang mit ausgedienter IT-Hardware und die Vermeidung von Elektroschrott ein zentrales Thema. United Internet betreibt zudem intensive Risikoanalysen bzgl. der menschenrechtlichen und umweltbezogenen Risiken in der unmittelbaren Lieferkette, insbesondere bei elektronischen Bauteilen, die aus internationalen Märkten stammen.

Die nichtfinanzielle Konzernerklärung wurde in Übereinstimmung mit § 315c i. V. m. §§ 289c bis 289e HGB aufgestellt. Dies schließt auch die in dieser nichtfinanziellen Berichterstattung enthaltenen Angaben zur Erfüllung der Anforderungen nach Artikel 8 der Verordnung (EU) 2020/852 (im Folgenden „EU-Taxonomie-Verordnung“) ein. Hinsichtlich Struktur und Darstellung der Informationen orientiert sich die Berichterstattung an den European Sustainability Reporting Standards (ESRS). Dies gilt insbesondere für folgende Aspekte:

  • qualitative Merkmale von Informationen
  • Doppelte Wesentlichkeit als Grundlage für die Angabe von Nachhaltigkeitsinformationen
  • Sorgfaltspflicht
  • Wertschöpfungskette
  • Erstellung und Darstellung von Nachhaltigkeitsinformationen
  • Aufbau der Nachhaltigkeitserklärung

Die gemäß der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse identifizierten Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities, IROs) bilden, in Anlehnung an das Konzept der ESRS, den Ausgangspunkt für die Identifikation der wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen. Im Anschluss werden für diese Nachhaltigkeitsthemen qualitative und im Einzelfall auch quantitative Informationen berichtet. Bei der Auswahl der qualitativen Informationen orientiert sich diese Erklärung an dem Konzept der „Richtlinien, Maßnahmen und Ziele“, wie es in ESRS 2 verankertist.

Dadurch wird formal betrachtet im Sinne des § 315c HGB i. V. m. § 289d HGB kein anerkanntes Rahmenwerk verwendet. Die Entscheidung für den Inhalt der Berichterstattung wurde vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen getroffen: der anhaltenden Unsicherheit im Zusammenhang mit der Umsetzung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und damit auch der ESRS in deutsches Recht und der von der EU angekündigten Vorschläge für eine signifikante Reduzierung der Berichterstattungspflichten.

Nachhaltigkeitsmanagement und Organisation

Im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen gemäß Artikel 19a Absatz 3 und Artikel 29a Absatz 3 der Richtlinie (EU) 2013/34 besteht für Unternehmen die Option, auf die Offenlegung von Informationen über bevorstehende Entwicklungen oder sich in Verhandlungsphasen befindende Angelegenheiten zu verzichten. United Internet hat diese Möglichkeit im Geschäftsjahr 2025 nicht in Anspruch genommen. Von der Möglichkeit, bestimmte Informationen zu geistigem Eigentum, Know-how oder Innovationsergebnissen aus dem Bericht auszuschließen, wurde kein Gebrauch gemacht.

Anforderungen an die Zusammensetzung des Gesamtgremiums

Der Aufsichtsrat der United Internet AG besteht ausschließlich aus von den Anteilseignerinnen und Anteilseignern gewählten Mitgliedern. Im Zeitraum vom 4. Juli 2024 bis zum 14. Mai 2025 setzte er sich aus fünf Mitgliedern zusammen, darunter zwei Frauen (40 % ). Mit der turnusgem äß en Neuwahl der Aufsichtsratsmitglieder durch die Hauptversammlung am 15. Mai 2025 umfasst das Gremium sechs Mitglieder, darunter zwei Frauen. Das entspricht einem Verhältnis von eins zu zwei. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats gelten als unabhängig.

Der Vorstand von United Internet bestand im Jahr 2025 aus drei Mitgliedern. Durch das planmäßige Ausscheiden eines Vorstandsmitglieds zum Ablauf des 31. Dezember 2025 setzt sich der Vorstand seit dem 1. Januar 2026 aus zwei Mitgliedern zusammen. Im Geschäftsjahr 2025 waren im Vorstand keine Frauen vertreten.

Sowohl die Mitglieder des Vorstands als auch die Mitglieder des Aufsichtsrats von United Internet verfügen in ihrem jeweiligen Gremium über umfassende Erfahrungen, die für die Sektoren, Produkte und geografischen Standorte des Unternehmens relevant sind. Sie verfügen in ihrer Gesamtheit über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen, sodass sowohl im Vorstand als auch im Aufsichtsrat jeweils ein möglichst breites Spektrum der für das Unternehmen relevanten Kenntnisse und Erfahrungen abgedeckt wird und insbesondere die folgenden Voraussetzungen erfüllt werden:

  • vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen in der Telekommunikations-, Medien- und / oder IT-Branche
  • Fachkenntnisse oder Erfahrungen aus anderen Wirtschaftsbereichen
  • unternehmerische bzw. operative Erfahrungen
  • mindestens ein Mitglied mit Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung, wobei der Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontroll- und Risikomanagementsystemen zu bestehen und sich auch auf die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu beziehen hat
  • mindestens ein weiteres Mitglied mit Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung, wobei der Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen auf dem Gebiet der Abschlussprüfung zu bestehen und sich auch auf die Prüfung der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu beziehen hat
  • Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit
  • vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen in den Gebieten Governance und Compliance
  • Kenntnisse und Erfahrungen bei der Strategieentwicklung und -umsetzung
  • vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen im Controlling und Risikomanagement
  • Kenntnisse und Erfahrungen bei der Personalplanung und -führung (Human Resources, HR)
  • Expertise zu den Bedürfnissen kapitalmarktorientierter Unternehmen
  • mindestens ein Mitglied mit mehrjähriger im Ausland oder in einem international tätigen Unternehmen erworbener operativer Erfahrung

Herr Ralph Dommermuth verfügt als Gründer und langjähriger Vorsitzender des Vorstands von United Internet über umfangreiche Kenntnisse und Erfahrungen auf den vorgenannten Gebieten sowie über langjährige Expertise in der Telekommunikations- und Internet-Branche. Darüber hinaus verfügt er über umfassende Praxiserfahrung und Kenntnisse in allen wesentlichen Teilbereichen der Unternehmensführung, konkret in den Bereichen Unternehmensstrategie, operative Unternehmensführung, Organisation und Personalführung, Finanz- und Risikomanagement, Corporate Governance, Recht und Compliance sowie Kommunikation und Stakeholder Management. Als Vorstandsvorsitzender achtet er darauf, dass Nachhaltigkeitsaspekte bei allen wesentlichen Entscheidungen berücksichtigt und in den maßgeblichen Prozessen implementiert werden.

Das bis zum 31. Dezember 2025 amtierende Vorstandsmitglied Markus Huhn war seit 1994 in verschiedenen leitenden Funktionen innerhalb der United Internet Gruppe tätig. Seit 2013 verantwortete er als Vorstandsmitglied der 1&1 Telecommunication SE bis März 2023 den Finanzbereich und bis Ende 2025 das Personalressort. Vom 1. Juli 2019 bis Ende 2024 war er zudem Finanzvorstand der 1&1 AG. Seit dem 1. April 2023 war er bis zu seinem Ausscheiden am 31. Dezember 2025 Mitglied des Vorstands von United Internet mit dem Ressort Shared Services und der Verantwortung für die Bereiche Commercial and ICS Services, Corporate HR & HR Services, Corporate Real Estate Management sowie Technology Services. Dementsprechend verfügt auch Herr Huhn über Kenntnisse und Erfahrungen auf den o. g. Gebieten. Insbesondere verfügt er über langjährige Erfahrungen in der Telekommunikationsbranche auf den geografischen Märkten, in denen das Segment „Consumer Access“ Festnetz- und Mobilfunkprodukte anbietet. Im Rahmen seiner Verantwortlichkeiten hat er die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten in den maßgeblichen Prozessen implementiert.

