Brief an die Aktionäre
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, Mitarbeitende und Geschäftspartner von United Internet,
auch im Geschäftsjahr 2025 hat United Internet in neue Kundenverträge sowie die Entwicklung bestehender Kundenbeziehungen und damit in nachhaltiges Wachstum investiert. Insgesamt konnten wir die Zahl der kostenpflichtigen Kundenverträge um 700.000 auf 29,72 Mio. Verträge steigern. Dabei kamen im Segment „Consumer Applications“ 310.000 kostenpflichtige Verträge hinzu und im Segment „Business Applications“ 460.000 Verträge. Der Vertragsbestand im Segment „Consumer Access“ ging hingegen um 70.000 Verträge zurück. Einem Wachstum von 40.000 Mobile Internet Verträgen stand erwartungsgemäß ein Minus von 110.000 Breitband-Verträgen gegenüber.
Die zu United Internet gehörende IONOS Group SE hat entschieden, die Sedo GmbH (IONOS Geschäftsfeld „AdTech“) zum Verkauf zu stellen. Übergeordnetes Ziel des Verkaufs ist es, zukünftig den Fokus des Managements der IONOS Group ganz auf die Kerngeschäftsfelder „Web-Presence & Productivity“ und „Cloud Solutions“ auszurichten. Infolge dieser Entscheidung wird Sedo gemäß IFRS 5 als nicht fortgeführter Geschäftsbereich bilanziert und nicht mehr in den Umsatz- und Ergebniskennzahlen, sondern separat unter den nicht fortgeführten Geschäftsbereichen ausgewiesen. Die Umsatz- und Ergebniskennzahlen des Vorjahres wurden entsprechend angepasst.
Zusätzlich bereinigt um den Umsatzbeitrag des Mitte Oktober verkauften Geschäftsfeldes „Energy“ stieg unser Umsatz im Geschäftsjahr 2025 von 5.990,8 Mio. € (vergleichbarer Vorjahreswert) um 1,9 % auf 6.103,8 Mio. €.
Das bereinigte EBITDA belief sich auf 1.282,0 Mio. € und lag damit um 2,4 % über dem vergleichbaren Vorjahreswert (1.251,6 Mio. €). Die darin enthaltenen Aufwendungen für den Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes beliefen sich unverändert zum Vorjahr auf -265,3 Mio. €.
Infolge gestiegener Abschreibungen blieb das bereinigte EBIT mit 585,3 Mio. € hingegen leicht um 1,9 % hinter dem vergleichbaren Vorjahreswert (596,8 Mio. €) zurück. Die darin enthaltenen Abschreibungen erhöhten sich, insbesondere infolge der Investitionen in den Ausbau des Glasfasernetzes von 1&1 Versatel sowie des Mobilfunknetzes von 1&1, auf insgesamt 696,7 Mio. € (Vorjahr: 654,8 Mio. €).
Das bereinigte Ergebnis pro Aktie (EPS) aus fortgeführten Geschäftsbereichen stieg von 0,86 € auf 1,23 €. Ursächlich für diesen Anstieg waren vor allem deutlich geringere Steueraufwendungen.
Der Cash-Capex belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf -730,8 Mio. € (Vorjahr: -774,6 Mio. €).
Auch abseits des Tagesgeschäfts hat sich im Geschäftsjahr 2025 einiges getan:
Im Segment „Consumer Access“ erreichte das 1&1 Mobilfunknetz im Dezember 2025 – und damit nur zwei Jahre nach dem Start der mobilen Dienste – bereits 27 % der deutschen Haushalte. Damit wurde die ursprüngliche Vorgabe der Bundesnetzagentur, die eine Abdeckung eines Viertels der Haushalte für Ende 2025 vorsah, übertroffen. Diesen Kurs wollen wir halten und den Ausbau weiter kräftig vorantreiben. Aber nicht nur beim Netzausbau ging es mit großen Schritten voran. Wir haben im vergangenen Jahr die größte Kundenmigration der deutschen Mobilfunkgeschichte abgeschlossen und damit auch die Vorgabe der „wettbewerblichen Unabhängigkeit“ fristgerecht erfüllt. Dazu haben wir täglich bis zu 50.000 Kunden, die früher auf Basis von Wholesale-Verträgen anderer Netze versorgt wurden, auf unser eigenes Netz umgezogen – zumeist besonders nutzerfreundlich als „over the air-Upate“, das sich nachts automatisiert aufspielte. Seit November surfen und telefonieren alle 1&1 Mobilfunkkunden im 1&1 O-RAN.