Das seit dem 1. Januar 2025 amtierende Vorstandsmitglied Carsten Theurer verantwortet das Vorstandsressort Finanzen. Herr Theurer war zuvor über 20 Jahre in unterschiedlichen Sparten der global agierenden Schwarz Gruppe tätig, zuletzt als Group-CFO. Er verfügt über umfangreiche Kenntnisse und Erfahrungen auf allen o. g. Gebieten sowie Erfahrung in der strategischen und operativen Unternehmensführung in anderen Wirtschaftsbereichen, konkret im Handel und der Lebensmittelproduktion. In diesem Zusammenhang hat Herr Theurer auch langjährige Expertise in den für Unternehmen bedeutsamen Nachhaltigkeitsfragen gesammelt, die größtenteils auch für die United Internet Gruppe relevant sind, insbesondere hinsichtlich der Entwicklung und Umsetzung einer Nachhaltigkeitsstrategie. Als Betriebswirt und aufgrund seiner langjährigen Erfahrung als CFO verfügt Herr Theurer über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung und Abschlussprüfung und ist vertraut mit Rechnungslegungsgrundsätzen, Kontroll- und Risikomanagementsystemen, Controlling, Governance und Compliance sowie Personalplanung und -führung. Im Vorstandsressort von Herrn Theurer ist das Team Corporate Sustainability angesiedelt, mit dem er intensiv zusammenarbeitet und die Weiterentwicklung und Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie maßgeblich mitgestaltet.

Auch die Mitglieder des Aufsichtsrats verfügen über einschlägige Kenntnisse und Erfahrungen auf den vorgenannten Gebieten. Die entsprechende Expertise jedes einzelnen Aufsichtsratsmitglieds ist aus der Qualifikationsmatrix ersichtlich, die in der nach den §§ 289f und 315d HGB abgegebenen Erklärung zur Unternehmensführung im Lagebericht in Kapitel 8 enthalten ist.

Vorstand und Aufsichtsrat stellen die erforderlichen Fähigkeiten und Fachkenntnisse zur Überwachung von Nachhaltigkeitsaspekten sicher. Die Mitglieder verfügen über Kenntnisse der CSRD und der einschlägigen ESRS. Darüber hinaus werden sie durch den Bereich Corporate Sustainability regelmäßig über aktuelle rechtliche und fachliche Entwicklungen im Bereich Nachhaltigkeit informiert und geschult. Die vorhandenen und fortlaufend erweiterten und vertieften Fähigkeiten und Sachkenntnisse der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats im Bereich Nachhaltigkeit werden von diesen bei allen unternehmerischen Entscheidungen genutzt, um wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen von Nachhaltigkeitsaspekten im Zusammenhang mit unternehmerischen Entscheidungen und auch allgemein bei der Leitung und Überwachung des Unternehmens zu berücksichtigen.

Die Namen der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats werden in der na ch den §§ 289f und 315d HGB abgegebenen Erklärung zur Unternehmensführung in Kapitel 8 wiedergegeben. Dort ist auch angegeben, welche Aufsichtsratsmitglieder dem vom Aufsichtsrat gebildeten Prüfungs- und Risikoausschuss angehören, ebenso wie die Kompetenzbereiche der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder in den Bereichen ökologische und soziale Nachhaltigkeit, Governance sowie Compliance.

Der Prüfungs- und Risikoausschuss des Aufsichtsrats hat verschiedene Aufgaben und Zuständigkeiten inne, die in einer Geschäftsordnung festgelegt sind. Danach unterstützt er den Gesamtaufsichtsrat u. a. bei der umfangreichen Überwachung der Rechnungslegung und beschäftigt sich ferner intensiv mit dem Jahresabschluss und dem Konzernabschluss sowie dem zusammengefassten Lagebericht, inkl. der Nachhaltigkeitserklärung. In diesem Zusammenhang erörtert er mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer die Berichte, den Ablauf, die Schwerpunkte und die Methodik der Prüfung, nimmt die Ergebnisberichte des Abschlussprüfers entgegen und gibt insoweit Empfehlungen an den Aufsichtsrat. Zudem beurteilt er regelmäßig die Qualität der Abschlussprüfung und überwacht in Zusammenarbeit mit dem Vorstand die Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems, des Compliance-Management-Systems und des internen Revisionssystems, einschließlich der Fraud-Berichterstattung. Dabei umfasst die Risikodarstellung auch wesentliche Rechtstreitigkeiten, sowie damit verbundene Risiken für den Konzern und neben den finanziellen Risiken auch Reputationsrisiken sowie Nachhaltigkeitsrisiken.

Bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben berücksichtigt der Prüfungs- und Risikoausschuss stets Nachhaltigkeitsaspekte, wie es in seiner Geschäftsordnung explizit festgelegt ist und darüber hinaus. In diesem Zusammenhang liegt auch die Überwachung der wesentlichen IROs, die sich aus der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse ergeben, in der Verantwortung des Prüfungs- und Risikoausschusses.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat von United Internet werden im Rahmen regelmäßiger Gremiensitzungen (mindestens viermal jährlich) über wesentliche, nachhaltigkeitsbezogene IROs sowie damit verbundene Strategien, Richtlinien, Konzepte, Maßnahmen, Kennzahlen und Ziele informiert. Diese und weitere nachhaltigkeitsbezogene Themen sind im Bericht des Aufsichtsrats dokumentiert.

Bei strategischen Entscheidungen, wesentlichen Transaktionen im Rahmen des Risikomanagements sowie bei anderen bedeutenden unternehmerischen Angelegenheiten berücksichtigen Vorstand und Aufsichtsrat neben strategischen, wirtschaftlichen und finanziellen Aspekten auch ökologische und soziale Auswirkungen, Risiken und Chancen. Werden im Einzelfall Kompromisse eingegangen, werden mögliche Zielkonflikte zwischen Nachhaltigkeitskriterien und wirtschaftlichen Erfordernissen gegeneinander abgewogen.

Über die Aufbau- und Ablauforganisation und den jeweiligen Status der Zielerreichungen lässt sich der Aufsichtsrat regelmäßig sowohl direkt aus den entsprechenden Fachbereichen sowie durch den Vorstand informieren.

Ziele im Zusammenhang mit wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen werden durch die Fachbereiche in Zusammenarbeit mit dem Nachhaltigkeitsmanagement erarbeitet und durch die jeweiligen Fachbereichsleitungen freigegeben. Ziele mit strategischer Relevanz für das Unternehmen werden mit dem Vorstand abgestimmt und dem Prüfungs- und Risikoausschuss des Aufsichtsrats vorgestellt. Die Fortschritte der Zielerreichung werden durch den Bereich Corporate Sustainability laufend überwacht, welcher dem Vorstand und dem Prüfungs- und Risikoausschuss in regelmäßigen Abständen darüber berichtet, sodass diese Gremien diesbezüglich ihre Leitungs- bzw. Überwachungsfunktion erfüllen können. Für die Strategie und Zielsetzung im Bereich Klima sowie die Strategie im Bereich der sozialen Nachhaltigkeit mit Fokus auf die eigene Belegschaft gab es im Geschäftsjahr 2025 Sondertermine mit dem Aufsichtsrat. Die Klimastrategie für die direkten Unternehmensemissionen (Scope 1 und 2) wurde durch den Vorstand und Aufsichtsrat offiziell verabschiedet.

Die Anreizsysteme für die Vorstandsmitglieder von United Internet integrieren ESG-Kriterien als Bestandteil der kurzfristigen, variablen Vergütung. Dies steht im Einklang mit der Verpflichtung zu Nachhaltigkeit und wurde in der Hauptversammlung im Mai 2021 erstmals beschlossen. Seit dem Geschäftsjahr 2022 ist diese Regelung bei neuen Vorstandsdienstverträgen implementiert. Der Ansatz zielt darauf ab, Nachhaltigkeitsziele in den Entscheidungshorizont des Vorstands zu rücken und ein gezieltes Nachhaltigkeitsengagement zu fördern. Detaillierte Informationen zur Vergütungsstruktur von Vorstand und Aufsichtsrat können dem nach § 162 AktG veröffentlichten Vergütungsbericht entnommen werden, der auf der Internetseite des Unternehmens verfügbar ist.

Due Diligence bei UnitedInternet

Die Erfüllung der Sorgfaltspflicht in Nachhaltigkeitsfragen wird bei United Internet durch eine klare Organisationsstruktur gewährleistet. Das konzernweite Nachhaltigkeitsmanagement koordiniert die Implementierung entsprechender Prozesse und Prinzipien. Auf Konzernebene erfolgt die Formulierung übergeordneter Grundsätze. Diese zentralen Grundsätze werden in einem iterativen Prozess in die Nachhaltigkeitsarbeit der Segmente eingebettet, wobei die Segmentvorstände für die konkrete Umsetzung und Anpassung an spezifische Gegebenheiten und Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit verantwortlich sind. Konzernweite Richtlinien unterliegen einem Freigabeprozess durch den Finanzvorstand von United Internet, die Finanzvorstände der Segmente sowie die jeweils zuständigen Fachbereichsvorstände. Maßnahmen werden i. d. R. durch die Fachbereiche verantwortet, in enger Abstimmung mit den Leitungsorganen. Die periodische Berichterstattung an den Gesamtvorstand und die Einbeziehung des Aufsichtsrats sichern eine kontinuierliche Überprüfung und Förderung der Nachhaltigkeitsbemühungen im gesamten Konzern .

Übersicht der wichtigsten Aspekte und Schritte des Verfahrens zur Erfüllung der Sorgfaltspflicht in der Nachhaltigkeitserklärung:

a) Einbindung der Sorgfaltspflicht in Governance, Strategie und Geschäftsmodell

Nachhaltigkeitsmanagement und Organisation : Anforderungen an die Zusammensetzung des Gesamtgremiums

Geschäftsmodell, Strategie und Wertschöpfungskette: wesentliche IROs und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell

Klimawandel: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen

Klimawandel: Ermittlung und Bewertung der wesentlichen klimabezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen

Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen

Arbeitskräfte von United Internet: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen

Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen

Verbraucherinnen und Verbraucher, Endnutzende: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen

Governance-Informationen: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen

b) Einbindung betroffener Stakeholderinnen und Stakeholder in alle wichtigen Schritte der Verfahren zur Erfüllung der Sorgfaltspflicht

Nachhaltigkeitsmanagement und Organisation : Anforderungen an die Zusammensetzung des Gesamtgremiums

Geschäftsmodell, Strategie und Wertschöpfungskette: Interessen und Standpunkte der Stakeholder-Gruppen

Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen: Doppelte Wesentlichkeitsanalyse

Klimawandel: Richtlinien

Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft: Richtlinien

Einführung in den Bereich Soziales: Schutz der Menschenrechte und Grundsatzerklärung

Arbeitskräfte von United Internet: Richtlinien

Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette: Richtlinien

Verbraucherinnen und Verbraucher, Endnutzende: Richtlinien

Governance-Informationen: Richtlinien

c) Ermittlung und Bewertung negativer Auswirkungen

Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen: Doppelte Wesentlichkeitsanalyse

Geschäftsmodell, Strategie und Wertschöpfungskette: wesentliche IROs und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell

Klimawandel: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen

Klimawandel: Ermittlung und Bewertung der wesentlichen klimabezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen

Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen

Arbeitskräfte von United Internet: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen

Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen

Verbraucherinnen und Verbraucher, Endnutzende: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen

Governance-Informationen: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen

d) Maßnahmen gegen diese negativen Auswirkungen

Klimawandel: Maßnahmen

Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft: Maßnahmen

Arbeitskräfte von United Internet: Maßnahmen

Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette: Maßnahmen

Verbraucherinnen und Verbraucher, Endnutzende: Maßnahmen

Governance-Informationen: Maßnahmen

e) Nachverfolgung der Wirksamkeit dieser Bemühungen und Kommunikation

Klimawandel: Ziele

Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft: Ziele

Arbeitskräfte von United Internet: Ziele

Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette: Ziele

Verbraucherinnen und Verbraucher, Endnutzende: Ziele

Governance-Informationen: Ziele

Klimawandel: Kennzahlen

Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft: Kennzahlen

Arbeitskräfte von United Internet: Kennzahlen

Governance-Informationen: Kennzahlen

Kernelemente

Abschnitte in der Nachhaltigkeitserklärung



Risikomanagement und internes Kontrollsystem

Ziel des Risikomanagement- und internen Kontrollsystems (RMS und IKS) ist das frühzeitige Erkennen und Begrenzen von Risiken. Das Risikomanagement- und Kontrollsystem für die Nachhaltigkeitsberichterstattung orientiert sich im Ansatz an den Methoden und Prozessen der Finanzberichterstattungssysteme, welche im Kapitel 5.1 „Risikobericht“ des Lageberichts näher erläutert werden. Diese werden laufend an sich ändernde Rahmenbedingungen angepasst und kontinuierlich weiterentwickelt.

Risiken für die Nachhaltigkeitsberichterstattung beziehen sich insbesondere auf die Nichtveröffentlichung oder die Veröffentlichung fehlerhafter Daten innerhalb der nichtfinanziellen Konzernerklärung. Diese Risiken wurden durch das Risikomanagement in Zusammenarbeit mit Corporate Sustainability geprüft. Es wurden keine meldepflichtigen Risken identifiziert, die den Erwartungswert von 250.000 überschreiten. Zusätzliche Risiken können durch alle Mitarbeitenden laufend an das Risikomanagement gemeldet werden, wo sie gemeinsam mit den Fachabteilungen geprüft und bewertet werden. Anschließend werden neue Risiken durch den Finanzvorstand von United Internet bestätigt.

Eine Integration von Risiken in Bezug auf die Berichterstattung in das systemunterstützte IKS wurde ebenfalls geprüft. Im Geschäftsjahr 2025 ist die Entscheidung gegen eine systemseitige Integration gefallen, dies wird im kommenden Geschäftsjahr aber erneut geprüft. Kontrollen zur Vollständigkeit, Qualität und Richtigkeit der qualitativen und quantitativen Daten finden durch das Corporate Sustainability Team statt, das für die zentrale Nachhaltigkeitsberichterstattung zuständig ist. Um sicherzustellen, dass innerhalb der dezentral aufgestellten Konzernstruktur Informationen fristgerecht durch die Fachbereiche und Segmente zugeliefert werden, sind klare, einheitliche Prozesse etabliert, die sich in einer kontinuierlichen Weiterentwicklung befinden. Der Status der Datenzulieferung wird sowohl in Tabellen als auch in der Nachhaltigkeits-Software Footprint Intelligence nachverfolgt. Für zentrale Kennzahlen, bspw. für Mitarbeitenden-Kennzahlen, gibt es Fachbereichsverantwortliche, die Daten nach dem Bottom-up-Prinzip aus den Segmenten erheben und konsolidieren. Dort wird fachlich bereits auf Vollständigkeit und Plausibilität der Da ten geprüft, Corporate Sustainability prüft die Kennzahlen nach Übergabe durch den Fachbereich zusätzlich.

Sowohl mit Fachbereichen als auch mit dem Sustainability Management der Segmente finden regelmäßige Austauschtermine statt, um Risiken bei der Datenlieferung frühzeitig zu besprechen und Lösungsansätze zu finden. Wird ein Risiko erkannt, das auf operativer Ebene nicht gelöst werden kann, bilden die Finanzvorstände der Segmente die Eskalationsstufe. Vorstand und Prüfungsausschuss von United Internet werden regelmäßig über den Status der Datenerhebung und Berichterstattung sowie damit zusammenhängende Risiken informiert, ebenso über den Zielerreichungsstand der Klimastrategie.