Im Segment „Business Access“ hat 1&1 Versatel erneut stark in seine Glasfaser-Infrastruktur investiert und die Netz-Coverage weiter ausgebaut. Das von 1&1 Versatel betriebene Glasfasernetz ist nun über 68.000 km lang. Davon profitiert auch unser Segment „Consumer Access“, da dort das Glasfasernetz von 1&1 Versatel zur Bereitstellung von DSL- und FTTH-Anschlüssen sowie zur Anbindung von Antennenstandorten genutzt wird.
Unsere Marken GMX und WEB.DE haben im Segment „Consumer Applications“ auch in 2025 ihre starke Marktposition durch den Einsatz innovativer Cloud-Dienste und den vermehrten Einsatz künstlicher Intelligenz bekräftigt. Fast jede zweite Person in Deutschland nutzt privat einen E-Mail-Account von GMX oder WEB.DE. Auch hier setzen wir immer stärker auf innovative KI-Anwendungen „Made in Germany“, die das digitale Leben erleichtern. So wird das E-Mail-Postfach zum smarten Assistenten, der das Schreiben, Übersetzen, Zusammenfassen und Sortieren von E-Mails übernimmt.
Auch in unserem Geschäftsfeld „Business Applications“ verfolgen wir eine konsequent auf Wachstum, Skalierung und digitale Souveränität ausgerichtete KI-Strategie. Wir bauen unser Portfolio an attraktiven Lösungen für Unternehmen und Privatanwender kontinuierlich weiter aus. So haben wir mit IONOS Momentum im vergangenen Jahr erstmals ein europäisches KI-Ökosystem gestartet, das speziell auf die Anforderungen kleiner und mittelständischer Unternehmen zugeschnitten ist. KI-Assistenten übernehmen Routineaufgaben bei Telefonaten, Terminplanung und Kundenservice sowie das Erstellen von Texten und Designs.
Darüber hinaus haben wir im Berichtsjahr 2025 die konzernweite Nachhaltigkeitsstrategie weiter geschärft und zentrale Themen mit ökologischer und sozialer Relevanz systematisch vorangetrieben. Im Fokus stand die Entwicklung einer Klimastrategie für betriebsbedingte Emissionen mit wissenschaftsbasierten Reduktionszielen im Einklang mit dem 1,5-Grad-Pfad des Pariser Klimaabkommens. 2026 sollen die Zielsetzungen auf die Emissionen der Wertschöpfungskette ausgeweitet werden. Begleitet wird dies durch Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, insbesondere in unseren Rechenzentren und im 1&1 O-RAN, unterstützt durch neu eingeführte ISO-zertifizierte Energie- und Umwelt-Managementsysteme.
Zum Schutz unserer Nutzerinnen und Nutzer haben wir im Bereich Governance zentrale Nachhaltigkeitsrisiken der digitalen Gesellschaft adressiert. 2025 lag unser Schwerpunkt auf dem verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz sowie auf Maßnahmen gegen Desinformation, um Verzerrungen, Benachteiligungen und die Verbreitung von Fake News zu vermeiden und somit zur faktenbasierten Meinungsbildung und gesellschaftlichen Stabilität beizutragen. Ergänzend engagierten wir uns über die Stiftung „United Internet for UNICEF“, die seit 2006 über 75 Mio. € Spenden mobilisiert hat und damit insbesondere den Schutz sowie die langfristige Entwicklung von Kindern und Jugendlichen weltweit unterstützt.
Auf Basis der Geschäftszahlen 2025 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG der am 21. Mai 2026 stattfindenden Hauptversammlung eine Dividende in Höhe von 0,50 € je Aktie vor. Ausgehend von rund 172,8 Mio. dividendenberechtigten Aktien (Stand: 31. Dezember 2025) ergäbe sich daraus eine Ausschüttungssumme von 86,4 Mio. € für das Geschäftsjahr 2025. Die Ausschüttungsquote läge damit bei 40,8 % des bereinigten Konzernergebnisses 2025 nach Minderheitenanteilen (211,8 Mio. €) und damit leicht oberhalb unserer Dividenden-Policy.