Geschäftsmodell, Strategie und Wertschöpfungskette

Geschäftstätigkeit

United Internet ist ein Konzern mit insgesamt 10.970 Mitarbeitenden. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Anzahl an Mitarbeitenden nach geografischen Regionen:

Gesamtzahl der Beschäftigten

10.970

11.154

davon: Deutschland

8.831

9.157

davon: weitere europäische Staaten

1.370

1.379

davon: außerhalb Europas

769

618

Zahl der Beschäftigten nach geografischen Regionen

2025

2024

Der Konzern gliedert sich in mehrere Segmente mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen. Einzelheiten zu den Segmenten und deren Geschäftsmodellen sowie angebotenen Produkten und Dienstleistungen, bedeutenden Märkten und Kundengruppen finden sich in Kapitel 1 „Grundlagen der Gesellschaft und des Konzerns“.

United Internet verwendet die nichtfinanziellen Steuerungskennzahlen „Anzahl und Wachstum der kostenpflichtigen Kundenverträge“ sowie „ werbefinanzierte Free Accounts“. Diese sind jedoch nicht als „bedeutsamste nichtfinanzielle Leistungsindikatoren“ im Sinne des Deutschen Rechnungslegungsstandards Nr. 20 eingestuft. Weiterführende Informationen sind in den Kapiteln 1.3 „Steuerungssysteme“, 2.2 „Geschäftsverlauf“ und 2.3 „Lage des Konzerns“ enthalten.

Nachhaltigkeitsstrategie

Im Geschäftsjahr 2025 lag der Fokus der Nachhaltigkeitsstrategie auf der Erarbeitung einer konzernweiten Klimastrategie für die betriebsbedingten Emissionen. Im Rahmen der Klimastrategie wurden konkrete, wissenschaftsbasierte Reduktionsziele angelehnt an die SBTi festgelegt, welche im Kapitel „Klimawandel Ziele“ detailliert dargestellt werden. Die beschlossenen Reduktionspfade entsprechen dem 1,5°-Pfad des Pariser Klimaabkommens. Im Jahr 2026 sollen die Emissionsreduktionsziele konzernweit auf die Emissionen der Wertschöpfungskette ausgeweitet werden.

Eng verzahnt mit der Emissionsreduktion ist das Thema der Energieeffizienz, das insbesondere für die Rechenzentren sowie das 1&1 O-RAN eine zentrale Rolle spielt. Um Energie und andere Ressourcen möglichst effizient zu nutzen, wurden neue, ISO-zertifizierte Energie- und Umweltmanagementsysteme in den Segmenten aufgebaut. Dadurch können Umweltkennzahlen systematisch erfasst, bewertet und optimiert werden.

Die Nachhaltigkeitsstrategie in Bezug auf die Mitarbeitenden von United Internet konzentrierte sich im Geschäftsjahr 2025 auf die Stärkung der sozialen Sicherheit, die Förderung interner Entwicklungswege, die Weiterentwicklung der Arbeitgeberattraktivität, den systematischen Ausbau von Lernen und Beschäftigungsfähigkeit sowie die Etablierung einer modernen Führungs- und Unternehmenskultur. Ein besonderer Schwerpunkt lag und liegt weiterhin auf Diver sität und Inklusion , um Chancengleichheit zu fördern und vielfältige Perspektiven im Unternehmen zu stärken. Konkrete Ziele werden in Kapitel „Arbeitskräfte von United Internet“ beschrieben.

Im Bereich der Digitalen Ethik und Verantwortung war der Umgang mit Künstlicher Intelligenz ein strategisch relevantes Themenfeld. Die Integration von KI in Produkte und Services birgt die Gefahr von KI-Verzerrung, also systematischen Verzerrungen in Daten oder Algorithmen, die zu einer Benachteiligung bestimmter Kundengruppen führen können. Um Mitarbeitende für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz zu sensibilisieren, wurden Richtlinien sowie segmentspezifische Schulungen zum Thema der Künstlichen Intelligenz im Konzern ausgerollt. Der Verbreitung von Fake News, die sich u. a. durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz in den sozialen Medien verbreiten und die eine Gefahr für die faktenbasierte Meinungsbildung darstellen, wird insbesondere im Segment „Consumer Applications“ durch verschiedene Strategien und Maßnahmen begegnet.

Weiter wurde im Geschäftsjahr 2025 daran gearbeitet, Nachhaltigkeitsaspekte auf verschiedenen Organisationsebenen zu verankern und damit den Wandel hin zu einer konsistenten Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsbelangen in Steuerungs , Anreiz und Arbeitsprozessen zu unterstützen. In der Holding (Corporate) sowie den Segmenten „Consumer Access“ und „Business Applications“ wurden zu diesem Zweck ESG-Ziele in die variable Vergütung der Vorstandsmitglieder in tegriert, im Fall von „Consumer Access“ gilt dies zusätzlich für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands. Im Segment „Business Applications“ sind Energieeffizienzziele mit der Vorstandsvergütung verknüpft. Um umweltbewusstes Handeln im operativen Arbeitsalltag zu fördern, wurde eine verpflichtende Nachhaltigkeitsweiterbildung für alle Mitarbeitenden, ausgenommen jene im Segment „Business Applications“, entwickelt, deren Einführung für das Geschäftsjahr 2026 vorgesehen ist.

Aufgrund der unterschiedlichen Geschäftsfelder haben die Segmente jeweils eigene Nachhaltigkeitsstrategien mit spezifischen Zielen für das jeweilige Geschäftsmodell und die damit verbundenen Produkte und Dienstleistungen entwickelt. Diese Strategien beinhalten Maßnahmen zur Förderung ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit in den Kernprodukten und -dienstleistungen, in der Interaktion mit Kundinnen und Kunden und Stakeholderinnen und Stakeholdern sowie in der Wertschöpfungskette.

Soweit nicht anders beschrieben, beziehen sich die Strategie und die Ziele auf den gesamten Konzern, also alle Standorte und Länder, an bzw. in denen das Unternehmen tätig ist, alle Kundenkategorien oder Produkte und Services.

Die Analyse der tatsächlichen oder potenziellen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit und -beziehung von United Internet auf Nachhaltigkeitsaspekte im Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse ist Teil der laufenden Strategieentwicklung. Das Unternehmen ist bestrebt, durch diesen Strategieprozess wesentliche Herausforderungen zu identifizieren, sie in Bezug zu ihrer finanziellen Materialität zu setzen und hieraus strategische Schwerpunkte zu entwickeln und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Wertschöpfungskette und Geschäftsmodell

United Internet hat wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte sowohl in der vor- als auch in der nachgelagerten Wertschöpfungskette bei der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse und Datenerhebung berücksichtigt, die sich von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung erstreckt. Die Darstellung erfolgt aus Segmentsicht. Alle genannten Konzernsegmente gehören zur eigenen Geschäftstätigkeit und sind nicht Teil der vor- bzw. nachgelagerten Wertschöpfungskette im Sinne der Konzernperspektive.

Ein Bild, das Text, Screenshot, Schrift, Zahl enthält. KI-generierte Inhalte können fehlerhaft sein.

Die Grafik stellt die drei wesentlichen Wertschöpfungsketten „Hardware-Einkauf und -Handel“ , „IT-Infrastruktur Bereitstellung“ und „Digitale Dienstleistungen“ von United Internet dar. Im Folgenden wird auf jede dieser Wertschöpfungsketten einzeln eingegangen.

Die Wertschöpfungskette „Hardware-Einkauf und -Handel“ liegt im Bereich des Segments „Consumer Access“ sowie im Bereich von Corporate . Während „Consumer Access“ primär Privatkundinnen und Privatkunden in Deutschland bedient, betreibt Corporate den Einkauf der von den Mitarbeitenden genutzten Geräte für die Segmente „Business Applications“ und „Consumer Applications“.

  • Hardware-Einkauf und -Handel

Zur vorgelagerten Wertschöpfungskette gehören in erster Linie Gerätehersteller wie Samsung, Apple und Dell, die insbesondere Smartphones und Laptops liefern, sowie Versanddienstleistungsunternehmen. Vor dem Start der Produktion erfolgt der Rohstoffabbau für zahlreiche notwendige Rohstoffe, u. a. Erdöl zur Kunststoffproduktion, Aluminium, Silizium, Lithium, Kupfer und kritische Rohstoffe wie Indium, leichte seltene Erden und Kobalt, welche primär in Ländern wie China, Australien, den USA, Chile oder der Demokratischen Republik Kongo abgebaut werden. Die Geräteherstellung selbst findet hauptsächlich in asiatischen Ländern wie China, Vietnam oder Indien statt, während die vorgelagerte Logistik als global zu betrachten ist.

Die eigene Wertschöpfung findet in Deutschland statt, ebenso wie die nachgelagerte Wertschöpfung, zu welcher sowohl der Transport zu Kundinnen und Kunden als auch die Entsorgung bzw. die Wiederaufbereitung von Altgeräten zählt. Die umweltgerechte Wiederaufbereitung und Entsorgung von Endgeräten und IT-Altgeräten ist ein signifikanter Umweltaspekt der nachgelagerten Aktivitäten. Hierfür setzt United Internet auf spezialisierte Geschäftspartner, um Ressourcen zu schonen und Umweltauswirkungen zu minimieren.

  • IT-Infrastruktur Bereitstellung

Die IT-Infrastruktur, bestehend aus Rechenzentren und Telekommunikationsinfrastruktur, wird durch die Segmente „Business Applications“, „Business Access“ und „Consumer Access“ betrieben. Dabei nimmt „Business Applications“ eine Sonderrolle ein, da die durch das Segment betriebenen Rechenzentren innerhalb des Unternehmens von den Segmenten „Consumer Access“, „Consumer Applications“ und Corporate genutzt werden. Ebenso wird die Telekommunikationsinfrastruktur von „Business Access“ auch von „Consumer Access“ genutzt, sodass sich die Abbildung der Wertschöpfungsketten zwischen den beiden Segmenten überlagert. In der vorgelagerten Wertschöpfungskette sind die Segmente „Business Applications“ und „Business Access“, aber auch Hardware-Lieferanten, Energie-, Rechenzentrums- und Softwareanbieter und weitere Netzvorleister zu finden. Weiterhin werden der Anlagenbau bzgl. Glasfaser- und Antennennetz, Netzvorleistungen und auch die Produktion von Hardware, wie z. B. den Servern, und die Versorgung mit Elektrizität hier verortet.

Am Anfang der Wertschöpfungskette steht der Abbau von Rohstoffen für die benötigte Hardware in Ländern wie China, den USA, Chile und der Demokratischen Republik Kongo. Die Hardware-Produktion selbst findet u. a. in den USA, Taiwan und Japan statt. Zusätzlich zu den Rohstoffen für die Geräteherstellung werden Rohstoffe für den Anlagenbau benötigt, wie z. B. Zement, Quarzsand, Kupfer oder Stahl. Die Vorleistungen zum Netz wurden im Geschäftsjahr 2025 aus Deutschland, u. a. von Telefónica und Vodafone, bezogen. Vorgelagerte Rechenzentren befinden sich in ganz Europa, aber auch in den USA. Hierzu zählen sowohl die Co-Location-Rechenzentren von externen Partnern als auch die Rechenzentren von „Business Applications“. Die Stromversorgung der Rechenzentren findet generell lokal statt.

Die eigene Wertschöpfung ist in erster Linie in Deutschland verortet, da sich hier die wesentlichen Bürostandorte und das Glasfaser- und Antennennetz befinden. Zusätzlich gibt es vereinzelt Büros in anderen europäischen Ländern, auf den Philippinen und in den USA.

Die nachgelagerte Wertschöpfung kann grundsätzlich weltweit erfolgen. Die Kunden von „Business Applications“ sind jedoch primär in Europa und Nordamerika zu finden, während die Kundinnen und Kunden von „Business Access“ und „Consumer Access“ hauptsächlich in Deutschland verortet sind.

  • Digitale Dienstleistungen
  • Die dritte Wertschöpfungskette erfolgt durch die Segmente „Consumer Applications“ und „Business Applications“. „Consumer Applications“ nutzt wiederum digitale Dienstleistungen von „Business Applications“, weshalb dieses Segment auch in der vorgelagerten Wertschöpfungskette zu finden ist. In der vorgelagerten Wertschöpfung befindet sich zudem die benötigte IT-Infrastruktur, die sowohl durch „Business Applications“ als auch durch Co-Location-Rechenzentren geliefert wird. Rohstoffabbau, Hardware-Produktion und Stromversorgung erfolgen analog zur Wertschöpfungskette „IT-Infrastruktur-Bereitstellung“. Gleiches gilt für die Rechenzentren und Büros der eigenen Wertschöpfung.

Während das Segment „Business Applications“ sich primär an Geschäftskunden in Europa und Nordamerika richtet, liegt der Fokus der Aktivitäten von „Consumer Applications“ im DACH-Raum. Grundsätzlich können die digitalen Dienstleistungen jedoch weltweit abgerufen und verwendet werden.

United Internet hat keine wesentlichen Aktivitäten im fossilen Brennstoffsektor sowie in der Förderung, Verarbeitung oder im Handel von Kohle und Öl. Bislang stellte der Energiehandel im Segment „Consumer Applications“ einen zusätzlichen Teil der Wertschöpfungskette von United Internet dar, in der Strom- und Gasverträge für Endkundinnen und Endkunden angeboten wurden. Der Anteil dieser Tätigkeiten am Konzernumsatz belief sich in der Vergangenheit auf unter 1 % . Der Geschäftsbereich wurde im Oktober 2025 veräußert.

Interessen und Standpunkte derStakeholder-Gruppen

Die Geschäftstätigkeit von United Internet setzt einen kontinuierlichen Dialog und eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Stakeholder-Gruppen voraus. Besonders mit Blick auf die Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt, bei der Identifikation wesentlicher Nachhaltigkeitsaspekte im Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse, der Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie, der Festlegung von Zielen sowie der Feststellung der Zielerreichung ist ein enger Kontakt mit verschiedenen Stakeholder-Gruppen essenziell. Um die Kommunikation und Kooperation mit Stakeholderinnen und Stakeholdern weiter zu stärken und deren Interessen zu berücksichtigen, steht United Internet über unterschiedliche Plattformen und Formate mit diesen im Austausch:

  • Kundinnen und Kunden : United Internet orientiert sich konsequent an den Bedürfnissen und der Zufriedenheit der Kundinnen und Kunden. An zahlreichen Stellen holt United Internet deren Rückmeldungen ein. Zudem wird ein fortlaufender Austausch mit den Kundinnen und Kunden aufrechterhalten, z. B. durch Umfragen und in Service-Gesprächen. Die Produkte von United Internet ermöglichen als Informationsplattform den Kundinnen und Kunden Zugang zu Informationen des Internets. Hinzu kommen speziell aufbereitete redaktionelle Inhalte auf den Portalen von United Internet.
  • Eigenkapitalgeber / Aktionärinnen und Aktionäre : Mit ihnen stehen die Investor - Relations-Abteilung und der Vorstand regelmäßig in Form von persönlichen Gesprächen und Roadshows im Austausch. Das Vertrauen von Aktionärinnen und Aktionären wird durch eine offene und transparente Berichterstattung gestärkt. Investorinnen und Investoren partizipieren am wirtschaftlichen Erfolg von United Internet durch die Ausschüttung von Dividenden und Aktienrückkäufen.
  • Fremdkapitalgeber / Banken: Corporate Finance steht in einem aktiven Dialog mit den Fremdkapitalgebern, um die jederzeitige Sicherstellung ausreichender Liquidität sowie die finanzielle Unabhängigkeit des Konzerns zu gewährleisten. Die Konzernfinanzierung orientiert sich primär an den strategischen Geschäftsplänen der operativen Segmente. Um ausreichende Flexibilität für weiteres Wachstum zur Verfügung zu stellen, verfolgt United Internet daher laufend Trends zu Finanzierungsmöglichkeiten, die sich an den Finanzmärkten ergeben. Nachhaltigkeitskriterien spielen für Fremdkapitalgeber eine wichtige Rolle, da sie Berücksichtigung in der Risikoanalyse finden und Kreditkonditionen positiv beeinflussen können.
  • Mitarbeitende : Die Mitarbeitenden von United Internet sind der Schlüssel zum Erfolg des Konzerns. Da für United Internet die Rückmeldung der Mitarbeitenden essenziell ist, werden regelmäßig Umfragen durchgeführt, daraus Maßnahmen abgeleitet und über deren Umsetzung und die erzielten Fortschritte im Konzern informiert. Ergänzt werden diese Umfragen durch kontinuierlich verfügbare Feedback-Systeme, die es den Mitarbeitenden ermöglichen, jederzeit Vorschläge und Anregungen einzubringen. Zu gezielten Themen tritt der Vorstand zudem direkt mit den Mitarbeitenden im Rahmen von virtuellen aber auch Präsenzformaten in Kontakt.
  • Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette: United Internet steht u. a. über persönliche Gespräche mit Geschäftspartnern im Austausch zu Belangen der Arbeitskräfte der unmittelbaren sowie vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette. Über das Hinweisgebersystem besteht für Arbeitskräfte entlang der Wertschöpfungskette die Möglichkeit, mit United Internet in Kontakt zu treten. Mit den Arbeitskräften der mittelbaren Wertschöpfungskette (z. B. bei Sub-Lieferanten) besteht i. d. R. kein direkter Austausch.
  • Geschäftspartner: Die Geschäftstätigkeit von United Internet erfordert die Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Geschäftspartnern und Zulieferfirmen. Hierzu zählen u. a. Vorleistungspartner, Hardware-Lieferanten, Call-Center-Dienstleistungsunternehmen und Versanddienstleistungsunternehmen. Mit diesen Partnern werden u. a. persönliche Gespräche geführt; bei Trainings von Arbeitskräften unterstützt United Internet bspw. auch Call-Center-Dienstleistungsunternehmen.
  • Politik und Verbände: Im Dialog mit politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern sowie Behörden wirkt United Internet auf Rahmenbedingungen hin, die eine erfolgreiche und verantwortungsbewusste Digitalwirtschaft in Deutschland ermöglichen. Besonders wichtig ist dabei die Gewährleistung von Wettbewerb als Motor für Innovation, Investition und den Nutzen für Verbraucherinnen und Verbraucher. Dafür ist United Internet Mitglied in Verbänden wie Bitkom ( Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V.) , BREKO ( Bundesverband Breitbandkommunikation e. V.) , BVDW ( Bundesverband Digitale Wirtschaft e. V.) , eco ( Verband der Internetwirtschaft e. V.) und VATM ( Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e. V.) . Darüber hinaus sind einzelne Fachbereiche in weiteren relevanten Verbänden und Gremien aktiv.
  • Nichtregierungsorganisationen: Seit 2006 arbeitet United Internet im Rahmen der Stiftung „United Internet for UNICEF“ mit dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen bei der Akquise von Spendengeldern und langfristigen Patenschaften zusammen.

Die Geschäftsmodelle von United Internet unterliegen einem kontinuierlichen Transformationsprozess und werden laufend an die Interessen der Stakeholder-Gruppen angepasst. So wird zum Schutz von Umwelt und Gesellschaft daran gearbeitet, Emissionen und Ressourcenverbrauch weiter zu reduzieren, auch entlang der Wertschöpfungskette. Als Internet-Unternehmen bildet zudem das Thema der Informationssicherheit eine wichtige Säule der sozialen Verantwortung. Maßnahmen zum Schutz sensibler Daten von Kundinnen und Kunden, Mitarbeitenden und Partnerunternehmen werden stetig weiterentwickelt, um Cyberangriffen und neuen Methoden zum Datendiebstahl zuvorzukommen. Der Verantwortung als Arbeitgeber kommt United Internet nach, indem wichtige Belange der Mitarbeitenden im eigenen Unternehmen, aber auch in der Wertschöpfungskette in die HR-Strategie sowie in verschiedene Governance-Aspekte einfließen. Im Zuge der Digitalen Ethik und Verantwortung reagiert United Internet auf Trends wie Fake News und Künstliche Intelligenz, indem neue Richtlinien eingeführt werden, Mitarbeitende geschult werden und Transparenz für Verbraucherinnen und Verbraucher geschaffen wird. Die Einzelheiten zu den beschriebenen Themenfeldern sowie den zugehörigen Zielen, Maßnahmen, Richtlinien und Kennzahlen können den einzelnen Kapiteln des Berichts entnommen werden.

Wesentliche IROs und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell

Die im Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse ermittelten wesentlichen IROs, ihre Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft sowie ihre Wechselwirkungen mit der Strategie, dem Geschäftsmodell und den Geschäftsbeziehungen von United Internet werden in den jeweiligen Themenstandards erläutert.

Im Geschäftsjahr 2025 wurden die wesentlichen IROs überprüft und aktualisiert. Gegenüber dem Vorjahr wurden einige IRO-Kategorien durch alle Segmente neu strukturiert und bewertet (z. B. spezifische Auswirkungen und Risiken im Bereich Kreislaufwirtschaft), um die Qualität der Datenerhebung zu verbessern und die Einheitlichkeit im Vorgehen über alle Segmente hinweg zu stärken. Zudem wurden IROs zu Themen wie Künstliche Intelligenz und Informationssicherheit in ihren Formulierungen nachgeschärft, um aktuellen Marktentwicklungen gerecht zu werden. Gemeinsam mit den Personalverantwortlichen wurden IRO-Formulierungen für soziale Themen wie Inklusion, Chancengleichheit und Arbeitsbedingungen überarbeitet, um sicherzustellen, dass die wesentlichen Belange der Mitarbeitenden wiedergegeben sind.

Im Bereich Governance sind im Vorjahr ermittelte Auswirkungen entfallen, da durch die Neubewertung die Wesentlichkeitsschwelle unterschritten wurde. Dies war insbesondere der Fall, da die IROs aus dem Vorjahr um Dopplungen und enthaltene Maßnahmen bereinigt wurden. Als Beispiel dafür wurden die Auswirkung „Fehlende Prävention und Sensibilisierung der Mitarbeitenden hinsichtlich interner Richtlinien, wie des Code of Conduct, kann zu einer negativen Unternehmenskultur oder respektlosem Verhalten führen. Die Auswirkungen können zu psychischer Belastung mit gesundheitlichen Folgeschäden bei Mitarbeitenden führen“ in die soziale Auswirkung zur psychischen Belastung von Mitarbeitenden und ein Risiko zu Fehlverhalten mit finanziellen Auswirkungen überführt, was beides berichtet wird. Die Auswirkung „Nachhaltige Wertschöpfung und Resilienz durch verantwortungsbewusste und langfristig ausgerichtete Unternehmensführung“ war sehr allgemein formuliert, was die Ableitung konkreter Maßnahmen und Ziele erschwert hat. In der Praxis bedeutet die Integration dieser Auswirkung eine bessere Steuerung von Auswirkungen im Bereich Umwelt und Soziales, was umfassend berichtet wird. Die Auswirkung „Ausbeutung von Dienstleistungsunternehmen in der nachgelagerten Wertschöpfungskette“ ist durch die Neubewertung des Umfangs nicht mehr wesentlich.