Für das Geschäftsjahr 2026 prognostiziert United Internet einen Umsatzanstieg auf ca. 6,25 Mrd. € (2025: 6,104 Mrd. €). Das EBITDA soll auf ca. 1,45 Mrd. € (2025: 1,282 Mrd. €) zulegen. Der Cash-Capex soll bei 600 - 650 Mio. € liegen (2025: 730,8 Mio. €).
Nach dem konzerninternen Verkauf der 1&1 Versatel GmbH an die 1&1 AG Ende 2025 werden wir im Geschäftsjahr 2026 unsere Segmentberichterstattung an die veränderte interne Unternehmenssteuerung und an die neue Segmentierung von 1&1 anpassen. Das Segment „Consumer Access“ enthält seit Januar 2026 nicht mehr das bisherige Segment „1&1 Mobilfunknetz“ und wird in „Consumer & Small Business“ umbenannt. Das 1&1 Segment „1&1 Mobilfunknetz“ bildet zukünftig zusammen mit dem bisherigen Segment „Business Access“ (1&1 Versatel) das neue Segment „Enterprises & Networks“. Die Segmente „Consumer Applications“ und „Business Applications“ bleiben unverändert.
Wir sind für die nächsten Schritte unserer Unternehmensentwicklung gut aufgestellt und blicken optimistisch in die Zukunft. Angesichts des hinter uns liegenden Jahres sowie der künftigen Herausforderungen gilt unser besonderer Dank allen Mitarbeitenden für ihren engagierten Einsatz und unseren Aktionärinnen und Aktionären sowie unseren Geschäftspartnern für das der United Internet AG entgegengebrachte Vertrauen.
Montabaur, im März 2026
Der Vorstand

Ralph Dommermuth

Carsten Theurer
„Es ist Teil unserer Unternehmens-DNA, entschlossen neue Wege zu gehen. Auch in Zukunft werden wir in der United Internet Gruppe mit Innovationen vorangehen und die Chancen der Digitalisierung zum Wohle unserer Kunden und unseres Unternehmens nutzen.“
RALPH DOMMERMUTH
Die Vorstände
RALPH DOMMERMUTH
Vorstandsvorsitzender (seit 1988)
Ralph Dommermuth, Jahrgang 1963, legte 1988 mit der Gründung der 1&1 EDV Marketing GmbH das Fundament der heutigen United Internet AG. Zum Start bot er kleinen Software Anbietern systematisierte Marketing Dienstleistungen. Später entwickelte er zusätzlich Marketing Services für Großkunden wie IBM, Compaq und die Deutsche Telekom. Im Zuge des Aufkommens des Internets fuhr Ralph Dommermuth diese Marketing Services sukzessive zurück und baute zunehmend eigene Internet Dienste und direkte Kundenverhältnisse auf. 1998 führte der gelernte Bankkaufmann 1&1 als erstes Internet Unternehmen an die Frankfurter Wertpapierbörse. 2000 baute Ralph Dommermuth die als Holding fungierende 1&1 AG & Co. KGaA zur United Internet AG um und entwickelte das Unternehmen zu einem führenden europäischen Internet Spezialisten.
CARSTEN THEURER
Finanzvorstand (seit 2025)
Carsten Theurer, Jahrgang 1975, ist seit 2025 im Vorstand der United Internet AG und verantwortet die Bereiche Shared Services, Finanzen und Controlling, HR, Risikomanagment, Interne Revision, Recht, Steuern, M&A sowie Beteiligungsmanagement. Carsten Theurer war zuvor über 20 Jahre in unterschiedlichen Sparten in der Schwarz Gruppe, in seiner letzten Position als Group-CFO. In diesen Rollen hat er das internationale Wachstum der Schwarz Gruppe im Handel begleitet und war maßgeblich am Aufbau eigener Produktionsunternehmen beteiligt.