Diese Veränderungen spiegeln die Weiterentwicklung des internen Nachhaltigkeits-Steuerungsrahmens wider. Anpassungen in der Methodik finden sich im Kapitel „Prozess zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen IROs“ wieder.

Die im Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse identifizierten Nachhaltigkeitsrisiken wurden dahingehend geprüft, ob sie die Wesentlichkeitsschwelle des § 315c i. V. m. § 289c Absatz 3 Nr. 3 und 4 HGB erreichen und damit sehr wahrscheinli ch schwerwiegende negative Auswirkungen auf nichtfinanzielle Belange haben oder haben werden. Dies ist für keines der identifizierten Risiken der Fall. Der Prozess zur Ermittlung von Brutto-Nachhaltigkeitsrisiken anhand der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse wird im Abschnitt „Prozess zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen IROs“ beschrieben.

Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen

Doppelte Wesentlichkeitsanalyse

Seit dem Geschäftsjahr 2022 wird jährlich eine Aktualisierung der konzernweiten Doppelten Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Im Geschäftsjahr 2025 erfolgte die Festlegung der Wesentlichkeit auf IRO-Ebene, in Anlehnung an die ESRS, die FAQ und die Wesentlichkeitsanalyse-Guidance der EFRAG (European Financial Reporting Advisory Group). Die Ergebnisse des Vorjahres wurden aktualisiert. Hierzu wurden al le aus dem Vorjahr bestehenden IROs auf Vollständigkeit und Konsistenz und ihre Bewertungen auf Änderungen hin überprüft. Wenn nötig, wurden neue IROs ergänzt . Die Aktualisierung der Bewertungen wurde primär durch die Nachhaltigkeitsmanagerinnen und Nachhaltigkeitsmanager der Segmente durchgeführt, je nach Bedarf wurden Fachverantwortliche hinzugezogen. Dies traf insbesondere auf neu zu bewertende IROs zu.

Prozess zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen IROs

Die Identifizierung der IROs basiert auf einer Longlist, die in Anlehnung an die Themen, Sub-Themen und Sub-Sub-Themen der ESRS sowie auf Basis unternehmensspezifischer Themen (inkl. der segmentspezifischen Themen) generiert wurde. Die inhaltliche Wesentlichkeit der Nachhaltigkeitsthemen wurde durch die Doppelte Wesentlichkeitsanalyse in Anlehnung an die Vorgaben des ESRS 1, Kapitel 3.2 festgestellt.

Wesentlichkeits-Workshop

Neben der Longlist bildet der Mitte 2024 durch Corporate Sustainability durchgeführte Wesentlichkeits-Workshop mit dem Nachhaltigkeitsmanagement der Segmente weiterhin die Grundlage für die aktualisierte Doppelte Wesentlichkeitsanalyse. Ziel war es, sämtliche in der Longlist aufgeführten Themen unter Berücksichtigung und Analyse der Wertschöpfungskette nach ihrer Relevanz zu kategorisieren und dies zu begründen. Außerdem diente der Workshop dazu, neue IROs zu erfassen, um sie bei der Bewertung berücksichtigen zu können. Ein besonderes Augenmerk wurde auf die geografische Region und die Regulatorik (Arbeitssicherheit, Arbeitsbedingungen und Umweltverschmutzung) der eigenen Standorte sowie auf die Herkunftsgebiete der eingekauften Produkte und der dazu benötigten Rohstoffe gelegt. Zudem wurde die nachgelagerte Wertschöpfungskette betrachtet, bspw. der Umgang mit Elektroschrott. Eine Sonderrolle kam dem zentralen Thema des Klimawandels zu. Hier wurden in die Sammlung und Bewertung der IROs auch die Ergebnisse der Klimarisikoanalyse und des CO 2 -Fußabdrucks von United Internet einbezogen.

Die im Workshop gesammelten IROs wurden durch Corporate Sustainability mit den IROs der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse aus den Vorjahren in einer konsolidierten Liste zusammengeführt. Dabei wurden die IROs den entsprechenden Themen (Sub-Sub-Themen) sowie den Segmenten zugeordnet, sofern dies für deren Geschäftsmodell oder deren vor- und nachgelagerte Lieferkette passend war.

Einbezug der Belange von Stakeholder-Gruppen

Sowohl für die Identifikation von IROs als auch für deren Bewertung wurden betroffene Stakeholderinnen und Stakeholder stellvertretend durch das Nachhaltigkeitsmanagement und die Fachbereiche der Segmente repräsentiert. Ansichten der eigenen Mitarbeitenden wurden bspw. durch Vertreterinnen und Vertreter der HR-Abteilung miteinbezogen. Die Perspektiven von Kundinnen und Kunden wurden durch die Abteilungen „Customer Experience“ und „Legal“ bzw. das Partnermanagement abgedeckt. Um sicherzustellen, dass betroffene Stakeholder-Gruppen abgedeckt werden, wurde eine entsprechende Mapping-Tabelle angelegt.

Im Rahmen dieser Analyse wurde auch geprüft, ob bestimmte Gruppen von Mitarbeitenden in der Wertschöpfungskette – etwa aufgrund ihrer Merkmale, Arbeitsbedingungen oder Tätigkeiten – potenziell höheren Risiken ausgesetzt sein könnten. Die Einschätzung erfolgte auf Basis der verfügbaren internen Informationen und der fachlichen Expertise der beteiligten Bereiche.

Bewertung der IROs im Bottom-up-Ansatz und Konsolidierung

Die konzernweite Doppelte Wesentlichkeitsanalyse wird nach dem Bottom-up Prinzip über alle Segmente hinweg erhoben. Jedes Segment bewertet auf Basis einer durch Corporate Sustainability bereitgestellten Longlist die einzelnen Themen und ergänzt diese bei Bedarf um segmentspezifische Punkte. Alle ermittelten Themen werden im Anschluss durch Corporate Sustainability konsolidiert.

Die Bewertung der IROs erfolgte durch Corporate Sustainability und die Nachhaltigkeitsmanagerinnen und Nachhaltigkeitsmanager der Segmente sowie die jeweiligen Stakeholderinnen und Stakeholder bzw. deren repräsentierende Fachabteilungen und die Risikoverantwortlichen in Abstimmung mit dem Risikomanagement. Die Bewertung der Auswirkungen erfolgte in einer Bruttobetrachtungsweise anhand der Dimensionen Ausmaß, Umfang, Unabänderlichkeit und Eintrittswahrscheinlichkeit.

Der Schweregrad ergibt sich aus dem Durchschnitt von Ausmaß, Umfang und Unabänderlichkeit. Risiken und Chancen wurden ebenfalls in einer Bruttobetrachtungsweise anhand ihres finanziellen Ausmaßes und ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Dabei wurden die Skalen auf Segmentebene entsprechend der Skalen des klassischen Risikomanagements angepasst.

Die bewertenden Stakeholderinnen und Stakeholder waren dazu angehalten, neben der eigenen Perspektive auch öffentlich zugängliche Studien zur Bewertung zu berücksichtigen. Die Bewertungen der einzelnen Segmente wurden auf Konzernebene konsolidiert, um die aus Konzernsicht wesentlichen IROs zu bestimmen.

Festlegung der Wesentlichkeitsschwelle

Die Wesentlichkeitsschwelle auf IRO-Ebene ergibt sich aus einer Einzelbetrachtung von Wahrscheinlichkeit und Schweregrad bzw. finanziellem Ausmaß. Eine Ausnahme stellen die tatsächlichen Auswirkungen dar: Hier wird nur der Schweregrad berücksichtigt. Alle IROs, die mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von mehr als 35 % bewertet wurden und deren Schweregrad auf der Risikoskala von eins bis fünf mit mehr als drei bewertet wurde (analog zum finanziellen Ausmaß bei Risiken und Chancen), wurden als wesentlich eingestuft. Außerdem wurden IROs, bei denen mindestens eines der Kriterien mit Schweregrad fünf bewertet wurde (analog zum finanziellen Ausmaß), von Corporate Sustainability einer Einzelfallprüfung hinsichtlich der Wesentlichkeit unterzogen. Auch Auswirkungen, die im Zusammenhang mit einer Menschenrechtsverletzung stehen, wurden im Rahmen von Einzelfallprüfungen explizit hinsichtlich der Wesentlichkeit geprüft, falls ihr Schweregrad unter der Wesentlichkeitsschwelle lag.

Weiterführende Informationen zur Doppelten Wesentlichkeitsanalyse

In der IRO-Bewertung sehen die ESRS eine Betrachtung von drei Zeithorizonten vor: kurzfristig, mittelfristig und langfristig. Diese beziehen sich auf den Zeitpunkt des Eintretens der IROs. Die Bewertung von Auswirkungen orientiert sich jeweils am Zeitpunkt des Eintretens der schwerwiegendsten Auswirkung. So werden bspw. Auswirkungen durch Treibhausgasemissionen aufgrund ihres kumulativen Effekts auf einem langfristigen Zeithorizont bewertet .

Sofern im Prozess Unstimmigkeiten hinsichtlich der Wesentlichkeitsbewertung aufkamen, wurden diese Punkte individuell zwischen den Verantwortlichen der Segmente oder Fachbereiche und Corporate Sustainability besprochen. Da die Gesamtsteuerung des Wesentlichkeitsprozesses in der Verantwortung von Corporate Sustainability lag, konnte die Konsistenz der Bewertung durch eine zentrale Stelle sichergestellt werden.

Für die Bewertung der IROs wurden, soweit verfügbar, quantitative Grundlagen eingesetzt, um die Einordnung möglichst objektiv vorzunehmen. Sofern zweckmäßig und verfügbar, nutzten die Bewertenden externe, objektive Quellen wie wissenschaftliche Studien, Branchenanalysen und Fachpublikationen.

Die Bewertung erfolgte themenspezifisch auf Basis unterschiedlicher Datenquellen. Da die Methodik eine Einordnung von Ausmaß, Umfang und Unabänderlichkeit auf einer einheitlichen fünfstufigen Skala vorsieht, war in vielen Fällen eine begrenzte Detailtiefe ausreichend. Im Themenfeld Klimawandel dienten insbesondere Vorjahreswerte des konzernweiten CO -Fußabdrucks als quantitative Grundlage. Für Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft lagen zum Zeitpunkt der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse noch keine vollständigen unternehmensweiten Kennzahlen vor, jedoch wurden bereits verfügbare Daten zur Wiederaufbereitung von IT-Hardware berücksichtigt.

Risiken wurden überwiegend mittels modellbasierter Berechnungen auf Grundlage von Kennzahlen wie Umsatz, Anzahl an Mitarbeitenden sowie Anzahl an Kundinnen und Kunden abgeschätzt. Im Bereich Unternehmensführung wurden Umsatzzahlen u. a. zur Abschätzung potenzieller Sanktionshöhen verwendet. Mögliche Reputationsschäden wurden nicht quantifiziert.

Soweit quantitative Daten nicht vorlagen, erfolgte die Einordnung auf Basis plausibilisierter Annahmen und fachlicher Schätzungen; hierfür wurden – wo erforderlich – konservative Näherungswerte sowie branchenübliche Vergleichswerte verwendet. Die maßgeblichen Grenzen der Datengrundlage betreffen insbesondere unvollständige Kennzahlen zur Ressourcennutzung in Teilen der Wertschöpfungskette. Diese Unsicherheiten wurden durch vorsichtige Annahmen und transparente Offenlegung berücksichtigt.

Die Bewertungen beziehen sich auf sämtliche Geschäftsaktivitäten entlang der Wertschöpfungskette. Die Ermittlung erfolgte ausgehend von der Segmentebene und wurde auf Konzernebene konsolidiert.

Um die wesentlichen Nachhaltigkeitsrisiken, die sich aus der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse ergeben haben, systemisch zu verankern, wurden diese im Jahr 2025 in das allgemeine Risikomanagement überführt und mit dem dort bereits vorhandenen Risikoportfolio (Nettorisiken) in Einklang gebracht. Dabei wurden die Nachhaltigkeitsrisiken bereits bestehenden, übergeordneten Geschäftsrisiken zugeordnet. Eine Risikopriorisierung erfolgte anhand der Größe des Erwartungswerts (Schadenshöhe multipliziert mit der Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos). Die Strategie zur Risikominderung beinhaltet die Erstellung und Umsetzung von angemessenen und wirksamen Maßnahmen. Die zusammengeführten Risiken werden durch die jeweiligen Risikoverantwortlichen in einem regelmäßigen Turnus (vierteljährlich) im Risikomanagementsystem des Konzerns geprüft und bei Bedarf aktualisiert. Zudem betreibt United Internet Analysen zu menschenrechtlichen und umweltbezogenen Risiken in der Lieferkette, die aus internationalen Märkten stammen, wie in den Kapiteln „Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“ und „Governance-Informationen“ näher beschrieben. Im Geschäftsjahr 2026 ist vorgesehen, die wesentlichen Nachhaltigkeitsrisiken aus der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse unabhängig von den Geschäftsrisiken zu betrachten, die Nettorisikowerte zu evaluieren und bei Bedarf einen Risikomanagementprozess dafür aufzubauen.

Die Festlegung von Nachhaltigkeitszielen in Bezug auf wesentliche IROs erfolgt bei United Internet dezentral durch die jeweils verantwortlichen Fachbereiche. Grundlage hierfür sind die spezifische fachliche Expertise, vorhandene Kennzahlen, Risikoanalysen sowie die operativen Anforderungen der jeweiligen Organisationseinheit. Die Fachbereiche evaluieren dabei regelmäßig ihren Bedarf und leiten auf Basis ihrer Erfahrung und der beobachteten Entwicklungen im Zeitverlauf die Notwendigkeit neuer oder angepasster Ziele ab. Bei der Formulierung von Zielen greifen die Fachbereiche auf quantitative und qualitative Daten aus internen Systemen, Monitoring-Prozessen und relevanten Managementindikatoren zurück. Falls erforderlich, werden zusätzlich externe Informationsquellen und Vorgaben herangezogen bzw. beachtet, bspw. regulatorische Vorgaben, Branchenstandards oder öffentlich verfügbare Marktdaten.

Die Zielsetzung erfolgt im Einklang mit geltenden nationalen und europäischen gesetzlichen Anforderungen sowie relevanten internationalen Rahmenwerken, sofern diese für den jeweiligen Themenbereich einschlägig sind. Darüber hinaus wird berücksichtigt, in welchem lokalen und unternehmensspezifischen Kontext die zugrunde liegenden Auswirkungen entstehen, sodass die Ziele sowohl praktikabel als auch wirksam in Bezug auf die identifizierten wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen sind. Die Annahmen basieren dabei auf dem aktuellen Wissensstand der Fachbereiche, den erwarteten organisatorischen oder technologischen Entwicklungen sowie auf realistischen Einschätzungen zu Ressourcen, Machbarkeit und zeitlichen Horizonten. Entsprechend werden Ziele bei Bedarf angepasst, sobald sich Rahmenbedingungen, regulatorische Anforderungen oder interne Prioritäten verändern.

Als wesentliche Handlungsfelder für United Internet wurden im Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse folgende Themen ermittelt: Klimawandel (E1), Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft (E5), Arbeitskräfte des Unternehmens (S1), Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette (S2), Verbraucher und Endnutzer (S4) sowie Unternehmensführung (G1). Zu den identifizierten Auswirkungen, Risiken und Chancen wird in den nachfolgenden Kapiteln berichtet.